Musikrechte und Demokratie – kaufen und erwerben

Es dürfte sich weithin herumgesprochen haben, dass man in aller Regel für Musiknutzungen irgendwelche Lizenzen erwerben muss, denn das Recht ist nicht käuflich; jedenfalls in einer Demokratie. Ausnahmen sind da eher selten. Für bestimmte Nutzungen muss man außerdem eine Erlaubnis bekommen. Das ist alles nichts Neues. Meinetwegen mag das umständlich sein. Aber es ist eine ganz normale Sache. Oder doch nicht? Dog slips on banana peel Für eine bestimmte Partei ist das doch ein Problem. Nämlich ein Problem der Demokratie! Für einen Wahlwerbespot der AfD in Berlin hat sich offenbar kein „deutscher“ Verlag gefunden, der Musik lizenzieren wollte. Daher ziert den Spot nun ein Vorspann folgenden Inhalts: Zum Mitlesen:  „Demokratie in Deutschland 2016: Wir werden gezwungen, diesen Wahlspot ohne Musik […]

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Mysterien der Musikgeschichte: Darmstadt und die Zwölftontechnik

Es ist in der bisherigen Musikwissenschaft noch gar nicht so recht beachtet worden, man hat es schlicht bislang übersehen, aber die Zwölftontechnik ist definitiv in Darmstadt/Hessen „erfunden“ worden. Und das war so: Im Jahr 1917 hat der junge Arnold Schönberg einmal die Stadt Darmstadt besucht. Er war Mitglied des Begleittrosses der Basketballmannschaft von Rapid Wien gewesen und hat die Vereinsabende musikalisch untermalt, um den Zusammenhalt zu stärken, um Vergnügen zu haben. Im Programm von Schönberg standen dutzende Walzer und Ländler. Rapid Wien spielte in der Euro-Liga gegen die Swordlilies Darmstadt, damals eine echte Macht im Lande. Das Spiel fand traditionsgemäß in der Sporthalle am Böllenfalltor statt, in Wurfweite des Internationalen Musikinstitituts, damals unter der Leitung Theo Schäfer (Schüler von Guido […]

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Berufe in der Musikwelt: Twitteraccountmanagerin bei der GEMA

Man könnte einfach den Gemeinplatz wiederholen „Das Internet vergisst nicht(s)“ – der so wahr ist wie die inexistenten 404-Fehlerseiten. Richtiger ist vielmehr: „Das Internet merkt (sich) nichts.“ Das ist die sogenannte Schwarmdemenz im Internet. Den Eindruck muss man jedenfalls bekommen, wenn man dem Twitteraccount der GEMA unter @gemadialog folgt und sich die tägliche Dosis Überdruss abholt. So ein Account muss natürlich bedient werden. Er ist ein zentrales Mittel der Kommunikation zwischen, ja zwischen was eigentlich? Später dazu. Kurz zurück zum Hauptbestandteil der Tätigkeit bei diesem Twitteraccount der GEMA(dialog). Tätigkeitsbereich Gefühlte 95 Prozent geht es um die Auseinandersetzung zwischen der GEMA und YouTube wegen der Lizenzierung der Inhalte bei YouTube. 4 Prozent entfallen auf Beschimpfungen der GEMA jeder Art: von unterirdisch […]

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Trauerspiel Musikerleben heute: Der Musiker Mark F. beim Lieferservice

Immer mehr Musikern geht es immer schlechter. Gerade heute hat mich der Fall Mark F. auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass es selbst „Riesen“ der Popmusik trifft. Mark F. macht Musik, seit einigen Jahren mit wechselndem Erfolg. Wahrscheinlich war er sogar schon Juror bei einer Castingshow im Fernsehen, 2015 noch geehrt mit dem Musikautorenpreis der GEMA, jetzt abkommandiert von seiner Downloadfirma am Rande des Servers. Jetzt hat er eine neue (also eine andere) Platte herausgebracht – so sagt man es im altehrwürdigen Journalismus –, weiß aber nicht, wie er diese unter die Leute bringen soll. Die geht wohl nicht. Und da kam sein Marketing-Vorzimmer wohl auf den genialen Gedanken, „dann tingel damit doch vor der Tür, so wie Gebrauchtwagenhändler oder […]

