Klimawandel!

Lichterkette. Foto: Hufner

Apropos Klimawandel: Dass es den gibt, erhellt sich allein schon aus der Tatsache, wie sehr die Menschen immer weiter verdummen. (Da schließe ich mich ausdrücklich gar nicht mal bei aus.) Interessant ist, wie die These vom totalen Verblendungszusammenhang dadurch wieder neues Gewicht bekommt. Ein Spaziergang durch das Netz belegt die Situation sehr gut. Da gibt es jetzt tatsächlich so etwas wie zuckerfreie Schulen, da will man Kinder, weil sie nicht mehr sinnentnehmend Lesen können mit zwei Jahren zwangsweise in Kindergärten stecken (anstatt deren Eltern!). Das geht so quer durch die Landschaft zumindest in der Gegend, die ich noch einigermaßen überblicken kann (also Deutschland). Erkrankte Personen sollen sich künftig selbst behandeln. Nein, das müssen sie schon. Gerade im Bereich psychischer Erkrankungen […]

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Tiefschulreform

Leere im Studium. Foto: Hufner

Das ganze Problem steckt darin, dass die Anforderungen in die Zeit der höfischen Bevormundung zurückgefallen sind. Mochte in den 60er Jahren der Reformprozess noch von unten kommen, den Studenten nämlich, und wehrten sich die Professoren dagegen, ist es heute umgekehrt. Der Reformprozesse kommt von oben, die Professoren wehren sich nicht und die Studenten dulden es. Sie sind ohnehin politisch solange irrelevant wie sie sich nicht selbst als Agenten der Forderungen formieren. So haben wir die perfekte Herrschaft der Kontrolleure. Es hat lange gedauert, bis die Universität sich gebeugt hat. Aber sie hat sich gebeugt. An den Kunsthochschulen stellt sich Befriedigung ein, weil man die Dauer der künstlerischen Ausbildung halten konnte. Eigentlich absurd: Denn die dort Auszubildenden sind schon beim Start […]

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Abschaffung der Künstlersozialkasse [2008]

Bild. Foto: Hufner

Gestern berichtete der Deutsche Kulturrat über eine ungeheuerliche Entwicklung. Danach bestreben es einige Bundesländer, die Künstlersozialversicherung abzuschaffen oder zumindest zu reformieren. Hingewiesen hat mich darauf allerdings der Siggi Becker. Der Deutsche Kulturrat schreibt: „Klammheimlich, versteckt in einer Empfehlung (Bundesratsdrucksache 558/1/08 vom 08.09.2008) zum ‚Entwurf des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz)‘ (Bundesratsdrucksache 558/08) haben der federführende Wirtschaftsausschuss, der Ausschuss für Frauen und Jugend, der Ausschuss für Innere Angelegenheiten sowie der Finanzausschuss des Bundesrates mit den Stimmen der genannten Länder beschlossen: ‚Der Bundesrat fordert, dass die Künstlersozialversicherung abgeschafft oder zumindest unternehmerfreundlich reformiert wird.‘ Die Reaktionen darauf von ver.di, Deutschem Kulturrat und dem Deutschen Musikrat ließen nicht lange auf sich warten. „Die gestern von vier Ausschüssen […]

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Panik beim NDR – Reichweitenverluste

Öffentlich-unredlicher Rundfunk. Foto: Hufner

Der Programmdirektor Hörfunk des NDR, Gernot Romann, hat sich zu den Veränderungen bei Radio 3 respektive NDR KULTUR im Klassikclub Magazin geäußert. Den Startpassus habe ich schon zerlegt. Interessant ist aber auch seine Einlassung zum Reichweitenverlust in den Jahren 2001/2002. Vor rund drei Jahren sahen sich Programmverantwortliche und Programmmacher von NDR Kultur (damals Radio 3) mit alarmierenden und bis dato nie da gewesenen Einbußen von Reichweite konfrontiert. Der dramatische Hörerverlust in Hamburg von 3,0 Prozent Hörer gestern im Jahre 2001 auf 0,7 Prozent im Jahr 2002, bildete schließlich den Ausgangspunkt für grundlegende Programmanalysen und -überlegungen sowie für sorgfältige und umfangreiche Medienforschungsaktivitäten. Dem folgte dann ein Aufzählung der Aktivitäten wie zum Beispiel eine Vorfeld der Reform durchgeführte Studie von Dr. Josef […]

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[Ironie] Gernot Romann für mehr Auswahl im Rundfunk

Die Dose, die wir sind. Foto: Hufner

“Wir nehmen die Wünsche der Hörer ernst und die waren eindeutig: Sie wollen mehr Auswahl”, so NDR Programmdirektor Gernot Romann. Und man kann es nachlesen online bei satzundkabel. Er meinte damit NDR2. Statt der aktuellen Hits spiele man dann eben noch die Hits der 80er und 90er Jahre. Kommt einem das nicht etwas bekannt vor? Privatsender, die genau so werben? Das also darf man dann unter Auswahl verstehen. Ich kann zwischen mindestens zwei Sendern wählen, die im Wesentlichen das Gleiche spielen. Wir wollen auf Parallelen zur Politik verzichten, zur deutschen wie zur amerikanischen. Man unterscheidet sich aber auch gewaltig von den Privatfunkern: “Es ging uns nicht darum, mehr Musik aus diesen Dekaden zu spielen”, so NDR 2 Chef Torsten Engel, […]

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Sociologie am Äh-Steh-Tisch

Rechtschreibung. Foto: Hufner

Zum Leidwesen vieler meiner Bekannter bin ich, trotz meines Bekenntnisses zu neuen Musik, ein Historiker. Da beschäftigt man sich in der Regel mit alten Texten. Als Historiker aber arbeite ich nicht sauber genug. Der historische Stich, die Anregung, das ist es, was mich interessiert. Probleme nebensächlicher Art meistens. So erinnere ich mich an die Suhrkamp-Edition von Georg Simmels “Soziologie – Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung” von 1908. Da Simmel dieses Werk nicht als Ganzes konzipiert hatte, sondern Stück um Stück zusammentrug, musste auch er sich mit Fragen der Orthographie auseinandersetzen. Das Werk wuchs zwischen 1900 und 1908 zusammen, greift aber auch auf ältere Texte zurück. In dieser Zeit müssen, wenn die Angaben des Herausgebers stimmen, mindestens zwei Schriftwerke zur […]

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Wer schreibt, der bleibt [Rechtschreibreform 2004]

Rechtschreibung. Foto: Hufner

Da hat man nun den Salat. Wegen schlechter Witterung fand die Revolution in der Rechtschreibung statt. Nur ist das nicht einmal eine Revolution, die zurück ist keine nach vorne, die nach vorne ist keine zurück. Auch ist die Rechtschreibreform kein Reform sondern nur eine Änderung. Den Fehler, dies als jenes auszuzeichnen, haben sie alle gemacht. Jetzt hat man den Salat. Jetzt machen FAZ, Spiegel und Springer-Verlage ihre Lösung, einige schon immer, andere jetzt neu. Das wäre alles kaum von Interesse, wenn nicht einige wirklich Leidtragende sind, die Schüler nämlich. Die lernen das eine, lesen im anderen Fall das andere. Wem ist damit geholfen? Denen, die sich in den Vordergrund spielen und – nunja, wir habe das Sommerloch – sonst nix […]

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