Vom Elend des Modernen: Das neue Sounddesign auf Bayern 2

Sounddesign ist wichtig. Sounddesign muss sein. Es ist eine exakte Technologie, die zudem ungeheuer kompliziert ist. Im Fersehen und Radio sind Veränderung zwar nicht häufig, aber durchaus durchdringend. So wie eben auch die Sendestationen (vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk) dann ihren Stationsnamen ändern, das Logo, die Webadresse. Da ist eine Änderung an Jingles und Stationskennungen fast eine unmerkliche Änderung. Die ist aber ab und zu nötig, sagen diejenigen, die das veranlassen. Jetzt also Bayern 2: Der Jingle vor den Bayern 2-Nachrichten oder zu Beginn einer Sendung, aber auch diverse Jingles für Rubriken wurden modernisiert, sodass sie in der akustischen Tradition von Bayern 2 klingen, aber eben auch moderner. [Quelle] Genau, so wie Schumann in der akustischen Tradition Beethovens steht, nur […]

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Kulturinstitut? Die Deutsche Phono-Akademie

Durchaus mehr Kultur. Foto: Hufner

Gestern lief der großartige Film über Anna-Lena Schnabel im TV. Zur Sprache kamen dabei eigenartigen Verhältnisse beim Zustandekommen des ECHO Jazz. Ich habe in der JazzZeitung.de einiges angedeutet: Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.jazzzeitung.de zu laden. Inhalt laden Was man sich dabei immer vor Augen halten muss, ausgerichtet wird der ECHO Jazz von der Deutschen Phonoakademie. Nach eigenen Worten. Die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie e. V., ehrt mit dem Preis jährlich herausragende und erfolgreiche Leistungen nationaler und internationaler Künstler. (Quelle) Manchem kommt die Kombination schon etwas eigenartig vor. Das klingt ein bisschen wie das Freiheitsministerium von Nordkorea. Aber eben so handelt es. Wenn es kaum Honorare für die auftretenden Künstler beim ECHO […]

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Klamauk-Radio (2017) – Reichweiten

Radio Europa damals. Foto: Hufner

Man weiß es nicht, ist es nicht doch eher eine Art Drohung? Das, höre ich sagen, entscheiden doch die Hörerinnen. Wo es einen Markt gibt, gibt es auch ein Angebot. Nehmen wir einen öffentlich-rechtlichen Sender, der diesem Angebot am nächsten kommt, so fällt man zuerst auf mdr-kultur, ehemals mdr-figaro. Aus Informationen der mdr-Marktforschung wissen wir nun auch, dass man diesen Sender als trimedial auffasst. „Die trimediale Marke MDR KULTUR erzielt 2,8 Prozent im Sendegebiet. Das sind 215.000 Personen, die täglich das gehobene Kulturangebot der Welle schätzen. Mit den Werten nimmt MDR KULTUR den dritten Platz unter den ARD-Kulturprogrammen ein.“ [Quelle] Dritter Platz. Das könnte Mut machen. Oder das Gegenteil. In jedem Fall wird so geschönt, dass man einen Verlust zu […]

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Das trojanische Orchester und die Deutsche Orchesterverweigerung

opfer müssen begracht werden. Foto: Hufner

Der Clou mit dem trojanischen Pferd war ein lächerlicher Trick dagegen. Mit dem SWR Symphonieorchester hat Deutschland endlich seine eierlegende Wollmilchsau gefunden. Es ist besser als anderen deutschen Rundfunkorchester zusammen, weil auch größer und aus zwei hervorragenden Orchestern zusammengesetzt – die einen nennen es noch wehmütig fusioniert, die anderen ganz im Sinne der Wiedervereinigung von BRD und DDR ein Zusammenwachsen; da blüht eine musikalische Zukunftslandschaft heran. Und das Orchester ist auch billiger als alle anderen deutschen Rundfunkorchester zusammen. Mal ehrlich, alles schnell zusammenwachsen lassen und das ultimative Orchester aufsetzen, das geht. Und dieses Orchester ist schon mit dem ersten Konzert anerkannt. Größte Dirigenten plus größte Solistinnen spielen größte Werke des Dirigenten – der war zwar auch mal Feind dieses Zusammenwachsens […]

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133.827.693,80 Euro

Das ist angeblich der Preis, den die ARD für die Bundesligasenderechte im Jahr aufwendet, so meldet es die FAZ, die sich auf die taz bezieht. Wem das komisch vorkommt, der liegt nicht ganz falsch. Denn eine Transparenz unserer (!) öffentlich-rechtlichen Sender scheint in diesem Punkt nicht auffindbar zu sein. Ganz im Gegensatz dazu, wenn mal wieder ein Orchester weggespart werden soll. Da wird in die Zukunft gerechnet und dazu noch falsch. Die Intendanten, die das machen, werden dagegen hofiert und mit zusätzlichen Ämtern versehen. Aber ehrlich: Was sind schon knapp 134 Millionen Euro? Eine relativ geringe Summe, wenn man genau hinschaut. Das ist so in etwa der Personal- und Geräteaufwand bei der GEMA im Jahr. Mein Gott. Jeder Tag auf […]

