Musikrechte und Demokratie – kaufen und erwerben

Es dürfte sich weithin herumgesprochen haben, dass man in aller Regel für Musiknutzungen irgendwelche Lizenzen erwerben muss, denn das Recht ist nicht käuflich; jedenfalls in einer Demokratie. Ausnahmen sind da eher selten. Für bestimmte Nutzungen muss man außerdem eine Erlaubnis bekommen. Das ist alles nichts Neues. Meinetwegen mag das umständlich sein. Aber es ist eine ganz normale Sache. Oder doch nicht? Dog slips on banana peel Für eine bestimmte Partei ist das doch ein Problem. Nämlich ein Problem der Demokratie! Für einen Wahlwerbespot der AfD in Berlin hat sich offenbar kein „deutscher“ Verlag gefunden, der Musik lizenzieren wollte. Daher ziert den Spot nun ein Vorspann folgenden Inhalts: Zum Mitlesen:  „Demokratie in Deutschland 2016: Wir werden gezwungen, diesen Wahlspot ohne Musik […]

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Die schlimmsten Musikvideos I: „Klassik airleben“

Willkommen in der Kitschhochburg Leipziger Wiese. Das fahren die Kameras über die Wiese und verbreiten gute Stimmung, zumindest das, was man in den 70er Jahren dafür gehalten hat. So rama(-mäßig) macht die Klassik gut. Dabei ist es ein Drama. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren   Man versteht es wirklich nicht, da hat man ein Orchester vor Ort, das sich zu den besten der ganzen Welt zählen darf und dann  das. Wollen die damit vielleicht das nächste Sülzburger-Festspiele-Orchester in Residenz werden. Okay, mein Fehler. Eigentlich wollte ich zweitens nämlich ein Wortspielverbot für mindestens 48 Stunden ausrufen. „airleben“ – versteht ihr? Da sind „er“ und „air“ ausgetauscht worden. „air“ steht […]

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Trauerspiel Musikerleben heute: Der Musiker Mark F. beim Lieferservice

Immer mehr Musikern geht es immer schlechter. Gerade heute hat mich der Fall Mark F. auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass es selbst „Riesen“ der Popmusik trifft. Mark F. macht Musik, seit einigen Jahren mit wechselndem Erfolg. Wahrscheinlich war er sogar schon Juror bei einer Castingshow im Fernsehen, 2015 noch geehrt mit dem Musikautorenpreis der GEMA, jetzt abkommandiert von seiner Downloadfirma am Rande des Servers. Jetzt hat er eine neue (also eine andere) Platte herausgebracht – so sagt man es im altehrwürdigen Journalismus –, weiß aber nicht, wie er diese unter die Leute bringen soll. Die geht wohl nicht. Und da kam sein Marketing-Vorzimmer wohl auf den genialen Gedanken, „dann tingel damit doch vor der Tür, so wie Gebrauchtwagenhändler oder […]

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Aufgelesen – Auserlesen: Das Netz spuckt und spukt

Die letzte Woche kam man gar nicht hinterher, so viel war da los. Natürlich auch die nmz wurde für den Druck frisch angerichtet. Das soziale Netz verbreitert sich stündlich, sekündlich. Wenn man nur nachzusehen wollte, was man alles verpasst hat, hat man schon wieder alles mögliche verpasst. Es war das Netz voll mit schönsten Blüten. Einige kommen jetzt in die Sperrsitz Fame Of Hall. Jazz Wir denken an Ornette Coleman zum Weltjazztag mit dem Musikhaus Kirstein. Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.Mehr erfahren Inhalt laden Twitter Tweets immer entsperren Musikgeschichte / Musikwissenschaft Neulich zusammen Geburtstag gefeiert, heute wieder zusammen für die Gesellschaftsordnung der Zukunft – Verdi und Wagner. https://twitter.com/van_Roehlek/status/723395939575046145 Lebenslehre: Mit dem Laden des Tweets […]

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Orchesterselfies – next season

