Musikbeschreiberinnen und Leichtigkeitslügen

einfach mit takt1

Der Markt machts nötig. Auf der Website eines Menschen, der die Leichtigkeitslüge einstens beklagte – und zwar richtigerweise – wird gleichwohl mit einer Leichtigkeit „gelogen“, dass sich die Notenlinien biegen. Die Beschreibung einer Symphonie von Lutoslawski, hier der dritten, da weiß man – Zack – Bescheid. Natürlich kann man auch mit viel mehr Worten noch weniger ausdrücken. Kein Problem. Das enthebt einen aber nicht einer gewissen Verantwortung in Sachen Pointen. Gegen derlei Kritik hat man sich aber in Sicherheit gebracht. Auf der Website kann man über takt1 lesen: „takt1 ist die digitale Bühne, die klassische Musik in ihrer Vielfalt zum Leuchten bringt. Als reines Hör-Erlebnis. Als Konzert-Video. In guten Geschichten und mit dem Wissen von Experten, die von Musik bewegt […]

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Meinten Sie vielleicht Hitler? [2006]

Meinten Sie vielleicht Hitler?

Wie bitte? Ich suche nur Fotos zum Thema Hitze. Yahoos Zooomr-Technologie. Passend dazu die Meldung aus dem Bundestag: Im Mai dieses Jahres wurden insgesamt 1.177 ausländerfeindliche und rechtsextremistische Straftaten gemeldet. Dies teilt die Regierung in der Antwort (16/2195) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/1950) mit. Die Zahl der Gewalttaten wird mit 88 angegeben und die Anzahl der Propagandadelikte mit 853. Bei 201 Straftaten innerhalb der „politisch motivierten Kriminalität – rechts“ wurde darüber hinaus ein fremdenfeindlicher Hintergrund bei 43 Gewalttaten und bei 47 Propagandadelikten festgestellt. Bei den Straftaten wurden 758 Tatverdächtige ermittelt und 90 Personen festgenommen. Gegen fünf wurde Haftbefehl erlassen. Dabei gab es im Rahmen der rechtsmotivierten Straftaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund 183 Tatverdächtige und eine Festnahme in 33 Fällen. […]

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Verklaufen™

Sphäre. Hufner

Nach einem Durchtippfehler fiel mir auf, dass mir ein — wie ich finde — schöner Neologismus geglückt ist. Das neue Wort trifft sehr gut eine Verhaltensweise der Musikwirtschaft (aber wohl auch andere Wirtschaftsressorts). Also hier: Verklaufen™ Anwendung: Jemand will einem etwas, was einem selbst gehört verklaufen. Im Besitz von etwas sein, was man nicht besitzen kann, aber jemand anderem, vorzugsweise allen, gehört. Verklauf ist das zentrale Geschäftsfeld der sogenannten Creative Industries. Anwendung: Apple verklauft Downloads. Parteien verklaufen politisches Engagement. Beitrag aus der Kritischen Masse vom 15. Juli 2005.

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Hochschule für Musik und Theater München: Präsident Redmann im Argumentationschaos

Für die Tonne. Foto: Hufner

Die Hochschule für Musik und Theater München kommt nicht zur Ruhe – und sie kommt nicht einmal zu einer geordneten Unruhe. Für BR-KLASSIK hat Bernhard Neuhoff kürzlich den wiedergewählten Präsidenten, Bernd Redmann, für ein Interview gewinnen können. Wir erinnern uns: Es handelt sich um die Hochschule, in der während der alten Amtszeit des Präsidenten Redmann einige höchst ungute Verhaltensweisen seines Vorgängers und wohl auch eines Kompositionsprofessors das Licht der Gerichte erblickten. Während dieser Amtszeit hat deshalb die Hochschule eine Umfrage zu sexuellen Übergriffen am Haus gestartet, die, sagen wir es mal höflich, mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Mit anderen Worten: Die Ergebnisse dieser Umfrage sind nicht wirklich bekannt. Bernd Redmann äußert sich zu dieser Thematik im Gespräch mit Bernhard […]

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Mit Hochdruck verzögern – Hochschule für Musik und Theater München

