Propaganda heute – Theodor W. Adorno vor 50 Jahren gestorben

Wiesengrund. Foto: Hufner

Heute jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Theodor W. Adorno. Hans-Jürgen Schaal hat sich in der aktuellen nmz mit seinem Konzept einer “informellen Musik” auseinandergesetzt, die er bis in seine Jugend und aus ihr heraus rekonstruiert. Ein paar Sendungen im Rundfunk, die an Adorno erinnern, hat Martin Hufner gesammelt – viel ist es nicht. Da steht allerdings nicht alles drin. Zum Beispiel fehlt Michael Rebhahns “etwas andere Interview”, das man online nachhören kann und das sich eher mit kulinarischen Fragen beschäftigt. Noch mehr vom SWR finden Sie hier. Im Südosten dann: “Wer hat Angst vor Theodor W.?” von Bernhard Neuhoff auf BR-KLASSIK. “Adorno und der Jazz” hat ein kleiner Beitrag bei den Österreichischen Kolleginnen von Ö1 zum Gegenstand. […]

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Jazzweakend 2017 in Regensburg

Flüstertüte. Foto: Hufner

Als Musikkritiker hat man es nicht so leicht. Wirklich nicht. Man ist nicht recht beliebt bei den Musikerinnen und Musikern. Ist man gut zu ihnen, freuen sie sich, aber eben auch nur so lang, wie man Zitierfähiges wie „Album des Jahres“ unterbringt. Jede kleine Kritik und sei es in homöopathischer Dosis gilt schon schnell als Verriss. Und man hört die vorwurfsvolle Frage: „Was hast Du eigentlich gegen mich.“ Ein grober Verriss dagegen bedeutet: Man verstehe halt von der Sache nix. Deswegen sei man ja auch nicht Musiker sondern Kritiker.

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Horst Seehofers medienpolitischer Sondermüll

Vor ein paar Tagen soll der CSU-Horst gesagt haben: „Wir sind der Auffassung, dass die Grundversorgung auch von einer Fernsehanstalt geleistet werden könnte.“ Und zwar gegenüber der BILD-Zeitung. In dem nächsten Grundhatzsatzprogramm der CSU soll sich folgende Idee wiederfinden: „Wir streben langfristig die Beseitigung von Doppelstrukturen und die Zusammenlegung von ARD und ZDF unter einem Dach an.“ Und? Was passiert? Wie bei bestimmten anderen Parteien springen die Kommentare an, man distanziert sich hier, kritisiert dort. Und: Man nimmt das oder den ernst? Und warum? Weil er wichtig ist! Weil er Ministerpräsident in Bayern ist! Weil er die politische Treibjagd zur Bundestagswahl eingeleitet hat und man sich dazu verhalten muss – genau wie über jeden politischen Sondermüll einer anderen legalen Partei […]

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Musikalische Reproduktionstheorie: Köln Concert

Pyramiden. Foto: Hufner

Mit eher weniger Theorie als Reproduktion! Nicht lange ist es her,  da feierte man den 40. Geburtstag von Keith Jarretts legendärem Köln Concert. Es war der 24. Januar und alles lief schief, das Konzert im Opernhaus drohte zu platzen. Wäre jetzt auch nicht so schlimm gewesen, denn Jarrett war zwar schon bekannt, aber noch lange nicht der Superstar, zu dem ihn dann dieses Konzert aber mehr oder weniger freiwillig machte. Man erzählt sich so die Geschichte, dass der NDR für seine Jazzworkshops Jarrett noch günstig engagieren konnte. Tolle Aufnahmen, auch später einigermaßen live das Konzert in Hamburg mit seinen wunderbaren Zugaben. (Alles auf Tonband, alles beim letzten Umzug entsorgt. Nun hat es dann tatsächlich sogar eine komplette Transkription des Konzertes […]

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Wer deckt hier was auf, Mario?

