Musik & Leben in Donaubashingen

Eine der besten Geschichten aus dem Black Forrest. Gelesen bei Musik mit allem und viel Spaß. Kurz: mmauvs. Im Dönerladen spricht uns eine ältere Dame an: “Gehören Sie auch zu den Musiktagen?” “Ja, Und Sie?” “Nein, nein! Ich wohne hier!!” [#domt16 | Schöne neue (Musik)welt] Wer dann dem großen Mitschreiber folgen möchte, schaue bei Alexander Strauch vorbei. PS: Übrigens: Georg Friedrich Haas, der Komponist, der aus dem Darknet kam PPS: Und ein Phantom sucht eine Heimat.  

Weiterlesen

Kleiner Ratgeber für Musikkritikerinnen und Musikkritikerinnenkritikerinnen

Aus einem Ratgeber für Musikkritikerinnen anno 2016. Nichtglossenleser dürfen weiterklicken. „Ein Musikwissenschaftsstudent meint sich erdreisten zu können, in einer öffentlichen Mini-Wortmeldung ein Stück von mir eben mal runterbuttern zu können. Steigt aufs ganz hohe Ross, übersetzt aber 2 von 3 Wörtern des englischen Titels falsch, behauptet ohne jegliche journalistische Recherche, ich habe Claqueurinnen bezahlt, pickt sich willkürlich Teile des Stücks heraus, um sie dann falsch zu beschreiben, vergleicht ohne historische Kenntnis mit der Historie, das Programmheft wird natürlich auch ignoriert usw.“ Synonyme zu erdreisten: „sich anmaßen, die Stirn haben, sich erlauben, riskieren, sich unterstehen, wagen; (gehoben) sich erfrechen, sich erkühnen, sich unterfangen, sich vermessen; (umgangssprachlich) den Nerv haben, die Courage haben, sich herausnehmen; (gehoben abwertend) sich nicht entblöden.“ (Duden) Dies […]

Weiterlesen

Mysterien der Musikgeschichte: Darmstadt und die Zwölftontechnik

Es ist in der bisherigen Musikwissenschaft noch gar nicht so recht beachtet worden, man hat es schlicht bislang übersehen, aber die Zwölftontechnik ist definitiv in Darmstadt/Hessen „erfunden“ worden. Und das war so: Im Jahr 1917 hat der junge Arnold Schönberg einmal die Stadt Darmstadt besucht. Er war Mitglied des Begleittrosses der Basketballmannschaft von Rapid Wien gewesen und hat die Vereinsabende musikalisch untermalt, um den Zusammenhalt zu stärken, um Vergnügen zu haben. Im Programm von Schönberg standen dutzende Walzer und Ländler. Rapid Wien spielte in der Euro-Liga gegen die Swordlilies Darmstadt, damals eine echte Macht im Lande. Das Spiel fand traditionsgemäß in der Sporthalle am Böllenfalltor statt, in Wurfweite des Internationalen Musikinstitituts, damals unter der Leitung Theo Schäfer (Schüler von Guido […]

Weiterlesen

Die schlimmsten Musikvideos I: „Klassik airleben“

Willkommen in der Kitschhochburg Leipziger Wiese. Das fahren die Kameras über die Wiese und verbreiten gute Stimmung, zumindest das, was man in den 70er Jahren dafür gehalten hat. So rama(-mäßig) macht die Klassik gut. Dabei ist es ein Drama. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren   Man versteht es wirklich nicht, da hat man ein Orchester vor Ort, das sich zu den besten der ganzen Welt zählen darf und dann  das. Wollen die damit vielleicht das nächste Sülzburger-Festspiele-Orchester in Residenz werden. Okay, mein Fehler. Eigentlich wollte ich zweitens nämlich ein Wortspielverbot für mindestens 48 Stunden ausrufen. „airleben“ – versteht ihr? Da sind „er“ und „air“ ausgetauscht worden. „air“ steht […]

Weiterlesen

Öffentlichrechtlicher Irrtum – Vom Unmut zur organisierten Mutlosigkeit

In gewisser Regelmäßigkeit müssen wir uns hier auch immer wieder mit den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk beschäftigen. Weil er uns lieb und teuer ist und weil es sich schlecht verkauft, indem er sich intern anscheinend auch schlecht aufstellt. Am letzten Freitag war im Deutschlandfunk das Thema „Immer weniger Vielfalt: Wie Radio unseren Musikgeschmack beeinflusst“ – siehe dazu auch die Initiative des VUT gegen heavy rotation etc. Ich habe nebenbei als Tagesbegleitprogramm zugehört. Und ich bin erschrocken. Ein der Gesprächspartnerinnen, Anja Caspary, die Musik-Chefin von rbb radio eins sagte da: Danach ist die Regel: Unsere öffentlich-rechtliche Welle soll so erfolgreich sein wie der private, kommerzielle Konkurrent! Wenn das also das Ziel ist, mit dem öffentlich-rechtlicher Rundfunk gemacht wird, dann ist er in der […]

