Kritik und Foto

Bolland'sche Bierbrauerei Regensburg. Foto: Hufner

Gerade habe ich im Blog von kwerfeldein (Foto-Magazin) einen Text über das ultimative Foto gelesen, das es ja nicht gibt. Insofern ist Kritik eine natürliche Sache. Das ist in anderen Bereichen der Kunst nicht anders. Kritik gehört zur Kunst. Martin Gommel führt dabei einen Haufen von „kritischen Bemerkungen“ an, die sich in Kommentaren zu Fotos im Blog befinden. Und er zeigt an, dass es mit dem Niveau der Kritik selbst nicht unbedingt zum besten gestellt ist. Dem will ich nicht widersprechen. So wieder jeder heute fotografieren (Fotos machen) kann, kann auch jeder kritisieren. Das Phänomen scheint mir aber ein anderes zu sein. Die Fotografie ist selten Kunst, sondern meistens Zeugnis eines Moments – was manchmal zusammenfällt. Meistens jedoch nicht. Bilder […]

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Fotografie ist keine Kunst

Die Kunst, kein Haus zu bauen. Foto: Hufner

Warum eigentlich sowieso alles ziemlich wurscht ist, weil sich alles schneller ändert, als man denken kann. Negative züchten sich noch bevor sie sich manifestieren. Photographie ist keine Kunst. Mit den neuen Medien ist Photographie überall und immer. Wir überschwemmen die Welt mit Abbildern von Kurzmomenten. Die Chemie allein wandelte sich in digitale Arbeitsprozesse der Manipulation, die ihre Herkunft nicht unterschlagen haben: Abwedeln, Retuschieren, Härtegrade des photographischen Papiers simulieren … Über das Internet vervielfältigt sich jeder Moment in bis zu millionenfacher Reproduktion. Und bleibt eben doch häufig ein flüchtiger Moment, der wieder aus dem Wahrnehmungsfeld so schnell herausfällt wie er in ihr mit großer Unwahrscheinlichkeit erschienen ist. Gleichwohl bleibt die Manipulation. Während man früher die Wirklichkeit zur Wahrheit verfremdete, entfremdet man […]

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Kunst und Mensch (Bildkritik)

Jazz- oder Auto-Festival. Foto: Quelle neue musikzeitung (Spahrbier)

Brummbrummbrumm. Der Jazz geht um. Ich habe lange nachdenken müssen, bis mir der tiefgreifendere Sinn dieses Bühnenaufbaus aufgefallen ist. Es handelt sich um eine aufgeklärte Veranstaltung. Als Besucher wird man nicht bevormundet, welche Bühnen man sein Augenmerk schenken möchte. Links die stillgestellte Variante, die gezähmte Vision einer Welt der Mobilität, der Freiheit schlechthin: Das Auto. Der Gott unserer Eltern, vielleicht sogar unser eigener. Rechts ungeordnetes Gezappel, Lichtergefunkel, wahrscheinlich mit gewissem akustischen Terror versetzt: Eine Jazzveranstaltung. Davor dennoch ein bisschen eingezwängt, zwischen Absperrungen, ein Hör- und Sehvolk, das wie in einem Trichter zur Musik ausgerichtet wird. Die Attraktivität geht nicht von der Bühne mit dem Auto aus (Hamburg Süd). Man könnte glatt Mitleid empfinden mit diesem Metallwesen, das minimal mit einem Scheinwerfer im Kasten […]

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