Tatbestand: Wohltäter Friedrich Merz – zu einem Satirebeitrag der FAZ

Drama Baby, Drama. Foto: Hufner

Besonders perfide ist es, wie die FAZ und ihr Autor Georg Meck mit Friedrich Merz umgeht. In einem Artikel lobt der Autor den Kandidaten auf den CDU-Vorsitz als Wohltäter. Denn er und seine Frau hätten 2005 eine Stiftung gegründet: Die „Friedrich und Charlotte Merz Stiftung“ mit sage und schreibe 10.000 Euro um, wie der Autor sagt, „der Gesellschaft etwas zurückzugeben und Kinder aus sozial schwachen Schichten zu fördern“. Wie gütig. Die Summe, die die Stiftung dafür bereitstellen kann, gibt der Autor nicht an. Immerhin 2016 stockt dann Merz das Kapital der Stiftung um 371.900 Euro auf. Danach rechnet der Autor, dass, wenn da drei Prozent an Zinsen im rausspringen, etwa 12.000 Euro im Jahr zur Verfügung stehen. Das Geld gibt […]

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„Ein Trauerspiel in der komischen Oper“: ARD-Kommentar von Evi Seibert – nicht komisch

Politischer Untergang. Foto: Hufner

„Ein Trauerspiel in der komischen Oper“ überschreibt Evi Seibert in einem ARD-Kommentar ihren Artikel. Das macht neugierig. Denn, fragt man sich, was ist denn schon wieder in der Komischen Oper los. Es ist ja doch klar, wenigstens das, dass es nicht um eine Analyse eines „Trauerspiels“ geht, so wie man es vielleicht von Walter Benjamin kennt. Sondern um die „Komische Oper“ in Berlin. Nur macht die keine negativen Schlagzeilen, soweit ich das aktuell verfolgen konnte. Interessant! Man liest da gleich vorneweg: „Die Beförderung Maaßens war eine Entscheidung, bei der es nur Verlierer gibt – und steht symptomatisch für die Verfassung der Großen Koalition. Eine funktionierende Regierung sieht anders aus.“ Also Pustekuchen. Augenblicklich ist klar: Es geht gar nicht um die […]

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Frühe Amerika-Kritik bei Tocqueville

Shitstrom - Die Alternative. Foto: Hufner

Alexis de Tocqueville hat mit seinen Schriften „Über die Demokratie in Amerika“ eine erste große Schrift der Neuzeit mit soziologischem und politikwissenschaftlichem Anspruch geschaffen. So wie Engels 1845 den englischen Slums nachspürte und die sie umgebenden gesellschaftlichen Ketten bezeichnete ohne zugleich „die“ Theorie daraus zu entwickeln, hat Alexis de Tocqueville die 1830/40 mit der amerikanischen Gesellschaft gemacht. Von Kennern der Materie wird dieser Text als geradezu prophetisch gelobt. Aber die Stärke liegt in der Beschreibungsgenauigkeit, die eigene Wertungen weitgehend ausspart. Amerika liegt bei Tocqueville wie unter einem Mikroskop mit größtmöglicher Tiefenschärfe. An einer Stelle kommt er zu einer für mich ebenso erstaunlichen wie naheliegenden These: „geistige Freiheit ist in Amerika unbekannt“ schreibt er im Kapitel über den „Einfluss der Mehrheit […]

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Meinten Sie vielleicht Hitler? [2006]

Meinten Sie vielleicht Hitler?

Wie bitte? Ich suche nur Fotos zum Thema Hitze. Yahoos Zooomr-Technologie. Passend dazu die Meldung aus dem Bundestag: Im Mai dieses Jahres wurden insgesamt 1.177 ausländerfeindliche und rechtsextremistische Straftaten gemeldet. Dies teilt die Regierung in der Antwort (16/2195) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/1950) mit. Die Zahl der Gewalttaten wird mit 88 angegeben und die Anzahl der Propagandadelikte mit 853. Bei 201 Straftaten innerhalb der „politisch motivierten Kriminalität – rechts“ wurde darüber hinaus ein fremdenfeindlicher Hintergrund bei 43 Gewalttaten und bei 47 Propagandadelikten festgestellt. Bei den Straftaten wurden 758 Tatverdächtige ermittelt und 90 Personen festgenommen. Gegen fünf wurde Haftbefehl erlassen. Dabei gab es im Rahmen der rechtsmotivierten Straftaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund 183 Tatverdächtige und eine Festnahme in 33 Fällen. […]

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Rat-, hilf- und trostloser Musikindustrie-Beirat – ECHO Pop

Wolfgang Börnsen. Beiratssprecher. Foto: Hufner

Nach 2013 hat der ECHO Pop auch dieses Jahr wieder ein Problem. Ging es vor fünf Jahren um die Gruppe Frei.Wild, die nominiert war, was teilweise unter den Mitnominierten zu Übellaune führte, ist es in diesem Jahr Farid Bang und Kollegah. Es ist klar, dass in der Popmusik nicht immer alles nach heiler Schlagerwelt klingt und tönt – und textet. Es geht da auch schon mal „zur Sache“. Und eben auch darüber hinaus. Präzise wurden Künstler nominiert, bei denen aktuell die Textzeile „Mein Körper definierter als vom Auschwitzinsassen“ auftaucht. Eigens für diese Zwecke hat sich der Bundesverband Musikindustrie [BVMI], die den ECHO betreibt, einen Beirat geschaffen, der unabhängig von Weisungen sich in Problemfällen dazu äußern soll, ob die nominierten Künstler […]

