Die 60er Jahre: Edgar Wind

Die Post. Foto: Hufner

Manche Einsichten sind sehr simpel. 1963 schreibt Edgar Wind: „Machen wir uns nichts vor: Kunst ist unbequem, ganz besonders für den Künstler selbst.“01)Edgar Wind: Kunst und Anarchie, Frankfurt/M. 1994, S. 9. Schöne Grüße aus den 60er Jahren … Fussnote(n)   [ + ] 01. ↑ Edgar Wind: Kunst und Anarchie, Frankfurt/M. 1994, S. 9.

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Kunst überall, edel [Russland 1918]

Wurst, alles Wurst. Foto: Hufner

„Von heute an soll sich der Bürger, wenn er die Straße entlanggeht, in jeder Minute an der Tiefe des Denkens großer Zeitgenossen ergötzen, er soll das farbige Leuchten der schönen Freude des heutigen Tages betrachten, soll allenthalben der Musik – Melodien, Getöse, Lärm – wunderbarer Komponisten hören. // Die Straßen sollen ein Fest der Kunst für alle sein.“ (Dekret Nr. 1 über die Demokratisierung der Kunst. Zaunliteratur und Hinterhofmalerei – Vladimir Majakovskij, David Burljuk, Vasilij Kamenskij) Wenn schon alles in Umwälzung begriffen ist, dann kann man auch gleich richtig umwälzen. Die russischen Künstler saßen auf gepackten Koffern, es schienen Dinge möglich, die vorher undenkbar waren. Es war schon eine Art Stunde Null zur richtigen Zeit. In einer Zeit, als sowieso […]

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„Aufhören der Trennung von Künstler und Mensch“ [De Stijl, 1922]

Echtrecke I. Martin Hufner

„De Stijl“ hatte in Düsseldorf im Jahr 1922 seine „schöpferischen Forderungen“ in fünf Punkten zusammengefasst. Auch hier (wie beim polnischen Manifest von Bruno Jasienski), unter Punkt 5 wird ein Zusammenfallen von Künstler und Mensch gefordert, positiv gedeutet („Aufhören der Trennung“). Bei Punkt 4 findet sich ebenfalls eine nicht unbekannte Forderung: „Aufhören der Trennung von Kunst und Leben. (Kunst wird Leben.) (Applaus)“. (Schöpferische Forderungen von „De Stijl“, in: Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde (1909-1938), hg. von Wolfgang Asholt und Walter Fähnders, Stuttgart 2005, S. 275) „Kunst wird Leben“ ist dabei präzise so zu verstehen, dass nicht das Leben zur Kunst wird, also nicht das Leben zu ästhetisieren ist, d agegen aber Kunst zum Lebensgegenstand zu werden habe. Wobei sicher „Gegenstand“ […]

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