Kleinmachnow Graffiti

Die Hochschule für Musik und Theater München hat heute Stellung bezogen zu den aktuellen Berichten in den Medien in der Angelegenheit Mauser und von Bose. Ohne in der Sache selbst Stellung zu beziehen. Das ist okay. Aber es geht hier auch um etwas ganz anderes. »Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Compliance-Kultur der HMTM weiter zu verbessern. Daher werden wir die entsprechenden Strukturen und Prozesse der HMTM von einem unabhängigen Dritten auditieren lassen und gebotene Veränderungen konsequent umsetzen. Die entsprechende Persönlichkeit bzw. Institution für ein externes Compliance-Audit wird in Kürze mit einer Überprüfung der hochschulinternen Abläufe und Regelungen zu den Themen sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch betraut«, so der HMTM-Präsident weiter. Vor mittlerweile zwei Jahren hatte man im Zuge der Sachaufklärung eine […]

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Früher war es nicht anders: Komponistinnen-Sponsoring im 19. Jahrhundert

Ich sage mal nicht, wo ich das gefunden habe. Ein Pollenflug war schuld daran, dass ich es überhaupt fand. Okay, steht in der Bildunterzeile. Was wäre uns für eine fantastische Oper entgangen, hätte nicht die Brose Unternehmensgruppe die Oper von Dvorak unterstützt. Aber es ist doch wirklich ein Jammer, mit welchen Methoden plötzlich Dinge verbunden werden. Dabei wüsste man gerne mehr, wie denn die großzügige Unterstützung ausgesehen haben mag. Erinnern wir uns doch ganz einfach auch daran, beziehungsweise vergessen wir nie, dass man als Steuerzahler zu den großzügigsten Unterstützern solcher Institutionen gehört, auch wenn es fast nirgendwo erwähnt wird.

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Rat-, hilf- und trostloser Musikindustrie-Beirat – ECHO Pop

Wolfgang Börnsen. Beiratssprecher. Foto: Hufner

Nach 2013 hat der ECHO Pop auch dieses Jahr wieder ein Problem. Ging es vor fünf Jahren um die Gruppe Frei.Wild, die nominiert war, was teilweise unter den Mitnominierten zu Übellaune führte, ist es in diesem Jahr Farid Bang und Kollegah. Es ist klar, dass in der Popmusik nicht immer alles nach heiler Schlagerwelt klingt und tönt – und textet. Es geht da auch schon mal „zur Sache“. Und eben auch darüber hinaus. Präzise wurden Künstler nominiert, bei denen aktuell die Textzeile „Mein Körper definierter als vom Auschwitzinsassen“ auftaucht. Eigens für diese Zwecke hat sich der Bundesverband Musikindustrie [BVMI], die den ECHO betreibt, einen Beirat geschaffen, der unabhängig von Weisungen sich in Problemfällen dazu äußern soll, ob die nominierten Künstler […]

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Kein ECHO aus der Echokammer der Musikindustrie. Oder: Über die deutsche Mehrheit

Erfolg ist relativ. Foto: Hufner

Der Musikpreis der Musikindustrie, der Echo, der hat jetzt sogar eine eigene Seite mit Fragen und Antworten. Man ist bemüht um Aufklärung. Viele Frage werden in den sozialen Netzwerken ja auch immer wieder gestellt und da kann man bequemerweise nun auf strukturierte Antworten verweisen. Die Antworten sind durchaus heiter im Tonfall. Man muss die sozialen Mediennutzer da abholen wo sie sind. Nämlich bei ihrer tippfritzeligen sturmerprobten Nervosität. Die Idee ist gut. Die Durchführung ist eigenartig. So lautet die Antwort auf die Frage bzw. These: Letztendlich geht es doch nur um reinen Kommerz. [Das ist so abgründig wie alltäglich formuliert „doch“ „nur“ „reiner Kommerz“ – als gäbe es doch auch mindestens der unreinen Kommerz.] Ja genau und das im positivsten aller Sinne! […]

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Ohne takt1 – Wie persönlich dürfen unpersönliche Mails sein

Mail Hygiene. Foto: Hufner

Heute im Maileingang, die Anfrage, ich möchte doch takt1 – ein Portal zur Verbreitung von E-Musik (Oper & Konzert mit etwas, manchmal krudem Kommentar drumherum – Gutmenschentremolo) bewerten, nämlich, ob ich takt1 weiterempfehlen würde. Die Mail kommt von Niklas. Es wird mir eine Skala von 1 bis 10 angeboten. Was aber 1 ist und was 10, ist mir nicht klar. Ich orientiere mich an der Farbe und gebe 9, dabei denkend, dass wie in der Schule eine 1 eine besonders gute Note ist und daher denke, das sei eine Bewertung, mit der ich zum Ausdruck bringe, dass ich takt1 nicht empfehlen würde. Jetzt habe ich die Mail per Screenshot vom Handy an einen Arbeitsplatz geschickt, wo ich die Sache hier […]

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