Schnullibacke – Das Lyrische

Nachfahre des Internets [2016]

Der Nachfahre des Internets wundert sich nicht wenig,
welche Probleme es doch mit diesen Menschen hatte.
Nun haben sie sich erledigt.

Auf der Facebook-Weide grasen die Re-Bots gerade noch die letzten Däumchenhalme ab.
Dünn fließt ein musikalisches Rinnsal aus einer teflonpolierten Wanduhr.

Ein Homöopath kriecht durch einen langen Tunnel bis an eine Wand aus Wissenslücken.

o. T. [2010]

Ohne Grippschaftsanwartung –
Pudelnde Verhaarung.

Gruppenprotokolle der Cash-Text-Dummies
Folgen in Nachtschichtarbeit im Butter-Overflow.

Krasbest in der Luft versäubert duftenden Mode-Tod.
Perektile – Helakritisch – Panzerprofile.

Wasistdenneigentlichlos? [2010]

An allen Ecken und Kanten donnert es.
Ein Schwall des Destruktiven.
Die eine Pest kommt von außen, die andere von innen.

Nicht alles Öl. Und gar nichts in Butter.

Gruss [2006]

Es schweben die Teilchen
Beim Schreiten im Land.

Bleibt man stehen,
Ist man umweht.

Manches mal
Scheint nichts mehr zu gehen.

Und dann geht es doch.

Den Tag retten [2004]

Ich wär so gerne Filosoof,
Doch bin ich dafür viel zu doof

Der Zahnarzt reinigt mir die Zähn,
Und fragt mich dann warum ich gähn.
Mein Maul sich leider weiter sperrt,
„hähä, hähä”, ich dann geplärrt.

Trivial sind diese Reime sehr,
doch merk ich es erst hinterher