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Wiedergeburt in Absurdistan: Die lebende Hose

Während sich die holde Musikkünstlerschar der Avantgardisten in Donaueschingen zur gemeinsamen Bockwurst traf, ehrte selbst das Team der Tagesthemen den Intendanten des SWR, Peter Boudgoust, für seine spektakuläre Orchesterfusion dort im Südwesten. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Es passiert ja wirklich selten, dass Gäste der Tagesthemen gleich zu Beginn der Sendung mit von der Partie sind. Hier musste es aber offenbar sein. Keine Ahnung, ob da wieder der Johannes Kreidler hintersteckt oder doch nur die Rote Avantgardefront unter der Leitung von Fusionsdirigent Peter Eötvös. Interessantere Neuigkeiten gibt es natürlich von BadBlogger Alexander Strauch (hier und hier). Oder den Einblicken von nmzMedia (Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag.) PS: Mal […]

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Was wäre, wenn … die Bayreuther Festspiele twittern würden – Über wahre Fälschungen

Nichts ist das, was es ist. Alles ist anders. Das Internet vergisst nichts, aber es merkt (sich?) auch nichts. Manchmal ist es besser als es scheint. Auch wenn es nur scheint und nicht ist. Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.Mehr erfahren Inhalt laden Twitter Tweets immer entsperren Die Bayreuther Festspiele, Sie wissen was das ist, hatten dieses Jahr ihre Social-Media-Initiative gestartet. Die, die in diesem Gebiet bislang wirklich nichts gemacht haben, deren Kontakt-Schiene einigermaßen knapp ist, die machen jetzt im bunten Twitterreigen mit? Das Erstaunen war groß, aber doch nicht so groß, dass es unmöglich erschien. Und so twitterte Bayreuth zu den Festspielen. In kurzer Zeit kamen über 700 Follower. Es ging betont locker dabei […]

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CD-Cover-Kritik: Helmut Lachenmanns Gefühle

Website no contact - screenshot

Neulich unterzog ich ein CD-Cover der Deutschen Grammophon einer Kritik. Auf Twitter bekam ich bald einen Hinweis, dass gerade auch bei Neuer Musik einige CD-Cover einigermaßen eigenartig, fragwürdig, beziehungsweise misslungen seien. Nun komme ich selbst selten in den Genuss Neue Musik von der CD zu hören. Ich finde, da gehört live einfach dazu. Sehen, wie Notenberge oder Klebewunder vor den Musikern stehen, fragil und schützend zugleich. Und wie die Musik dann auch ganz unmittelbar wirkt. Es ist jetzt schon ein bisschen her und alte Musik wahrscheinlich: Weberns Orchesterstücke op.6 von der CD sind doch wie Analogkäse. Das muss durch Mark und Bein gehen und das geht nur im leibaftigen Hören im Konzert. Aber lassen wir uns nicht zu sehr von […]

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Gescheiterte CD-Cover: Schubert und Abbado

Rang rechts. Foto: Hufner

Die Deutsche Grammophon galt mal als ehrwürdiges Label für „Klassische Musik“, so ein bisschen als Suhrkamp der deutschen Musikkultur. In letzter Zeit, als Sparte von Universal, lässt sich wohl Niedergang bei der Vermarktungtechnologie beschreiben. Vom Kopf des Covers ist das Label in die linke untere Ecke abgesunken. Hier also eine Schubert-Sinfonie, um präzise zu sein „The Great C major Symphony“. Und als zweites Stück eines von Orchestra Mozart mit dem Titel „Claudio Abbado“. Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.Mehr erfahren Inhalt laden Twitter Tweets immer entsperren Abgebildet ist da ein Mann im hochgekrempelten Hemd in einem offenbar großen Raum, ein bisschen rund mit beleuchteten Arkadengängen. Sicher aus Gründen des Persönlichkeitsrechts ist der Mann von hinten […]

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Brahms rulez

Ja, und ich höre schon wieder: warum nicht Clara Schumann. Oder Charlotte Seither? Warum dieser konventionelle unkreative Brahms. Blubb. Da frage ich zurück: Wer hat damals Werbung für den Spinat mit dem Blub gemacht: Verona Feldbusch Pooth und nicht Carl Friedrich von Weizsäcker. 🙂 Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren

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