Minimal und repetitive Musik – Das Goeyvaerts-Genom

Minmal - Geburt. Grafik: Hufner

Vor einiger Zeit habe ich über das Krenek-Genom nachgedacht und ihn mit der Erfindung der Musik von Phil Glass in Verbindung gebracht. Heute gibt es eine neue Findung: Karel Goeyvaerts „Composition No. 4“ aus dem Jahre 1952 mit der er die Phasenschiebe-Musik von Steve Reich vorwegnimmt! Und keiner hats gemerkt. Zuerst dachte ich dabei: Okay, dass das noch niemandem aufgefallen ist, erstaunt mich jetzt doch sehr, wo doch Goeyvaerts doch so ziemlich alles erfunden hat, was man musikalisch erfinden kann. Allem voran die „Serielle Musik“ mit seinem Stück für zwei Klaviere. Worüber man auch mal nachdenken könnte übrigens. Während um 1925 die Streichquartette nur so aus dem Boden spriessten, sind es zwischen 1948 und 1955 Stücke für Klavier (eins, zwei […]

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Das Krenek-Genom – Die Erfindung der Musik von Phil Glass im Jahr 1923

Repetitive Musik aus dem Quartett Kreneks. Foto: Hufner

Es ist ein paar Jahre her, da hat mir Reinhard Schulz eine CD-Kassette mit den Streichquartetten von Ernst Krenek überlassen. Man muss dazu wissen, ich war in den 90er Jahren in Folge bestimmter Texte Adornos zum Fan der Musik Kreneks geworden. Die beiden ersten Streichquartette kannte ich schon recht gut, ebenso wie die beiden krachenden ersten Sinfonien. Ich hörte also auch das „Spätwerk“, alles was nach dem Urschrei der zweiten Sinfonie folgte zumindest mit Neugier und Interesse. Dabei berichtete ich Schulz vom Beginn des vierten Quartetts. Die ersten 25 Sekunden! Das hörte sich doch wirklich an wie Phil Glass, ein halbes Jahrhundert später. Diese furchtbaren Wechselnoten (siehe Metamorphosis für Piano von Glass)  plus die Harmonik von fast überall nur nicht […]

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