2004 – Neue Digitale – Siegeszug des Internets

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Es ist manchmal erschreckend, wie bereits im Jahr 2004 die Perspektive des Internets von Agenturen beinahe hellseherisch vorausgeahnt wurde. Da schreibt die „Neue Digitale (Link obsolet) – Kreativagentur für digitale Markenführung GmbH“: „Kinder surfen lieber im Internet, als Fernsehen zu gucken“ – eine hervorragende Nachricht für unsere Branche! Der Siegeszug des Internets ist wohl kaum noch aufzuhalten. Interessant ist dies vor allem für Unternehmen, sind doch die Kinder von heute die kaufkräftigen Konsumenten von morgen. Andererseits ist natürlich die Ehrlichkeit von besonderer Eleganz. Und von extremer Kreativität.

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Kalibrierung der Gesellschaft – Wiedervorlage

Hinter Gittern. Foto: Hufner

Man kann seinen Monitor mit einigen Mitteln kalibrieren. Dazu nimmt man wohl am besten ein System, welches einen Sensor hat, der die Farben prüft. Rot ist dann Rot, Grün Grün, Blau Blau und Grau Grau. Was das Kalibrieren nicht bringt, ist, ob das was auf dem Bildschirm an Bildern sich zeigt, ein gutes Bild ist. Es ist nur ein technisches Mittel, ein quantitatives Mittel, kein qualitatives. Das weiß jeder, der dieses Mittel nutzt, oder er sollte es wissen. Das Kalibrierungssystem macht keine Inhalte. Wenn man sich auf die Situation der Gesellschaft bezieht kann man die Politik, so wie sie heute betrieben wird auf diese Funktion reduziert sehen. Nur, dass es hier nicht um Monitore oder andere Ausgabegeräte geht sondern um […]

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Klimawandel!

Lichterkette. Foto: Hufner

Apropos Klimawandel: Dass es den gibt, erhellt sich allein schon aus der Tatsache, wie sehr die Menschen immer weiter verdummen. (Da schließe ich mich ausdrücklich gar nicht mal bei aus.) Interessant ist, wie die These vom totalen Verblendungszusammenhang dadurch wieder neues Gewicht bekommt. Ein Spaziergang durch das Netz belegt die Situation sehr gut. Da gibt es jetzt tatsächlich so etwas wie zuckerfreie Schulen, da will man Kinder, weil sie nicht mehr sinnentnehmend Lesen können mit zwei Jahren zwangsweise in Kindergärten stecken (anstatt deren Eltern!). Das geht so quer durch die Landschaft zumindest in der Gegend, die ich noch einigermaßen überblicken kann (also Deutschland). Erkrankte Personen sollen sich künftig selbst behandeln. Nein, das müssen sie schon. Gerade im Bereich psychischer Erkrankungen […]

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Otto Normalverbrecher

In den Alltag gekrochen. Foto: Hufner

der, die, das Otto Normalverbrecher Personen, die das Verbrechen gegen die Menschlichkeit/Menschheit in ihren Alltag übernommen haben, ohne die Art und Weise ihre Menschenfeindlichkeit erkennen zu können. Sie treten zur Zeit in verstärktem Maße (wieder) auf. Dafür haben sich verschiedene gesellschaftliche oder scheinreligiöse Gruppen eingerichtet, die ihnen Schutz gewähren. Otto Normalverbrecher decken Otto Normalverbrecher. Der Verfassungsschutz beobachtet sie nicht. Sie sind Inventar der Politik und der Stimmung. Hannah Arendt fand dafür einmal in anderem Zusammenhang den Begriff der „Banalität des Bösen“. Damit ist nicht eine Verniedlichung gemeint, sondern die Verbreitung des Bösen in den Schwamm der Gesellschaft. Das Böse ist ein Zustand der Normalität, resistent gegen seine Selbsterkenntnis. Aktive Selbstverdummung durch Einbildung irgendeiner Angst. Sie verhindert den unverstellten Blick auf […]

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Tiefschulreform

Leere im Studium. Foto: Hufner

Das ganze Problem steckt darin, dass die Anforderungen in die Zeit der höfischen Bevormundung zurückgefallen sind. Mochte in den 60er Jahren der Reformprozess noch von unten kommen, den Studenten nämlich, und wehrten sich die Professoren dagegen, ist es heute umgekehrt. Der Reformprozesse kommt von oben, die Professoren wehren sich nicht und die Studenten dulden es. Sie sind ohnehin politisch solange irrelevant wie sie sich nicht selbst als Agenten der Forderungen formieren. So haben wir die perfekte Herrschaft der Kontrolleure. Es hat lange gedauert, bis die Universität sich gebeugt hat. Aber sie hat sich gebeugt. An den Kunsthochschulen stellt sich Befriedigung ein, weil man die Dauer der künstlerischen Ausbildung halten konnte. Eigentlich absurd: Denn die dort Auszubildenden sind schon beim Start […]