Mit erstaunlichem Erfolg hat das RTL oder SAT1 oder so ein Sender jetzt im Programm, wo beim Namen genannt wird, was es an Steuerverschwendung in Deutschland so gibt. Kein Mensch wird bestreiten, dass dies oft und häufig genug der Fall ist. Die Sendung trägt den Titel „Mario Barth deckt auf“ – und damit beginnt schon leider der Betrug im Namen der Aufklärung. Ist Mario Barth unter die Aufklärer gegangen, die investigativen Journalisten gar? Undenkbar. Die haben gute Drehbuchschreiberinnen! Gute Kameramänner und -frauen, Cutterinnen etc. Und ein paar Figuren, die man vor den Karren setzt. Barth deckt die Dinge zu, die er an die Öffentlichkeit zieht. Im Hintergrund werkelt Präsident Holzapfel des Bundes der Steuerzahler (BdSt), also von uns allen im […]

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Gigantische Schritte (1920 / 1960 / 2000)

Längst ein Klassiker, kennt diese Animation von Michal Levy trotzdem wahrscheinlich nicht jeder. Muss man ja auch nicht. Der Film ist von 2002 und selten zu sehen (hier aus dem Cache bei Google in hoher Qualität). Denn bald nach Veröffentlichung gab es offenbar Probleme mit den Rechten an der Musik. Und das ist sehr schade gewesen. Im Prinzip wäre es möglich gewesen, sich den Film mit der Musik selbst zu synchroniseren. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.Mehr erfahren Video laden Vimeo immer entsperren Das Problem scheint aber mittlerweile behoben, der Klassiker des Jazz ist auch kein Filmklassiker – und wer sich gerne mal schwindlig spielen lassen will, kann sich eine andere Version von Giant Steps […]

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Musikalische Analyse II: Unspielbare Musik

Wenn man denkt, in der sogenannten klassischen Musik gäbe es unspielbare Musik, die so schwer zu spielen ist, dass man Scheitern müsse, der irrt. Neue Musik ist total einfach, zumal es Musiker und Musikerinnen gibt, für die es keine Hürden zu geben scheint. Und wenns mal wirklich zu schwer wird, ist das bekanntermaßen die Intention der Komponistin oder des Komponisten. Aber was eben wirklich nicht geht: Bass spielen und singen zugleich. Der Bassist Jay Leonhart hat das in so wunderbare Verse gekleidet und geradezu bis ins Göttlich-Tiefste ergründet. Als „Beweis“ ist hier ein anderer Bassist anzuführen: Steve Swallow. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Im Duell Duett mit Carla […]

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Jazz ist Philosophie

Darauf habe ich gewartet: nach der Philosophie der Fuge, der Philosophie des Grunge und den ganzen Philosophien der Musik jetzt also eine Philosophie der Jazz. Dabei wird mir doch jeder zustimmen, der einigermaßen seine fünf Sinne beisammen hat: Jazz ist Philosophie! Mittagessen ist Philosophie. Philosophie ist …, nein, … doch, ist Philosophie. Aktuell in der nmz rezensiert Reinhard Olschanski über Daniel Martin Feiges Philosophie des Jazz, den er nach Olschanski als Modellfall des Performativen untersucht. Klingt interessant? Aarrrgh. Nicht. Ich schaue da immer über meine linke Schulter ins Regal und sehe einen Haufen unverständlicher Literatur, bei der man im Dickicht der Gesprochenen hängen bleibt. Es ist schon klar, dass unterschiedliche Herangehensweisen und Gegenstände zu verschiedenen Sprachformen führen können. Um manches klar […]

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Recht & Kunst II

Ein schwarzes Quadrat vor grauem Hintergrund. Hufner

Ich glaube, es gilt ein grundlegendes Missverständnis aufzulösen. Recht und Kunst kommen nicht zur Deckung. Gerade vorausschreitende Kunst ist häufig nicht mit Mitteln des Rechts zu fassen. Offenbar sind ja Kunstgegenstände wie das „Schwarze Quadrat“ von Malewitsch oder Fountain von Marcel Duchamp nicht durch das Urheberrecht als Werke geschützt, so wenig wie John Cages 4’33“. Aber, dass es sich um Gegenstände der Kunst handelt, die auch kommunikativen Einfluss hatten, also kunstgeschichtliche Relevanz haben, dürfte allgemein außer Zweifel stehen. Punkt I – Kunst läuft dem Recht davon Aber fällt damit nicht am einen Ende das Urheberrecht aus seiner Funktion. Das Recht schützt eben Urheber, aber der Schutzgegenstand, das Werk, ist mit den Mitteln der Sprache gefasst, damit es im Rechtssystem seinen […]

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