Desolate Situation der selbständigen Kreativen

Gerade eben sorgte noch die große Jazzstudie für Aufregung, in der sich zeigte, in welchen Einkommensverhältnissen die Musikerinnen so leben. Dabei gehts denen noch knusper! Also im Verhältnis. Schon letztes Jahr kam eine große Musikwirtschaftsstudie heraus, die zu noch übleren Ergebnissen gekommen ist. Hier die entsprechende Tabelle aus der Studie, die man übrigens, sehr lesenswert, hier als PDF herunterladen kann. Nur etwas mehr als 10% aller Komponistinnen sind weiblich. Erschreckend wenig, das Jahreseinkommen beträgt insgesamt durchschnittlich 17.520 Euro, bei den Frauen nur 11.777 Euro. Bei den Textdichterinnen ist das Einkommensgefälle noch eklatanter: 23.199 zu 10.846 Euro. Einkommensdifferenzen gibt es überall bei den genannten Gruppen. Bei den Künstlern verdienen Interpreten in Rock/Pop/Jazz-Musik immerhin noch durchschnittlich 1.000 Euro im Jahr mehr als […]

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Eine kline Napstermusick

Seit kurzem bin ich Kunde bei einer Musik-Flatrate. Nicht irgendeiner, etwa hippen wie Spotify oder iTunesMusic. Schnickschnack. Wie meinen Wein, so beziehe ich meine Musik neuerdings über ein Flatrate bei ALDi. Der liegt schließlich auch der Urvater, die Urmutter aller Musikrates zugrunde. Napster!! Napster hat die Welt der Musikindustrie verändert, auch wenn dem Prinzip keine lange Zukunft beschieden war. Napster wurde gekauft und umgetauft und labelt bei Aldi nun herum. Einen Monat kostenlos. Enjott Schneider war darüber nicht glücklich und äußerte dies in einer Facebook-Gruppe. Dabei sind speziell seine Stücke da kaum zu finden. Unter den 34 oder 43 Fantastrillionen Piecen. Wie übrigens auch nicht die Platten von ECM oder Prince. … In guter Gesellschaft ist er da. Im Gegensatz […]

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Verleih‘ uns täglich Firlefanz

Wenn man Werbung betreibt, will man eigentlich auch, dass sie irgendwo ankommt; also sicht- oder hörbar ist, oder irgendwie sonst fühlbar. Ansonsten kann man es auch sein lassen. Nun haben die Opern in Berlin so eine Werbeaktion gestartet, die man kaum bemerkt. Fast hat es den Anschein, als ob den Auftraggebern, hier die Opernstiftung Berlin, die Sache ein bisschen peinlich ist. Denn diese Werbung versteckt sich. Was war, was ist los; beziehungsweise, was nicht? Die Berliner Opernhäuser wollen auf sich aufmerksam machen. Gut. Aber sie wollen dies an anderen Orten machen wie zum Beispiel Frankfurt am Main, München oder Baden-Baden. Man will die dortigen Bewohner nach Berlin ziehen. Wie? Mit Plakaten. 300 davon sollen jetzt oder bald irgendwo in den […]

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Retourkutsche kutscht zurück

[Das ist hier kein Artikel aus der Welt von Herrn Wiegelmann, sondern allein der Kopf eines Artikels aus der Welt illustriert den Gegenstand, der hier verhandelt wird.] Lucas Wiegelmann, der „stellv. Ressortleiter Feuilleton“ der „Welt“ eilt seinem Musik-Feuilletonmenschen Manuel Brug nur scheinbar zur Seite, wenn er versucht, die Kritik an Brugs „Analyse“ der Chefdirigentenwahl der Berliner Philharmoniker durch die Twitterin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung irgendwie umzudeuten, als Innovation des Journalismus. Er rubriziert es ein unter Meinung/Glosse und man weiß jetzt nicht genau was von beidem? Beides. Oder gar nix? Für eine Glosse ist es irgendwie zu bemüht im Tonfall, für eine Meinung zu periphär. Was und wie will also will Lucas Wiegelmann nach fast einem Monat den Degen von Eleonore […]

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Rundfunkrat, Gesellschaft, Individuum – Widerspruch im Amt

Noch einmal Thema Rundfunkrat. Nachdem gestern die „ehrenamtliche“ Tätigkeit untersucht worden ist, geht es jetzt um die Struktur, die Aufgaben und seine Konstruktion im Rahmen der demokratischen Selbstkontrolle des öffentlich-rechtlichen Gedankens. Den Rundfunkräten eilt ja der Ruf der Unbestechlichkeit und der Parteilosigkeit voraus. Ohne die Rundfunkräte wäre der öffentlich-rechtliche Rundfunk schon unter der Marktwalze zermalmt worden. Auch wenn die Räte im Grunde nur das abnicken, was ihnen die Intendanten und Intendantinnen vorkauen. Klar, weil alternativlos wie immer! Wir haben leidvoll schon das Versagen dieser Institution wahrnehmen können, aber Kritik war unchic, weil die Rundfunkräte irgendwie schließlich Abbild der Gesellschaft seien: Unbestechlich, unparteiisch, nur der Vernunft folgend! Denkste. Die Realität sieht anders aus. Dafür schaut man einfach mal in eine der […]

