Die Neodigitalen

Teufelsberg mit -zeug. Foto: Hufner

Es wird immer klarer, dass man der Gruppe der Neoliberalen eine weitere Gruppe hinzufügen muss, die man als die Neodigitalen bezeichnen wird. Hierbei handelt es sich um Influencer aus der Welt der socialen Medien, die die technischen Entwicklungen des Internets beinahe kritiklos begleitet und all diejenigen, die auf Gefahren und Probleme hinweisen, als Spielverderber ansehen. Sie springen auf jeden hypen Zug auf und fordern einen totalen Digitalisierungsschub. Das Nichtdigitale ist dagegen dem Untergang geweiht. (Irgendwie) Mitmachen ist eine unvermeidliche Konsequenz. „Den Salat hat man jetzt: Alle sind längst in der digitalen Welt angekommen, die meisten davon unfreiwillig. Das Mitschneiden menschlicher Bewegung (in jeder Form; topologisch, emotional) durch die Abspeicherung und Abbildung in unzugänglichen Datenbanksystemen verdoppelt das eigene Leben. Und bald […]

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133.827.693,80 Euro

Das ist angeblich der Preis, den die ARD für die Bundesligasenderechte im Jahr aufwendet, so meldet es die FAZ, die sich auf die taz bezieht. Wem das komisch vorkommt, der liegt nicht ganz falsch. Denn eine Transparenz unserer (!) öffentlich-rechtlichen Sender scheint in diesem Punkt nicht auffindbar zu sein. Ganz im Gegensatz dazu, wenn mal wieder ein Orchester weggespart werden soll. Da wird in die Zukunft gerechnet und dazu noch falsch. Die Intendanten, die das machen, werden dagegen hofiert und mit zusätzlichen Ämtern versehen. Aber ehrlich: Was sind schon knapp 134 Millionen Euro? Eine relativ geringe Summe, wenn man genau hinschaut. Das ist so in etwa der Personal- und Geräteaufwand bei der GEMA im Jahr. Mein Gott. Jeder Tag auf […]

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Das Ende eines musikpolitischen Musikmagazins

und die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Internets Rundfunks. Ende des Jahres geht bei taktlos ja das Licht aus, nach 18 Jahren und über 180 Sendungen, alle mit Theo Geißler in der Moderation, der nie erkrankt oder unpässlich eine Sendung zu moderieren versäumte. Die Sendung, so wie wir sie kannten, wird dann nicht mehr existieren. Über die Gründe der „Absetzung“ von taktlos und über dessen Fortsetzung haben sich von Seiten des Bayerischen Rundfunks Oswald Beaujean und Dr. Meret Forster mit folgenden Worten geäußert. „Seit 1998 haben wir in Kooperation mit der nmz sehr gerne und erfolgreich das Musikmagazin „taktlos“ im Radio gesendet, zunächst einmal im Monat, seit 2012 nur noch sieben Mal im Jahr. Die Relevanz dieser Sendung haben wir dabei nie […]

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Pandora-Büchsenfleisch – Zukunft und so

Gerade noch mit einem Autoren über Utopien nachgedacht. Die Rolladen sind runter, dahinter vermutet man nichts wirklich Gutes. Ein bisschen Pandora-Büchsenfleisch vielleicht. Victor Da brettern auch schon Nachrichten von gestern und vorgestern herein. Ungarn will eine Internetsteuer einführen. Das nenne ich klug und sozialverträglich, denn, wer das Netz nicht nutzt, kommt ja auch gut bei weg. Ohne mich da zu tief in die nutzlose Problematik einzumischen, aber wer hat die Gulaschkanone erfunden? In Brüssel hat man das zu spät gesehen. So kommt Kommissar Oettinger, unsere Politikerabgabe an Juncker und Co. zu dem Schluss, es muss eine Steuer fürs Internet her, nur wird das netter formuliert: es ist eine Abgabe für wegen Urheberrecht und so. Vor allem soll Google dafür zahlen […]

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Meisterleistung: Quart-Sext-Quartett

Musik in Filmen ist steter Grund zur Freude. Den Nichtmusikern kann es egal sein, aber „Kenner“ können sich amüsieren. So wie wahrscheinlich Chirurgen Arztserien zur Stärkung ihrer Bauchmuskulatur nutzen. Ein besonderes Exemplar der Gattung, irgendwas passt hier aber ganz gewaltig nicht zusammen, stammt aus einer Folge von Star Trek – The Next Generation. In dieser Episode aus dem Jahr 1990 wird klassisch musiziert. Mozart und Brahms. Man sieht, es ist unvergänglich, die klassische Musik des 18. und 19. Jahrhunderts. Natürlich sind die Bewegungen der Musiker ulkig, die Aufstellung des Quartetts ebenso, das Konzerterlebnis selbst ist mit Abdunkelung und so wie heute. Gewiss, die Musiker haben etwas andere Kleidung an, Love-Parade gibt es auch nich in einigen hundert Jahren. Aber das […]

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Massive Revolution in Schland, digital jezze voll gefordert

Die Tickerzeile hatte es in sich: Bund will mit Milliardenförderung digitale Revolution vorantreiben Oh, Freude, da kommt ja ein Geldsegen auf die digitale Ausgabe der nmz zu. Denn für Revolution sind wir eigentlich schon, und für eine digitale ebenso, auch wenn wir nicht genau wissen, was die sein soll. So eine Revolution bedeutet ja etwas wie Umwälzung, auch Umsturz. Wir hatten da in unserer jüngeren Vergangenheit „revolutionäre Zellen“ und so Zeug. Der Staat und das Volk liebten sie nicht so sehr. Und nun: Digitale Revolution? Soll das Internet umgewälzt werden, dessen Ökonomie, dessen Technologie. Hin zu mehr Transparenz oder mehr Personenschutz? Was ist das eigentlich: Digitale Revolution? Ich erinnerte mich sofort an Harry Lehmanns Klassiker „Die digitale Revolution der Musik. […]

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App! Napp! NapperlapApp! – Das Ende des Internets wie wir es bisher kannten

Die Post. Foto: Hufner

Ich bin fast fest davon überzeugt, dass gerade das Internet in seiner bekannten Form verschwinden wird. Zumindest für die große Maße der Netzkonsumenten. Der Gedanke, man müsse den Inhalt retten (Blogs und nutzergenerierte Inhalte zum Beispiel), um damit den Status wiederherzustellen, den Blogs einmal hatten und zu dem auch gehörte, mehr oder weniger Besitzer der Daten zu sein, zu wissen, wo sie liegen und selbst einigermaßen darüber zu verfügen, dieser Status ist eine schöne und großartige Sache – aber wohl Schnee, der sehr schnell endgültig wegtaut. Irgendwo im Netz meinte jemand, die nachwachsende Generation habe andere Ansprüche, die sie stelle und auch verwirkliche (bzw. verwirklichen lasse). Alles wahr. Alles aber unwichtig. Die Dinge, von denen als dem großen Ding sprach, […]

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