Michel Foucault & Gilles Deleuze – Neugier \ Medien \ Information \ Bildung

Zwei Gedanken, ein Ziel? Foto: Hufner

Aus der Gegenüberstellung von zwei Passagen von Deleuze und Foucault ein paar Schlüsse ziehen. Gedanken über Vielfalt, Dummheit, Bildung, Information. Das Problem ist nicht das Rauschen, die Vielfalt, sondern die Einfalt und die Leere in der Fähigkeit zu urteilen. Der Entwicklung der menschlichen Urteilskraft steht nicht Masse der Informationen entgegen sondern ein falscher Begriff der Bildung von Menschen. Aufklärung braucht Klärung. Das Altern der Kommunikation. Erinnerung an einen Absatz Deleuze. „Die Dummheit war noch nie stumm oder blind. Das Problem besteht nicht darin, die Leute zum Reden zu bringen, sondern ihnen leere Zwischenräume von Einsamkeit und Schweigen zu verschaffen, von wo aus sie endlich etwas zu sagen hätten. Die Mächte der Unterdrückung hindern die Leute nicht am Reden, im Gegenteil: […]

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The winner takes it all [Karl Jaspers 1962] | Information und Geld

Information 1962. Foto: Hufner Information 1962. Foto: Hufner

Ab und an ist es einfach rückwirkend erhellend, wie sich früher Autoren Problemen angenommen haben, von denen man meinen könnte, sie beträfen nur die aktuelle Zeit. Karl Jaspers hatte 1962 sich Gedanken darüber gemacht, wie man mit Informationen umzugehen hat. Wem man vertrauen kann und was sie konkret bedeuten. Er klagte: „Die Überschwemmung durch Zeitungen und Bücher ist nicht zu umgehen, wenn Freiheit der Information sein soll. Man ertrinkt in der Flut, die als Masse von Unwesentlichem das Wesentliche mit hinwegschwemmt. Manche Unberufene schreiben umständlich über belanglose Sachen, schreiben, um zu schreiben. Zeitungen und Zeitschriften müssen ständig in gleichem Umfang gefüllt werden. Um so wichtiger die Namen von Rang und die bescheidenen, redlichen Schriftsteller, die man bis in die letzten […]

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Manifeste Geschwätzigkeitsleere [Zum Internet-Manifest von 2009]

Nicht schön. Manifest. Foto: Hufner

In gewissem Sinne fühlt man sich an bestimmte Stellen aus der sozialphilosophischen Literatur erinnert, wenn man sich durch den Strudel der Publikationen im Internet hindurchwühlt. Insbesondere an die „Dialektik der Aufklärung“ mag man da leicht denken können. „Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils.“01)Band 3: Dialektik der Aufklärung: Begriff der Aufklärung. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 1107 (vgl. GS 3, S. 20) http://www.digitale-bibliothek.de/b…  Und so ähnlich ist es mit dem Wissen. Das verbreite sich jetzt nämlich ungehemmt und in vielen Tönen und Tönungen. Es wird geschrieben wie vielleicht niemals zuvor in der […]

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Politik: Vertrauen und Gemeinheit [Karl Jaspers]

Vertrauen im Gewirr. Foto: Hufner

Moe verweist auf eine „Pro-Hartz Anzeige einiger „Prominenter Deutscher“ in der kommenden SZ. Unter ihnen Leute wie Flimm, Luepertz, Grass, Glotz, selbst den Rechtsphilosophen und -gechichtler Uwe Wesel (den ich im Gegensatz zu den andern immer sehr geschätzt habe). Angeblich wird da drin stehen etwas wie: „Wir, die Initiatoren dieser Anzeige, wählten und wählen ganz unterschiedliche Parteien. Wir arbeiten in diesem Land, wir bezahlen Steuern in diesem Land, wir bekennen uns zu diesem Land. Wir haben das Jammern über Deutschland satt.“ Aber ich möchte den gar so gescheiten Herrschaften ein paar Worte ihres Kollegen Karl Jaspers mitgeben, die er in einem Aufsatz mit dem bezeichnenden Titel „Werden wir richtig informiert?“ 1960 dem sog. freien Deutschland mit auf den Weg gab. […]

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