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Novalis und das Interesse

Sinister in Graz. Foto: Hufner

Bei der Lektüre von Aphorismen von Novalis tauchen einige ganz bezaubernde Gedanken auf. Sie sind für den Bildungsbereich durchaus fruchtbar. 35. Interesse ist Theilnahme an dem Leiden und der Thätigkeit eines Wesens. Mich interessirt etwas, wenn es mich zur Theilnahme zu erregen weiß. Kein Interesse ist interessanter, als was man an sich selbst nimmt; so wie der Grund einer merkwürdigen Freundschaft und Liebe die Theilnahme ist, zu der mich ein Mensch reizt, der mit sich selbst beschäftigt ist, der mich durch seine Mittheilung gleichsam einladet, an seinem Geschäfte Theil zu nehmen. Nicht nur für den Bildungsbereich, wohl aber für das Verständnis mancher dort hochgehandelter Begriffe. Es ist so wenig verwunderlich, dass man Begriffe wie Vermmittlung und dergleich hier nicht finden […]

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…dung

Medien. Foto: hufner

Der Aufschrei war groß, aber das Gejammer blieb klein, als Marcel Reich-Ranicki die Annahme des Deutschen Fernsehpreise ablehnte: Vor einem teils ungläubigen Publikum, das sich in seiner glotzenden Einfältigkeit hinsonnte. Zaghaft schubste man den alten Mann von der Bühne mit dem Versprechen, öffentlich die Sache auszudiskutieren. Denn es gehe schließlich um Kultur und Bildung. Eine ganz erstaunliche Angelegenheit in dem sonst so komplett zur Verblödung tendierenden Medium, das Hans Magnus Enzensberger einmal ein Nullmedium nannte. Nur wurde nichts draus, aus der Diskussion. Aus einer Stunde wurde eine halbe, aus der besten Sendezeit wurde Freitag 22:30 Uhr. Das ZDF hat damit offensichtlich seinen Kultur- und Bildungsauftrag für das restliche Jahr erfüllt. Ist doch alles Bestens, zumal niemand ernsthaft geschädigt wurde. Es […]

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Disziplinen und Disziplinierungen

Rechtschreibung. Foto: Hufner

Man redet und arbeitet mit einem Selbstverständnis von universitären Disziplinen, von Fakultäten und Fächern. Unterteilt das ganze in ein Angebot, das von Medizin über Physik zur Germanistik und Volkswirtschaftslehre reicht. Aber auch hier die Frage, warum? Dass etwas historisch sich so ausdifferenziert hat heißt ja nicht, das es richtig so ist. Wie kann kann man denn überhaupt die Grenzen zwischen den Fächern ziehen und wodurch sind sie begründet? Warum überhaupt ist die Trennung so abstrakt? Auch in den schulischen Disziplinen? Wäre nicht eine andere Einteilung von mehr Vernunft getragen? Warum studiert man nicht Gehirn? Oder Bewegung? Oder Klang? Oder einfach Welt, Raum oder Zeit? Nehmen wir mal die Volkswirtschaftslehre. Was genau ist denn Gegenstand dieses Faches? Der Makro-Ökonom Harald Uhlig […]

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Soziologen-Clowning … „Es erreicht Bücherschränke“ [Luhmann]

Medien. Foto: hufner

Immer wieder ist Niklas Luhmann, der Soziologe, für eine Grotestke gut. „Soll der Text Wissen werden, soll er also die noch nicht geführte Kommunikation vollenden, muß er einen Leser finden. Aber wie? Die Publikation sichert nicht, daß das Buch gelesen wird; schon gar nicht, wenn vor allem Bibliotheken es kaufen. Das Zusenden von Büchern an ‚Multiplikatoren‘ ist ebenfalls kein wirksamen Mittel, Lektüre zu erreichen. Es erreicht Bücherschränke.“01)Niklas Luhmann, Die Wissenschaft der Gesellschaft, Frankfurt 1992, S. 157. Da spricht mir einer aus dem Herzen, oder aus Erfahrung. Oder aus beidem. Und heute kann man ergänzen, im Einzel- oder Vielfall, es erreicht die Datenbank einer Suchmaschine. Dort erreicht es dann gegebenenfalls jemand anderen, nämlich den Plagiator. Fussnote(n)   [ + ] 01. ↑ Niklas […]

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Rat-Schlag (Menschen abholen)

Extended Techniques. Prospekt Charles Vögele

Die pädagogische Einstellung: den Menschen (Schüler) dort abholen, wo er steht klingt nett und freundlich, entgegenkommend. Aber dieser Rat-Schlag ist falsch, denn er verfestigt den status quo. Und er umgeht die wichtigere Frage, wer den die Menschen (Schüler) dort hinstellt, wo man sie dann abholen soll. Der pädagogische Rat-Schlag ist nur eine Übertragung aus dem Marketing und der Werbung auf die Pädagogik. Nicht anders funktioniert Werbung oder Marketing, deren Ziel es einzig ist, ein Produkt zu verkaufen. Dazu macht man Umfragen, um herauszufinden, wo man die Menschen den abholen muss und wie man mit ihnen zu verfahren habe, damit sie das wollen, was man selbst will. Anders ist es ein Nullsatz: Man kann die Menschen immer nur dort ansprechen, wo […]

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