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Ehrenamt Rundfunkrat – Schlechter Rat ist teuer

Treppenhaus des Deutschen Museums München. Foto: Hufner

Wir kennen sie alle. Die vielen Menschen, die ehrenamtlich Dinge im Medien- und Kulturleben erledigen. Sie tun dies mit Engagement, ohne sie würde viel weniger laufen, häufig sogar gar nichts. Und dann gibt es die Ehrenämtler mit denen nichts läuft und die dafür aber honoriert werden. Gibt’s nicht? Gibt’s wohl. Nennt sich Rundfunkrat. Deren Mitglieder sollen ein bisschen aufpassen oder kontrollieren, was da im Rundfunk passiert. Sie wählen Intendanten und Intendantinnen. Und nachdem sie diese gewählt haben stimmen sie im Wesentlichen dem zu, was der so vorschlägt. Wir erinnern uns an die Defunktionalisierungsidee der SWR-Orchester durch Boudgoust oder die Abschaltungspläne von BR-Klassik für UKW-Empfang. Durchwinken können die sehr gut, auch wenn sich ab und zu mal Widerstand regt. Die Rundfunkräte […]

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GEMA und Webtracking – eine nicht ganz saubere Sache?

The Long Now - MaerzMusik 2017

Lange nix über die GEMA geschrieben. Das ist gut, denn die GEMA gelangte immer wieder ins Visier der Netzöffentlichkeit und wurde schon für vieles zur Verantwortung gezogen. Häufig genug völlig zu Unrecht. Jetzt erst wieder in einem unsäglichen Artikel in der Telepolis. Unter dem reißerischen Artikel „Commerbank und GEMA gegen Obdachlose“ wollte man (Markus Kirsch) gegen die GEMA mobil machen, lief aber komischerweise ziemlich ins Leere. Außer im eigenen Forum folgten dann noch ein paar alternative Medien der Spur ins Absurde. Das Argumentationsgebäude von Kirsch war auch wirklich zu durchsichtig und vor allem zu dünn. Man muss darauf nicht weiter eingehen. Eingehen muss man aber auf die neue Website der GEMA. Denn da stimmt etwas nicht. Und zwar überhaupt nicht. […]

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The Art Of Flötentöne

Jetzt habe ich mich aber ganz schön in Bedrängnis gebracht. Ein bisschen war der Wunsch, an dieser Stelle täglich irgend etwas vollkommen Kluges, Tiefsinniges oder eben absolut Absurdes ins Netz zu stellen. So ein bisschen den Wind aus den Segeln der Nachrichten zu nehmen und nicht mitzählen zu müssen, wie häufig der Vorhang kam bei so einer Premiere. Ein bisschen auch die Sachen hingeschmiert sein lassen. Nun kommt die Steuererklärung dazwischen. Beziehungsweise der Umbruch der neuen musikzeitung, meines kleinen Steckenpferdes in Sachen Publizität. Die Kollegen ächzen ja unter Politik & Kultur nicht schlecht und unter der JazzZeitung, die heute, ein bisschen Werbung darf sein, online auch zu kaufen ist als PDF. Noch bevor sie gedruckt beim Leser ist. Wo war […]

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PFIFA-WC-Master – Wer macht das Rennen?

Die aktuelle Umfrage des nmz-WM-Blogs. Wer wird PFIFA-Fußballweltmeister 2014. Mitmachen und sich sinnlos freuen. [poll id=“3″] Erntelied -WM 1822 Der Sommer bleibt nicht lange mehr, Der Tag wird kürzer, die Nacht wird länger, Das Korn ist gemäht, das Feld wird leer, Es schweigen schon des Waldes Sänger. Doch eh‘ uns der Sommer ganz verläßt, So giebt er uns noch ein fröhlich Fest. Seht da! sie bringen den Erntekranz Mit bunten Bändern und Flittern, Sie eilen Alle zum fröhlichen Tanz, Die Mädchen mit den Schnittern. Und Alles tanzt und springt, Und Alles jubelt und singt: Juchheißa juchhei! Die Ernt‘ ist vorbei. [Hoffmann von Fallersleben: Kinderlieder. ]

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Man lasse es Musik regnen … – Wie die PFIFA uns musikalisch verblödet

Wir wissen seit dem Outing von Theo Geißler in der Zeitung „Politik & Kultur“, wer folgenden PFIFA-Film verbockt hat. Er selbst nämlich. Das erklärt fast alles, vor allem seine Vorreiter-Rolle beim Tippspiel. (Alte Nuss, wer hätte das gedacht.) Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren 53 Euro soll das Material für den Film gekostet haben. Aber was kostete wohl die Musik. Hat sich Theo G. einfach heimlich vor eine Tür eines Musikerziehers gesetzt und eine Fingerübung aufgenommen? Nur, wo werden solche simplen Akkordreihungen (von Fortschreitungen mag man ja gar nicht reden) überhaupt noch gespielt. In der bayerischen Provinz von Theo G etwa, zu viel Donauwasser geschluckt? Hoquetus maximus? Auch die […]

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