Zettelitis

Erklärung des Nebels

Lange Zeit war es nötig, die Gedanken der Zeit zu lesen. Sie waren nicht immer so sehr offenbar. Der Internet sammelte sich zu einem großen Kasten von Informationen jeder Art. Eine kritische Masse hat man dabei nicht erreicht und wird es wohl auch nie.

Die Massen suchen das Netz auf. Man weiß nicht genau, wo sie sich herumtreiben. Vermutlich an allen Orten. Auch hier. Man muss sich heute keine Gedanken mehr machen. Oder sie lesen. Es gibt nichts mehr zu erklären. Die Gedanken sind längst offenbar.

Es muss nichts mehr verdeckt werden. Verdecken verdeckt nur, dass es nichts mehr zu verdecken gibt. Alles ist nackt und hörbar. Aber wir sind nur noch blind und taub.


„Ursache und Wirkung. – Vor der Wirkung glaubt man an andere Ursachen als nach der Wirkung.“ 01)Friedrich Nietzsche: Werke und Briefe: Drittes Buch. Friedrich Nietzsche: Werke, S. 6120 (vgl. Nietzsche-W Bd. 2, S. 151) (c) C. Hanser Verlag

Ich bin mir noch nicht sicher, wie man das zu verstehen hat, außer einfach. Vor allem stimmt es aber auch anders herum. Was auf das Gleiche hinausläuft.


Musik ist keine Sprache. Jedes Musikstück ist eine Art Felsblock in einer komplexen Form mit Schrammen und Mustern, die darauf und darein geritzt sind und die Menschen auf tausend verschiedene Weisen entziffern können, ohne dass eine dieser Weisen die beste oder wahrste wäre. (Iannis Xenakis)


John von Neumann schrieb einmal:

„lebende Organismen sind so gebaut, daß Fehler möglichst unauffällig und harmlos werden; künstliche Automaten dagegen sind so entworfen, daß Fehler möglichst auffallend und verheerend werden.“


Viel Hans Heinz Holz:

„Das Traditionsbewußtsein von Revolutionären steht im Plusquamperfekt.“ 02)Hans Heinz Holz: Vom Kunstwerk zur Ware, Darmstadt und Neuwied 1973, S. 84.


Irgend jemand

„Zur Frage der Verständlichkeit. – Man will nicht nur verstanden werden, wenn man schreibt, sondern ebenso gewiß auch nicht verstanden werden. Es ist noch ganz und gar kein Einwand gegen ein Buch, wenn irgend jemand es unverständlich findet: vielleicht gehörte eben dies zur Absicht seines Schreibers – er wollte nicht von »irgend jemand« verstanden werden.“03)Friedrich Nietzsche: Werke und Briefe: Fünftes Buch. Wir Furchtlosen. Friedrich Nietzsche: Werke, S. 6313 (vgl. Nietzsche-W Bd. 2, S. 256) (c) C. Hanser Verlag


Mitten beim Romanschreiben

Und da war ich wieder: Am Ende der Wortschöpfungskette.


Fussnote(n)   [ + ]

01. Friedrich Nietzsche: Werke und Briefe: Drittes Buch. Friedrich Nietzsche: Werke, S. 6120 (vgl. Nietzsche-W Bd. 2, S. 151) (c) C. Hanser Verlag
02. Hans Heinz Holz: Vom Kunstwerk zur Ware, Darmstadt und Neuwied 1973, S. 84.
03. Friedrich Nietzsche: Werke und Briefe: Fünftes Buch. Wir Furchtlosen. Friedrich Nietzsche: Werke, S. 6313 (vgl. Nietzsche-W Bd. 2, S. 256) (c) C. Hanser Verlag