Klimawandel!

Lichterkette. Foto: Hufner

Apropos Klimawandel: Dass es den gibt, erhellt sich allein schon aus der Tatsache, wie sehr die Menschen immer weiter verdummen. (Da schließe ich mich ausdrücklich gar nicht mal bei aus.) Interessant ist, wie die These vom totalen Verblendungszusammenhang dadurch wieder neues Gewicht bekommt. Ein Spaziergang durch das Netz belegt die Situation sehr gut. Da gibt es jetzt tatsächlich so etwas wie zuckerfreie Schulen, da will man Kinder, weil sie nicht mehr sinnentnehmend Lesen können mit zwei Jahren zwangsweise in Kindergärten stecken (anstatt deren Eltern!). Das geht so quer durch die Landschaft zumindest in der Gegend, die ich noch einigermaßen überblicken kann (also Deutschland). Erkrankte Personen sollen sich künftig selbst behandeln. Nein, das müssen sie schon. Gerade im Bereich psychischer Erkrankungen […]

Weiterlesen

Baudrillard: Ende der Kunst – Nutzlosigkeit

Kunst baumlos, nach Celan. Foto: Hufner

Es gab wahrscheinlich noch nie so viel Ausdruck wie zur Zeit. Im Prinzip, ja Prinzip, drücken natürlich alle zu jeder Zeit immer etwas aus. Die Dinge sowieso, aber die Menschen in ihrer Existenz auch. Jeder Mensch ist eine Künstler, auch ohne es zu wollen. Jeder Mensch kann vom anderen als Künstler wahrgenommen werden. Noch die ganz bestimmt nicht als Kunst gemeinte Äußerung. Und sei es, dass sie sich im unsinnigen Satz äußert, etwas sei (un-)ästhetisch – oder etwas sei (un-)ästhetischer als etwas anderes. An der Kunst kommt man nicht vorbei. Aber an der Kunst kommt selbst die Kunst nicht mehr vorbei. Und das gesamte Kunstsystem. „So florieren die Kunst, der Kunstmarkt nach dem Maß ihres Niedergangs. Sie sind die modernen […]

Weiterlesen

Soziologen-Clowning … „Es erreicht Bücherschränke“ [Luhmann]

Medien. Foto: hufner

Immer wieder ist Niklas Luhmann, der Soziologe, für eine Grotestke gut. „Soll der Text Wissen werden, soll er also die noch nicht geführte Kommunikation vollenden, muß er einen Leser finden. Aber wie? Die Publikation sichert nicht, daß das Buch gelesen wird; schon gar nicht, wenn vor allem Bibliotheken es kaufen. Das Zusenden von Büchern an ‚Multiplikatoren‘ ist ebenfalls kein wirksamen Mittel, Lektüre zu erreichen. Es erreicht Bücherschränke.“01)Niklas Luhmann, Die Wissenschaft der Gesellschaft, Frankfurt 1992, S. 157. Da spricht mir einer aus dem Herzen, oder aus Erfahrung. Oder aus beidem. Und heute kann man ergänzen, im Einzel- oder Vielfall, es erreicht die Datenbank einer Suchmaschine. Dort erreicht es dann gegebenenfalls jemand anderen, nämlich den Plagiator. Fussnote(n)   [ + ] 01. ↑ Niklas […]

Weiterlesen

1929 – War alles schon mal da … [Siegfried Kracauer: Die Angestellten]

Illustrative Illustration. Foto: Hufner

Seit der erneuten Beschäftigung mit Klassikern der Soziologie und Ökonomie wird der Kreislauf, vielleicht sogar das Stilltreten der Zeit immer deutlicher. Engels Beobachtungen in England, Tocquevilles Kritik Amerikas machten das deutlich. Nun liegt Siegfried Kracauers Studie aus den 30er Jahren „Die Angestellten“ auf dem Schreibtisch. Nichts scheint sich zu ändern, nichts. „Die Angestellten müssen mittun, ob sie wollen oder nicht. Der Andrang zu den vielen Schönheitssalons entspringt auch Existenzsorgen, der Gebrauch kosmetischer Erzeugnisse ist nicht immer ein Luxus. Aus Angst, als Altware aus dem Gebrauch zurückgezogen zu werden, färben sich Damen und Herren die Haare, die Vierziger treiben Sport, um sich schlank zu erhalten. »Wie werde ich schön?« lautet der Titel eines jüngst auf den Markt geworfenen Heftes, dem die […]

Weiterlesen