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Musik und Gewalt – Geschlagener Schlager

So jetzts ja nicht, lieber MDR. Foto: Hufner

Der Schlager kommt vom Schlag, dem Beat. Schlagermusik ist Beatmusic. Soweit alles richtig. Künstlich hochgekocht wird das Phänomen aber nun beim MDR. Der brachte eine Sendung mit dem Titel: Vanessa Mai – Mein Herz schlägt Schlager Das ist in jeder Hinsicht ungebührlich. Seit wann schlägt das Herz wen und wenn, warum den Schlager? Was kann der Schlager denn dafür? Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Wir distanzieren uns von solcherleich Bushidoiaden im konventionellen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine veritable Schlägerei müsste jetzt folgen. Der MDR geht auf seiner Website aber nocht weiter und lässt die Bosse der Majorlabels höchstpersönlich für Referenzen antanzen: Wer ist diese Frau? „Vanessa Mai ist der Shootingstar […]

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Öffentlichrechtlicher Rundfunk – Trostloses Bild

In gewisser Regelmäßigkeit müssen wir uns hier auch immer wieder mit den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk beschäftigen. Weil er uns lieb und teuer ist und weil es sich schlecht verkauft, indem er sich intern anscheinend auch schlecht aufstellt. Am letzten Freitag war im Deutschlandfunk das Thema „Immer weniger Vielfalt: Wie Radio unseren Musikgeschmack beeinflusst“ – siehe dazu auch die Initiative des VUT gegen heavy rotation etc. Ich habe nebenbei als Tagesbegleitprogramm zugehört. Und ich bin erschrocken. Ein der Gesprächspartnerinnen, Anja Caspary, die Musik-Chefin von rbb radio eins sagte da: Danach ist die Regel: Unsere öffentlich-rechtliche Welle soll so erfolgreich sein wie der private, kommerzielle Konkurrent! Wenn das also das Ziel ist, mit dem öffentlich-rechtlicher Rundfunk gemacht wird, dann ist er in der […]

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Öffentlichrechtlicher Irrtum – Vom Unmut zur organisierten Mutlosigkeit

In gewisser Regelmäßigkeit müssen wir uns hier auch immer wieder mit den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk beschäftigen. Weil er uns lieb und teuer ist und weil es sich schlecht verkauft, indem er sich intern anscheinend auch schlecht aufstellt. Am letzten Freitag war im Deutschlandfunk das Thema „Immer weniger Vielfalt: Wie Radio unseren Musikgeschmack beeinflusst“ – siehe dazu auch die Initiative des VUT gegen heavy rotation etc. Ich habe nebenbei als Tagesbegleitprogramm zugehört. Und ich bin erschrocken. Ein der Gesprächspartnerinnen, Anja Caspary, die Musik-Chefin von rbb radio eins sagte da: Danach ist die Regel: Unsere öffentlich-rechtliche Welle soll so erfolgreich sein wie der private, kommerzielle Konkurrent! Wenn das also das Ziel ist, mit dem öffentlich-rechtlicher Rundfunk gemacht wird, dann ist er in der […]

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Mehr Vielfalt im Radio wünscht sich der VUT – Und wer noch?

Vor knapp einer Woche hat der Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. (kurz VUM, quatsch VUT, der Name änderte sich, das Kürzel blieb) mit einer Kampagne auf Twitter für mehr Vielfalt im Radio geworben. Ansprechen wollte man vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Denn diese spielen, so der VUT immer wieder das Gleiche in unterschiedlicher Reihenfolge. Und in erster Linie Repertoire der Majors Sony, Universal, Warner … Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.Mehr erfahren Inhalt laden Twitter Tweets immer entsperren Die Anzeigen der gesamten Kampagne kann man sich herunterladen und darf sie weiterverbreiten. Ich finde, der VUT hat Recht – also oft, aber auch nicht durchweg.. Das hat sogar Thomas Schäfer-Gümbel von der hessischen SPD hinter dem Ofen […]

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Aus kultur wird figaro, aus figaro wird kultur (mdr)

Damals, 2004, war man etwas verwundert. mdr kultur benannte sich in mdr figaro um. Begründet wurde das von der Hörfunkchefin Barbara Mohlsen seinerzeit so: „Der Begriff Kultur ist sehr tradiert besetzt und schafft eher eine Zugangsbarriere.” Der Begriff der Kultur wirke elitär und schrecke ab. Noch neulich führte wir bei Twitter eine kleine Diskussion über Sex, Mozart, Partner, Kultur und Figaro. Ausgangspunkt war dieser Tweet: Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.Mehr erfahren Inhalt laden Twitter Tweets immer entsperren Partnergespräche bei MDR Figaro und auch gemein, was ist mit denen die keine(n) „Partner(in)“ haben. Das fand ich verwunderlich und ich verwickelte die Twitterer in der Folge in ein Gespräch über den Begriff der Kultur und seine […]

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