Regelverletzendes Tischtennis unter „Intellektuellen“ [nzz + Andreas Rödder]

Rang rechts. Foto: Hufner

Macht gerade die Runde. Ein Gespräch des Historikers Andreas Rödder mit der Neuen Zürcher Zeitung, auch wegen Friedrich Merz, dem Wohltäter. Aber das mal beiseite. Hier geht es nur um eine Kritik der Gesprächstechnik, deren Suggestivität beeindruckend ist. Ich zitiere: Rödder: So wird zum Beispiel «rechts» umstandslos mit «rechtsextrem» gleichgesetzt. nzz: Warum ist es ein Fehler, die AfD-Anhänger pauschal als Neonazis zu bezeichnen? Rödder: Weil man damit erstens das Selbstverständnis als ausgegrenzte Opfer aufseiten der AfD verstärkt und weil man zweitens viele Menschen stigmatisiert, die keine Nazis sind, sondern gegen die etablierten Parteien protestieren.01)Der Historiker Andreas Rödder: «Alle haben Angst vor Deutschland, einschliesslich der Deutschen selbst» – nzz-online. Belegarmut des Historikers Es beginnt mit einer Mutmaßung, dass rechts umstandslos mit […]

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Tatbestand: Wohltäter Friedrich Merz – zu einem Satirebeitrag der FAZ

Drama Baby, Drama. Foto: Hufner

Besonders perfide ist es, wie die FAZ und ihr Autor Georg Meck mit Friedrich Merz umgeht. In einem Artikel lobt der Autor den Kandidaten auf den CDU-Vorsitz als Wohltäter. Denn er und seine Frau hätten 2005 eine Stiftung gegründet: Die „Friedrich und Charlotte Merz Stiftung“ mit sage und schreibe 10.000 Euro um, wie der Autor sagt, „der Gesellschaft etwas zurückzugeben und Kinder aus sozial schwachen Schichten zu fördern“. Wie gütig. Die Summe, die die Stiftung dafür bereitstellen kann, gibt der Autor nicht an. Immerhin 2016 stockt dann Merz das Kapital der Stiftung um 371.900 Euro auf. Danach rechnet der Autor, dass, wenn da drei Prozent an Zinsen im rausspringen, etwa 12.000 Euro im Jahr zur Verfügung stehen. Das Geld gibt […]

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Hochschule für Musik und Theater München: Präsident Redmann im Argumentationschaos

Für die Tonne. Foto: Hufner

Die Hochschule für Musik und Theater München kommt nicht zur Ruhe – und sie kommt nicht einmal zu einer geordneten Unruhe. Für BR-KLASSIK hat Bernhard Neuhoff kürzlich den wiedergewählten Präsidenten, Bernd Redmann, für ein Interview gewinnen können. Wir erinnern uns: Es handelt sich um die Hochschule, in der während der alten Amtszeit des Präsidenten Redmann einige höchst ungute Verhaltensweisen seines Vorgängers und wohl auch eines Kompositionsprofessors das Licht der Gerichte erblickten. Während dieser Amtszeit hat deshalb die Hochschule eine Umfrage zu sexuellen Übergriffen am Haus gestartet, die, sagen wir es mal höflich, mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Mit anderen Worten: Die Ergebnisse dieser Umfrage sind nicht wirklich bekannt. Bernd Redmann äußert sich zu dieser Thematik im Gespräch mit Bernhard […]

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Rechtspopulisten ohne Wiederkehr

Teufelsberg mit -zeug. Foto: Hufner

Intellektuelle, die in den Rechtspopulismus rutschen oder einwandern (wie Sarrazin, Boder, Matussek und Co) – ich weiß, es tut weh, sie Intellektuelle zu nennen – kommen da nie wieder heraus. Eine Exit-Strategie ist da unmöglich. Man wird sie nie wieder als ernsthafte Gesprächspartner akzeptieren können. Letztlich sind sie alle dann auf sich selbst angewiesen. Das schweißt sie über ihren Eigengeruch hinaus zusammen. In dieser Einbahnstraßen-Sackgasse stecken sie dann fest und kreisen am Wendehammer herum, fluchend, wütend. Denn, sie nehmen sich selbst ja auch nicht ernst. Dabei werden sie müder und müder. Und wie Hunden oder Kindern macht sie die Müdigkeit reizbar, denn ihr Auftrag erlaubt ihnen ja auch keinen Schlaf. Der Wendehammer wird dabei immer dichter mit ihren Gedanken gefüllt, […]

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Mit Hochdruck verzögern – Hochschule für Musik und Theater München

Kleinmachnow Graffiti

Die Hochschule für Musik und Theater München hat heute Stellung bezogen zu den aktuellen Berichten in den Medien in der Angelegenheit Mauser und von Bose. Ohne in der Sache selbst Stellung zu beziehen. Das ist okay. Aber es geht hier auch um etwas ganz anderes. »Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Compliance-Kultur der HMTM weiter zu verbessern. Daher werden wir die entsprechenden Strukturen und Prozesse der HMTM von einem unabhängigen Dritten auditieren lassen und gebotene Veränderungen konsequent umsetzen. Die entsprechende Persönlichkeit bzw. Institution für ein externes Compliance-Audit wird in Kürze mit einer Überprüfung der hochschulinternen Abläufe und Regelungen zu den Themen sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch betraut«, so der HMTM-Präsident weiter. Vor mittlerweile zwei Jahren hatte man im Zuge der Sachaufklärung eine […]

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Auf dem Rückweg nach Weimar?