Die nächste Konzert-Saison steht schon in den Startlöchern. Überall gibt es Pressekonferenzen, dass es nur so scheppert. Die Orchester stellen ihre Programme vor. Und ihre Programmbroschüren. Das ändert sich ja jeder Jahr irgendwie doch, auch wenn es alles nur so um Mahler und Bruckner kreiselt. Die Sachen machen ja auch was her. Da fällt es nicht einmal so richtig auf, wenn man etwas dazu twittert. Mit viel größerer Spannung wird erwartet, was die Orchester in der nächsten Saison so tragen. Als Publikum muss man die ja die ganze Zeit über im Konzert dann auch sehen, wenn man nicht wie Karajan mit geschlossenen Augen an die Sache geht. Und wie stellen sich die Orchester selbst dar, sozusagen im Orchesterselfie. Fangen wir […]

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Nicht nur E- und U-Musik, sondern auch G-Musik

Deutschland ist gut in Sachen Bürokratie. Für den ganzen Ärger, den man sich damit einhandelt, sollte man auch die Vorteile sehen. Alles lässt sich regeln. Für fast alles gibt es ein Gesetz. In der Musik gibt es zwar ein E- und U-Musik-Gesetz, nachdem man Anspruch auf das eine oder andere stellen kann, überhaupt spielt die Unterscheidung im realen Leben gar keine Rolle. Wenn es aber um Gewichte bei der Verteilung aus Verwertungsansprüchen geht, sie GEMA, dann kommt die Unterscheidung zum Tragen. Viele finden diese Differenzierung doof, überholt, alleingängig. Aber die GEMA lebt damit und das sogar erstaunlich konfliktfrei. Klar, es wird schon mal gestritten. Und es fühlen sich dann die einen oder anderen auch mal ungerecht behandelt. Sei es drum. […]

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Phantasie über den Satz: „Was nix kost‘, ist auch nix Wert“

Er stimmt definitiv überhaupt nicht. Er gehört ins Kapitel „Kultur im Manchester-Kapitalismus“. Nicht nur ein Verweis auf familiäre Fürsorge macht dies deutlich, auf Freundschaft (vs. gekaufte Freundschaft, je teurer, je besser?). Im Bereich des Konzertbetriebs ist er auch unsinnig. Man muss ganz simpel mal die Position tauschen. Was kostet einen denn das Publikum? Nix, egal ob vorhanden oder nicht. Wenn einem das aber was Wert wäre, würde man dafür bezahlen und es nicht bezahlen lassen. Kosten im Konzert tut der Saal, die Heizung des Saales, das Beleuchtung, die Infrastruktur. Kosten tat die Ausbildung der Musiker, die Noten, die Rechte, die Instrumente. Die Musik dagegen kost‘ nix. Die Wertschätzung von Musik drückt sich nicht im dafür erhaltbaren Preis aus, sondern allein […]

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Verleih‘ uns täglich Firlefanz

Wenn man Werbung betreibt, will man eigentlich auch, dass sie irgendwo ankommt; also sicht- oder hörbar ist, oder irgendwie sonst fühlbar. Ansonsten kann man es auch sein lassen. Nun haben die Opern in Berlin so eine Werbeaktion gestartet, die man kaum bemerkt. Fast hat es den Anschein, als ob den Auftraggebern, hier die Opernstiftung Berlin, die Sache ein bisschen peinlich ist. Denn diese Werbung versteckt sich. Was war, was ist los; beziehungsweise, was nicht? Die Berliner Opernhäuser wollen auf sich aufmerksam machen. Gut. Aber sie wollen dies an anderen Orten machen wie zum Beispiel Frankfurt am Main, München oder Baden-Baden. Man will die dortigen Bewohner nach Berlin ziehen. Wie? Mit Plakaten. 300 davon sollen jetzt oder bald irgendwo in den […]

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Was wäre, wenn … die Bayreuther Festspiele twittern würden – Über wahre Fälschungen

Nichts ist das, was es ist. Alles ist anders. Das Internet vergisst nichts, aber es merkt (sich?) auch nichts. Manchmal ist es besser als es scheint. Auch wenn es nur scheint und nicht ist. Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.Mehr erfahren Inhalt laden Twitter Tweets immer entsperren Die Bayreuther Festspiele, Sie wissen was das ist, hatten dieses Jahr ihre Social-Media-Initiative gestartet. Die, die in diesem Gebiet bislang wirklich nichts gemacht haben, deren Kontakt-Schiene einigermaßen knapp ist, die machen jetzt im bunten Twitterreigen mit? Das Erstaunen war groß, aber doch nicht so groß, dass es unmöglich erschien. Und so twitterte Bayreuth zu den Festspielen. In kurzer Zeit kamen über 700 Follower. Es ging betont locker dabei […]

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