Weiterlesen

Eurovision Song Contest 2016 – Blinde Wutlosigkeit

Als letzten Samstag der European Song Contest 2016 über die Bühne ging, war eines von Anfang an klar. Das wird ein Ereignis, egal wie das Ergebnis auch lauten würde. Der Beitrag aus Deutschland kam im Ergebnis auf den letzten Platz, so haben es Jurys aus „Fachleuten“ und „telefonierende“ Bürger in Europa entschieden. Also die, die da mitgemacht hatten. Und ebenso haben diese Menschen entschieden, wer den größten Zuspruch bekommen hat. Mehr nicht! Aber das Spiel ist damit ja nicht aus. Nun wird gejammert über Modus, über Manipulationen, über die Zukunft und die Vergangenheit. „Wir“ haben verloren … Es ist zu lustig das zu lesen und es gehört zur Veranstaltung dazu. Es ist ebenso Teil des Stücks wie die Veranstaltung, die […]

Weiterlesen

Orchesterselfies – next season

Die nächste Konzert-Saison steht schon in den Startlöchern. Überall gibt es Pressekonferenzen, dass es nur so scheppert. Die Orchester stellen ihre Programme vor. Und ihre Programmbroschüren. Das ändert sich ja jeder Jahr irgendwie doch, auch wenn es alles nur so um Mahler und Bruckner kreiselt. Die Sachen machen ja auch was her. Da fällt es nicht einmal so richtig auf, wenn man etwas dazu twittert. Mit viel größerer Spannung wird erwartet, was die Orchester in der nächsten Saison so tragen. Als Publikum muss man die ja die ganze Zeit über im Konzert dann auch sehen, wenn man nicht wie Karajan mit geschlossenen Augen an die Sache geht. Und wie stellen sich die Orchester selbst dar, sozusagen im Orchesterselfie. Fangen wir […]

Weiterlesen

Entdeckungsreisen ans Ende der Kunst

Dieser Text hing seit November am Haken. Im Prinzip geht es dabei um den schönen Schein der Lebensillusionen. Früher nannte man es die rosarote Brille, druch die man sich die Welt schönsieht. Das Internet potentiert diese Illusionen, die Tellerwäscher-Zum-Millionär-Illusion, die des Heldseins-Für-Minuten. Und es scheint auch so verführerisch wie Lottospielen. Ein Spielautomat für wenige Erfolgreiche zu denen man immer auch potentiell schließlich gehören will. Nachdem ich diesen Eintrag gesehen hatte: war mir sofort klar: Irgend etwas stimmt nicht mehr. Ich kann den Satz „Veröffentliche deine Musik weltweit und werde entdeckt“ einfach nicht verstehen. Das mustergültige Versprechen, dass damit gegeben wird ist komplett sinnfrei. „Stell dich nackt auf die Straße und werde nass“. Nein: Das große Ding von heute ist also […]

Weiterlesen

Nicht nur E- und U-Musik, sondern auch G-Musik

Deutschland ist gut in Sachen Bürokratie. Für den ganzen Ärger, den man sich damit einhandelt, sollte man auch die Vorteile sehen. Alles lässt sich regeln. Für fast alles gibt es ein Gesetz. In der Musik gibt es zwar ein E- und U-Musik-Gesetz, nachdem man Anspruch auf das eine oder andere stellen kann, überhaupt spielt die Unterscheidung im realen Leben gar keine Rolle. Wenn es aber um Gewichte bei der Verteilung aus Verwertungsansprüchen geht, sie GEMA, dann kommt die Unterscheidung zum Tragen. Viele finden diese Differenzierung doof, überholt, alleingängig. Aber die GEMA lebt damit und das sogar erstaunlich konfliktfrei. Klar, es wird schon mal gestritten. Und es fühlen sich dann die einen oder anderen auch mal ungerecht behandelt. Sei es drum. […]

Weiterlesen

Freischütz: Ästhetische Rechnungsleger schlagen Rat

Die CDU hat ein Personalproblem. Mindestens in Hannover. Dort fühlte sich der kulturpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion herausgefordert, sich zur aktuellen Freischütz-Produktion des Staatstheaters Hannover zu äußern. Er war nicht gerade begeistert. In einer Pressemitteilung äußerte sich Dr. Kiamann (Studienschwerpunkt Rechnungslegung) unter anderem so: „Aber dass das German Trash Theatre nun offenbar mit dem ‚Freischütz‘ auch die Schulen in Hannover erreicht, ist in höchstem Maße befremdlich!“ [Pressemeldung der CDU als PDF] Erreicht sie dann aber eben doch nicht, weil die Aufführung erst ab 16 Jahren freigegeben ist. Was ihm dann auch auffällt und missfällt. Der staatliche Bildungsauftrag sei nicht erfüllt. In der Tat, schrieb ja schon Protagoras: „Der Lehrplan ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, […]

Weiterlesen
1 2 3 4