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Premiumwerbemittel des Verfassungsschutzes

Macht sich unsichtbar. Foto: Hufner

Man möchte es nicht verfassen. Aber es gibt beim Verfassungsschutz ein aktives Merchandising. Keiner will zum Verfassungsschutz, niemand will mit denen kommunizieren. Mit Pfefferminz bis Du mein Prinz, mit Ausweis-Jojo spreche ich mit Journalistinnen, Cashewnüsse für den Wirtschaftsschutz, Pfefferminzdose  „Abgehört“ kann man sich nicht ausdenken. Fehlen nur die Schutzhund-Wackeldackel für das Diplomatenfahrzeug. „Um „Merchandising des Bundesamtes für Verfassungsschutz“ (BfV) geht es in der Antwort der Bundesregierung (18/13682) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13642). Darin listet die Bundesregierung unter anderem Werbemittel auf, die bereits genutzt werden beziehungsweise in Planung sind. Wie sie dazu ausführt, beziehen sich diese Ausführungen „auf die momentane Produktpalette von Werbemitteln, nicht aber auf Produkte, die das BfV in früheren Jahren verwendet hat“. Genannt werden […]

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Falsche Angst vor der AfD – Panik im Kulturbereich?

Pilzkultur im Wald. Foto: Hufner

Seite einiger Zeit kursiert im Internet eine Unterschriftenliste mit der einige Initiatoren wie der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Musikrat und Personen wie Iris Berben den Ältestenrat des Deutschen Bundestags auffordern, den Vorsitz für den Bundestagsausschuss zu Kultur und Medien nicht einem Vertreter oder einer Vertreterin der AfD zu überlassen. Gerade der Kulturausschuss sei ein besonders sensibler Ort, dessen Vorsitz auf keinen Fall in die Hände der AfD fallen dürfe. „Es darf nicht passieren, dass beim Kampf um Einflusssphären die AfD an einer der sensibelsten, wichtigsten Stellen unseres parlamentarischen Systems ihr nationalistisches Gift in die Debatten injiziert: Der deutschen Kulturpolitik.“ [Quelle: kulturausschuss-schuetzen.de] Die Aufregung ist groß, der Zuspruch ebenfalls; man traut sich da fast schon nicht, Einspruch zu erheben. Die Liste […]

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Die deutsche Firlefanzologie [FDP]

Wahlwerbung der FDP. Foto: Hufner

Ein Wahlplakat. Ein Wahlplakat hat selten die Aufgabe, Informationen korrekt zu transportieren. Ein Wahlplakat gehört in die Kategorie Werbung. Und wie Satire darf Werbung alles – außer Langweilen. Deshalb geht es um Slogans, die gleich den einen oder die andere treffen. Mauricio Kagel hat das einmal in einem Hörspiel („Guten Morgen!“) verbraten und die Lautstärke entsprechend korrigiert. Wer schreit, hat Recht. Auch wenn heute fast die ganzen Werbefilmchen auf YouTube mit musikalischen Gesäusel und akustischem Gekräusel unterlegt sind, überdeckt es die Absicht. Musikalische Blindschleichen sind Dauerzustand. Man kann etwas aber auch so falsch ausdrücken, dass alle meinen, er wäre richtig. So gesehen erst jüngst bei der FDP. Was gemeint ist: Eine Investition in die schulische Bildung wird die Welt verändern. […]

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AfD für ihre Wählerinnen an sich uninteressant

Flieg, Vogel, flieg. Foto: Hufner

Eigentlich wollte ich zum Thema AfD nichts schreiben, weil ich die Partei und ihre Tätigkeit für überflüssig halte und in vielen Belangen, vor allem in Personen für rechtsextrem. Das ist es sicher auch, was die Wählerinnen dieser Partei anspricht. Die Abwehr durch die Parteien des demokratischen Spektrums hindurch bestärkt sie nur darin, dass sie es mit einer Partei zu tun haben müssen, die sich für sie einsetzt. Wenn man so stark abgelehnt wird, muss wohl etwas dran sein. Allerdings handelt es sich dabei so gut wie nie um Inhalte, sondern um Schlagworte, denen man nachläuft. Gerne wird in dem Zusammenhang die Partei auch als Internetpartei gehandelt. Hier agiert und agitiert sie, hier finden sich ihre Fans haufenweise. Aber das stimmt […]

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Berliner AfD-Populitiker hat neue Oper von Richard Wagner entdeckt

Der Weg ist das Ziel. Foto: Hufner

Pannenhilfe für das deutsche kulturelle Erbe kommt aus der musikwissenschaftlichen Fraktion der sich so nennenden AfD – einer Partei, die in Deutschland relativ hilflos agiert, wie man so hört. „Viel Zustimmung erhielt auch Thorsten Weiß, der für die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt. Auch er warnte vor einer Zuwanderung mehrheitlich ungebildeter Menschen aus arabischen und afrikanischen Staaten. Allerdings machte er selbst in seiner Rede aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner die Oper „Tannenhäuser“.“ [Quelle: Merkur.de] Was heißt macht? Er ist ein Entdecker. Es muss sich danach um ein Märchen handeln aus dem großen noch nicht gehobenen Erbe der deutschen Geschichte. Richard Wagner hatte seinerzeit einen Kompositionsauftrag von der deutschen Tannenhäusergesellschaft erhalten. Diese hatte mit zahlreichen Widrigkeiten zu kämpfen. Immer […]

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