AfD contra Hölderlin

Untersuchungen am Konzept. Foto: Hufner

Die AfD ist mit ihrem Antrag, Deniz Yücel von der Bundesregierung rügen zu lassen, da er angeblich ein Deutschlandhasser sei, gescheitert. Nun probieren sie es eben mit Hölderlin. Der ist auch zu rügen. Beweis: Hyperion an Bellarmin So kam ich unter die Deutschen. Ich foderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden. Demütig kam ich, wie der heimatlose blinde Oedipus zum Tore von Athen, wo ihn der Götterhain empfing; und schöne Seelen ihm begegneten – Wie anders ging es mir! Barbaren von alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark zum Glück der heiligen Grazien, in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede gutgeartete […]

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Die beste Geigerin der Welt [Bild] und die deutschen Kernkompetenzen

Anne Sophie Mutter in der Sonder-Bild!

Zur Feier des Tages hat die Springerpresse eine Sonderausgabe ihres journalistischen Hauptwerkes unter die Leute gebracht. Wie es sich gehört: kostenlos. Ein Geschenk. Und so liegt es dann auch zerknittert im Briefkasten – es hat die Luftfeuchtigkeit des Tages schon in sich aufgesogen. Ganz weich! Ganz bunt! Und sofort als solche zu erkennen. 65 Jahre von irgendwas. Rente ab jetzt für alle oder so ähnlich. Weil aber diese Zeitung ein Kulturblatt ist, widmet sie auch zwei Seiten der Musikkultur. Nämlich Seite 8 und 9. Genau genommen deren obere Hälfte. Denn geschenkt ist nichts. Unten stehen Anzeigen auf der Seite. Musikkultur, das heißt: Anne-Sophie Mutter. Die ist nämlich nach Ansicht der Autorin des fulminanten Artikels, Lien Kaspari, die beste Geigerin der Welt […]

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„Chancen für den freundlichen Deutschen“

Pfütze der Höflichkeit. Foto: Hufner

Es gehört vielleicht zu den ganz besonderen Eigentümlichkeiten, insbesondere bei den Deutschen, dass sie sich in fast jeder Situation als zu kurz gekommen auffassen. Egal wo, immer benehmen sich vor allem die anderen falsch. Im Verkehr, im Beruf, in der Schule, der Kultur, im Sport. Und in der Politik und Bildung. Es ist einigermaßen nicht nachvollziehbar, woher dieses Ohnmachtsgefühl stammt. Obwohl, ein Ohnmachtsgefühl ist es ja gar nicht, sondern eher eines des permanenten Neids. Da kann man machen, was man will. Ist man zu zuspitzend, gilt man als unausgewogen; ist man ausgewogen, gilt man als nivellierend. Es scheint kein Glück darin zu liegen, im Federkampf um Solidaritäten. In vielem Gesagtem ist vieles nicht gesagt, aber doch immer ist etwas gemeint. […]

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Das Wunder von Baden-Baden

Quelle SWR4

Um den Schlager scheint es nicht gut bestellt zu sein. Vor allem nicht um seine einzige noch real existierende Form, den deutschen. Wir brauchen wieder einmal jemanden, der sich dazu bekennt, öffentlich, lächelnd. Ja zum deutschen Schlager – mit dieser aufregenden Werbekampangne versucht sich der SWR in Baden-Baden und treibt zu diesem Zweck Landesväter (Beck – das SPD-Wunder), Landesmütter (Dagmar Berghoff – das Nachrichten-Wunder) und Landesfußballer (Horst Eckel – vom Berner Wunder) auf Bussen des öffentlichen Nahverkehrs durch die Straßen wie die sprichwörtliche Sau. Dem werden sicherlich bald andere Anstalten öffentlichen Unsinns folgen mit einem beherzten „Ja zur deutschen Sinfonie“, einem „Ja zu deutschen Dirigenten“ – siehe dazu auch die aktuelle Ausgabe von „Crescendo – dem Klassikmagazin“ wo Claudia Elsässer […]

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