Kalibrierung der Gesellschaft – Wiedervorlage

Hinter Gittern. Foto: Hufner

Man kann seinen Monitor mit einigen Mitteln kalibrieren. Dazu nimmt man wohl am besten ein System, welches einen Sensor hat, der die Farben prüft. Rot ist dann Rot, Grün Grün, Blau Blau und Grau Grau. Was das Kalibrieren nicht bringt, ist, ob das was auf dem Bildschirm an Bildern sich zeigt, ein gutes Bild ist. Es ist nur ein technisches Mittel, ein quantitatives Mittel, kein qualitatives. Das weiß jeder, der dieses Mittel nutzt, oder er sollte es wissen. Das Kalibrierungssystem macht keine Inhalte. Wenn man sich auf die Situation der Gesellschaft bezieht kann man die Politik, so wie sie heute betrieben wird auf diese Funktion reduziert sehen. Nur, dass es hier nicht um Monitore oder andere Ausgabegeräte geht sondern um […]

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Soziale Medien als Elfenbeintürme der Gesellschaft

Die Straße, die es nicht mehr gibt. Foto: Hufner

Immer häufiger hört man in Radio, Fernsehen und natürlich auch im Netz davon, dass irgendwer irgendwas auf einer sozialen Plattform wie Twitter oder Facebook gesagt habe. Politikerinnen müssen da aufpassen, alle müssen da aufpassen. Ein Shitstorm droht allerdings nur denen, die unter dauernder Beobachtung stehen oder wenn diese dann von Leuten gesehen werden, die unter dauernder Beobachtung stehen. Personen kann man auf diese Weise bis zu einem gewissen Grad geradezu ruinieren, aber nicht das Ganze – allenfalls dort, wo sie für das Ganze selbst stehen. Das meiste verpufft. Das meiste ist ja auch dünne Luft. Da schließe ich mich nicht aus. Aber ich bin schon irritiert, jeden Tag mehr, wie sehr zwei Plattformen eine Öffentlichkeit technisch herstellen können und diese […]

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Sennett und die Ratlosigkeit

Der Finanzminister hört zu. Foto: Hufner

Richard Sennetts reichhaltiges Buch “Respekt im Zeitalter der Ungleichheit” (Berlin 2003) ist eine schöne und komplexe Studie zur Frage der Herstellung von Respekt und seiner Verwirklichung bzw. seiner Verhinderung. Zahlreiche Schilderungen einzelner Phänomene, autobiographischer Art wie aus der Welt der weiten Soziologie und Politikwissenschaft, werden angeführt, analysiert und im historischen Kontext begriffen. Ein Buch, welches dennoch mehr Fragen hinterlässt als Erklärungen. Solange Sennett im historischen Kontext bleibt, ist eigentlich immer alles sehr klar und nachvollziehbar. Geht es um die Gegenwart werden Sennetts Fragestellungen immer ratloser. Das ist nicht ungewöhnlich und man muss es nicht als Manko auffassen. Dadurch bleibt es anregend und diskussionswürdig. Seine Schlussfolgerung am Ende des Buches zeigt die Freude und die Hilflosigkeit gleichzeitig: „Wenn ich aus meiner […]

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Biedermann und die Brandschützer

Seine Kulturpolitik in Unschuld waschen. Foto: Hufner

Es werden noch Wetten angenommen. Welches Theater, welcher Konzertsaal wird als nächster dichtgemacht: Die Brandschützer sind unterwegs. Die einen machen es, weil urplötzlich der potentielle Theaterbesuchertod wegen ausbrechenden Feuers droht. Die Angst ist unwohlbegründet! Wie wird Gustav Mahler gerne zitiert „Tradition sei die Weitergabe des Feuers, nicht das Hüten der Asche“. Das ist wirkt unter den gegebenen hochirrationalen Zeiten genau wie damals, als der Komponist Pierre Boulez damit drohte, Opernhäuser in die Luft zu sprengen. Kunst ist ja echt unheimlich supergefährlich! Aber zunächst einmal fing kurz vor der Uraufführung von John Cages „Europeras“ im Frankfurt der 80er Jahre unter den Dramaturgenfingern von Hein-Klaus Metzger und Rainer Riehn dessen Opernhaus Feuer. Das wollen wir nicht, das brauchen wir nicht. Wir haben […]

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Akt-Aufnahme I Langweiliges Fotto – Dosenleid

Die Dose, die wir sind. Foto: Hufner

Man kann den Traffic einer Seite erhöhen, selbst wenn man es nicht will; einfach so aus Spaß. Zum Leben eines “guten” Fotografen gehören irgendwann auch einmal Aktaufnahmen, oder wie der Pofel sagt: Nacktaufnahmen. Wenn das Geld für einen Selbstauslöser nicht reicht und man selbst als Model einfach nicht ins richtige Licht findet, dann müssen Modelle her. Die freilich sind auch nicht immer ganz günstig zu beziehen. Eigentlich sind sie eher ein Umstand denn ein Linsenobjekt. Außerdem stimmt sowieso das Licht nie und nimmer. Das leidige Kunsturhebergesetz sowie Persönlichkeitsrechte setzen weitere Schranken. Aktbilder von Gummibärchen hatte ich schon hinter mir, da hieß es zu neuen Ufern aus- und aufbrechen. mein schultheisz hält die dose sich über dem bauch und streichet den […]

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