Als heute gestern war

Fernsehen gestern. Screenshot

Es ist ja nur ein Bild aus einer Fernsehaufzeichnung der Nachrichten des ZDF von vor 30 Jahren. Man beachte einmal, mit wieviel Technik man damals ausgekommen ist. Ein paar Monitore auf Rollwägen. Und vor allem: Ein Schreibtisch, so wie ich auch einen Schreibtisch habe: Eckig, mit vier Beinen, unten offen. Hinten ein paar Fenster! (Ja, Fenster!!) Man kann nicht sagen, dass der Gegenstand selbst, die Nachricht, sich in den letzten 30 Jahren so sehr geändert hätten.  Das Brimborium hat zugenommen: Ausleuchtung, Interieur sind gewaltig aufgemotzt worden seither. Ist deswegen alles besser geworden? Kann man wohl so nicht sagen. Es wird Zeit für „historische Nachrichtenpraxis“.

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Höhere Mathematik

Neulich in der App einer großen deutschen Tageszeitung. Ich komme mit der Logik nicht ganz klar. Eigentlich scheint mir nur die Erklärung zu funktionieren, die darstellen kann, was das Wort „vermutlich“ hier ausdrücken soll. Nämlich eine Vermutung, die irgendwie nicht weniger, aber vor allem nicht mehr als dies ist. Welchen Sinn hat aber so eine Überschrift, die nicht mehr aussagt als: Zahl der HIV-Neuinfektionen entweder gestiegen, gleichgeblieben oder gesunken außer in Berlin, da ist die Zahl gleich geblieben. Eine Nachricht ist das irgendwie ja schon. Aber zweimal eine Nachricht? Erwarten die Redakteure allen Ernstes, dass man sich eventuell zusammenreimt, dass mit der ersten Meldung (in der Rubrik Berlin & Brandenburg stehen die Meldungen übrigens), dass in Berlin und Brandenburg die […]

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The winner takes it all [Karl Jaspers 1962] | Information und Geld

Information 1962. Foto: Hufner Information 1962. Foto: Hufner

Ab und an ist es einfach rückwirkend erhellend, wie sich früher Autoren Problemen angenommen haben, von denen man meinen könnte, sie beträfen nur die aktuelle Zeit. Karl Jaspers hatte 1962 sich Gedanken darüber gemacht, wie man mit Informationen umzugehen hat. Wem man vertrauen kann und was sie konkret bedeuten. Er klagte: „Die Überschwemmung durch Zeitungen und Bücher ist nicht zu umgehen, wenn Freiheit der Information sein soll. Man ertrinkt in der Flut, die als Masse von Unwesentlichem das Wesentliche mit hinwegschwemmt. Manche Unberufene schreiben umständlich über belanglose Sachen, schreiben, um zu schreiben. Zeitungen und Zeitschriften müssen ständig in gleichem Umfang gefüllt werden. Um so wichtiger die Namen von Rang und die bescheidenen, redlichen Schriftsteller, die man bis in die letzten […]

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