Auf dem Rückweg nach Weimar. Foto: Hufner

Aus gegebenem Anlass dreht sich einiges bei mir um das Jahr 1933. Da fiel mir heute wieder Franz Neumanns „Behemoth – Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933-1944“ in die Hände. Dieses über 600 Seiten umfassende Werk stammt aus dem Jahr 1942 (überarbeitet 1944). Ein Schwerpunkt behandelt natürlich auch die Zeit davor. Neumann setzt sich mit dem Verständnis von Demokratie in der Zeit der Weimarer Republik auseinander. Er lässt Carl Schmitt zu Wort kommen: Parlamentarismus ist nicht identisch mit Demokratie, sondern lediglich eine ihrer historischen Formen. Die Hauptprinzipien des Parlamentarismus sind öffentliche Diskussion, Teilung der Gewalten und Allgemeinheit des Gesetzes. Die öffentliche Debatte verlangt, daß die Instanzen politischer Macht sich der Diskussion als eines Mittels der Wahrheitsfindung aussetzen. Die öffentliche Debatte […]

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Apropos: Jens Daskannstedirspahn und die Überflüssigkeitsgesellschaft

Das ist eine Bratwurst. Foto: Hufner

Irgendwo in der Welt der Nachrichten folgendes aufgeschnappt. Da sagt ein deutscher Gesundheitsminister (Name vergessen) offenbar: „Wenn wir reden und handeln in einer Haltung, die breite, sich bürgerlich fühlende Schichten zuletzt oft schmerzlich vermisst haben, dann können wir die AfD überflüssig machen.“ Jens Daskannstedirspahn habe das in einem Grußwort vor einem Treffen von sogenannten Werte-Unionisten der CDU gesagt. Das ist großartig. Der Mann hat die Lösung zur Verüberflüssigung der AfD gefunden. Damit geht er als erster durchs Ziel. Klar, leider ist das Ziel genau einen Meter hinter einer Klippe, wie dumm nur. Es ist also nicht weniger nötig, als den Wahn und den Wahsinn, die komplette Irrationalität sich zu eigen zu machen, um das Wahlvolk der AfD einzusammeln. Aber nicht, […]

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Aus dem Leben eines Taugenichts: Theodor W. Adorno nach Tilmann Krause [Die WELT]

Joseph Werner: Diana von der Jagd ausruhend. 1663, Guache, 11,7 × 16,7 cm.

„Selbst die Studenten, die sich gegen ein Gomringer-Gedicht an der Wand ihrer Hochschule empören, weil es angeblich sexistisch ist, sind in dieser Hinsicht Kinder von Adorno, auch wenn sie den Namen nie gehört haben sollten.“ [Quelle: Die Welt. Tilmann Krause: Der Meisterdenker der 68er taugte einfach nichts] In welcher Hinsicht? „Die Beurteilung eines Kunstwerkes nach moralpolitischen Kriterien.“ Der so argumentiert will damit die Untauglichkeit des Meisterdenkens eines Theodor W. Adorno darstellen. Und hat damit vollkommen ins Weiße getroffen. Man kann nun einfach einmal 1. Adorno nicht über seine philosophische Entwicklung en bloc analysieren und man kann 2. nicht moralpolitische Kriterien als Beurteilungsmethode Adornos entdecken. Das setzte voraus, er habe diese eigenartige Beurteilungsmethode als Grundlage gesehen. Bei jemandem jedoch, der aus […]

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Kunst in den Grenzen der „Demokratie“ von 2018

Leere Wände ins Blaue hinein. Foto: Hufner

Es ist schon alles zur Debatte um die Bemalung einer Hochschulwand in Berlin gesagt worden. Könnte man denken. Denn es gibt zahlreiche Kommentare, Polemiken, Diskussionen zur Verwendung eines Gedichts von Eugen Gomringer im öffentlichen Raum. Da geht es um die Interpretation von Texten, da geht es um Vorwürfe wie Zensur oder Kulturbarbarei, da geht es um die Hochschulautonomie etc. Vorweg: Darum geht es jetzt nicht. Der Austausch einer Wandbemalung gegen eine andere ist – jedenfalls gegenwärtig – sicher keine Zensur im engeren Sinn. Sich daran aufzuhängen ist ein bisschen verrückt. Was interessant ist, ist ja der Vorgang, der a) zur Begründung führte, ein Gedicht als unangenehm für die Betrachterinnen zu sehen (auch darüber muss man nicht streiten, kann man aber) […]

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Das Denken überwinden! Eine Anleitung von Marco Buschmann (FDP)

Reanimiert das Nichtdenken. Foto: Hufner

Ach, wenn doch die Kritiker der sogenannten „68er“ nur nicht so hinterhältig wären. Da gab es gestern einen Text in der WELT, in der der parlamentarische  Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Marco Buschmann, als Autor herbeigeholt wird und einen „Essay“ abliefert mit der Überschrift: „Das Denken der 68er endlich überwinden.“ Na, Amen. Das erstaunt auf der Stelle. Nicht nur, dass sich da die These transportiert, es gäbe da überhaupt „ein“ Denken der 68er, sondern dass man dieses zu überwinden habe. Ein Denken überwinden. Haben Sie heute schon einmal Ihr Denken überwunden? Fangen Sie damit sofort an. Denken ist zu überwinden, auch eines, das so gar nicht exisitiert. Gemeint ist wahrscheinlich, dass man Entwicklungen, die aus den Bewegungen, die im Umfeld […]

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