Was ziehen Sie vor Musik oder Wurstwaren?

Mensch und Flugzeug. Foto: Hufner

Oder etwa Flugzeuge? Hätte Erik Satie bereits gewusst, was wir heute alle wissen, dass der Unterschied zwischen Musik und Wurstwaren ein eher gradueller ist, hätte man sich viel ersparen können in dieser Welt, die gerade durch den Taschenrechner gezogen wird. Denn alles hat jetzt seinen Preis. Das Forum der Musik-Festivals hat erkannt: Man ist systemrelevant. Warum? Weil man 600 Festivals sein eigen nennt, weil man 400 Mio. Euro Umsatz generiert. Zum Vergleich: die Fleischindustrie kommt gerade mal auf 42,5 allerdings Mrd. Euro im Jahr. Der Umsatz im Schlachterei- und Fleischverarbeitungsgewerbe in Deutschland lag zuletzt bei rund 42,5 Milliarden Euro. Der Anteil der Fleischverarbeitung lag bei rund 22 Milliarden Euro, der Rest entfiel auf das Schlachtgewerbe. In der Fleischverarbeitung gab es […]

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Rat-, hilf- und trostloser Musikindustrie-Beirat – ECHO Pop

Wolfgang Börnsen. Beiratssprecher. Foto: Hufner

Nach 2013 hat der ECHO Pop auch dieses Jahr wieder ein Problem. Ging es vor fünf Jahren um die Gruppe Frei.Wild, die nominiert war, was teilweise unter den Mitnominierten zu Übellaune führte, ist es in diesem Jahr Farid Bang und Kollegah. Es ist klar, dass in der Popmusik nicht immer alles nach heiler Schlagerwelt klingt und tönt – und textet. Es geht da auch schon mal „zur Sache“. Und eben auch darüber hinaus. Präzise wurden Künstler nominiert, bei denen aktuell die Textzeile „Mein Körper definierter als vom Auschwitzinsassen“ auftaucht. Eigens für diese Zwecke hat sich der Bundesverband Musikindustrie [BVMI], die den ECHO betreibt, einen Beirat geschaffen, der unabhängig von Weisungen sich in Problemfällen dazu äußern soll, ob die nominierten Künstler […]

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Falsche Angst vor der AfD – Panik im Kulturbereich?

Pilzkultur im Wald. Foto: Hufner

Seite einiger Zeit kursiert im Internet eine Unterschriftenliste mit der einige Initiatoren wie der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Musikrat und Personen wie Iris Berben den Ältestenrat des Deutschen Bundestags auffordern, den Vorsitz für den Bundestagsausschuss zu Kultur und Medien nicht einem Vertreter oder einer Vertreterin der AfD zu überlassen. Gerade der Kulturausschuss sei ein besonders sensibler Ort, dessen Vorsitz auf keinen Fall in die Hände der AfD fallen dürfe. „Es darf nicht passieren, dass beim Kampf um Einflusssphären die AfD an einer der sensibelsten, wichtigsten Stellen unseres parlamentarischen Systems ihr nationalistisches Gift in die Debatten injiziert: Der deutschen Kulturpolitik.“ [Quelle: kulturausschuss-schuetzen.de] Die Aufregung ist groß, der Zuspruch ebenfalls; man traut sich da fast schon nicht, Einspruch zu erheben. Die Liste […]

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Tropfen auf den kalten Stein: Bundesfonds für zeitgenössische Musik

„Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul.“ Mit den Sprichworten hat es so etwas komisches – sie versprechen manchmal Glück, wo sie Unglück produzieren. Gestern gab die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, die Einrichtung eines neuen Förderfonds für zeitgenössische Musik bekannt. Jährlich stünden demnach  1,1 Mio Euro jährlich (wie lange eigentlich) zur Vefügung. Entscheiden soll darüber eine Fachjury, die wahrscheinlich von sieben Verbänden und Einrichtungen ausgewählt werden wird. Dazu gehören: Dazu gehören der Deutsche Musikrat, der Deutsche Komponistenverband, der Deutsche Tonkünstlerverband, die Gesellschaft für Neue Musik, die Union Deutscher Jazzmusiker, die Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik und die Initiative Musik. Und natürlich sind zuvor Förderkriterien zu entwickeln. Viel Zeit bleibt dafür nicht. Die Hälfte des Jahres 2016 […]

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Positiv Denken – Rundfunkchor Berlin, Musikrat, Xanaidoo, Basel und ein Sandmännchen

Man muss aufpassen, dass der Sperrsitz nicht wie bei Stadler und Waldorf aus der Muppetshow zum Moserplatz vergammelt. Also müssen mal positive Nachrichten her. Rundfunkchor im ausgesetzten Streik Dazu gehört, dass David Stingl für den Rundfunkchor Berlin ein Streikblog betreibt. Der Streik ist zwar seit langem ausgesetzt, aber er droht durchaus. Dafür können die Sängern und Sängerinnen zwar nicht auf die Infrastruktur der Deutschen Bahn zurückgreifen, im Gegenteil, sie machen von sich Reden durch die Amerikatour mit den Berliner Philharmonikern. Und sorgen dort für Freude und Begeisterung. Hier, in Deutschland, wird ihre künstlerische Leistung auch nicht bestritten. Aber von Amts wegen legt man ihnen Steine in den Weg, setzt sich die Maske des Überrumpelten oder Dummen auf. Schiebt den Chor […]

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Praktikum und Praktigeh – Praktikanten sind der Sargnagel der Kultur

Hochrangige musikalische Institutionen haben hohe moralische Ansprüche. Sie vertreten große Interessengruppen, sie müssen die Dinge besser machen als alle andere. Vorbildliches Verhalten ist nötig. Zum Beispiel beim Spitzenverband der Musik, dem Deutschen Musikrat. Auch bei der Honorierung von Praktikanten. Der hatte sich kürzlich in einem Newsletter zum Thema Mindestlohn geäußert: Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates:

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Deutscher Samba

Auch der Deutsche Musikrat kommt nicht ganz an der WM vorbei. Er führt den „Tag der Musik“ durch, dessen Zentrum vom 13. bis 15. Juni liegt. Das Motto lautet in diesem Jahr „Anpfiff für die Musik“ und schlägt eine Brücke zum Sport: Die Fußballweltmeisterschaft wird am 12. Juni 2014 in Brasilien eröffnet. Sportliche und musikalische Höchstleistungen sind also zu erwarten. Vor allem aber zu bewundern ist die logistische Leistung und die neue Realitätsnähe des Deutschen Musikrates. Nach dem Eröffnungsspiel und vor dem ersten Spiel der deutschen Auswahl hofft man so vielleicht doch auf Fanmeilen-Abtrünnige.

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Preisverfallen – Stalin-Orden für die Musikräte

Gemeinsame Sache: Dieter Gorny und Hans Bäßler. Foto: Hufner Gemeinsame Sache: Dieter Gorny und Hans Bäßler. Foto: Hufner

Sie sind dem Preis verfallen. Das Bundesjazzorchester erhält den ECHO Jazz, Jugend musiziert erhielt den ECHO Klassik. Auf beiden Websites prangt jetzt ein hübsches (?) Logo mit dem Titel: Deutscher Musikpreis. Deutscher Musikpreis, das klingt aus den Ohren der Musikindustrie etwas anders, eher nach Stalin-Orden. Den ECHO vergibt die Kulturorganisation der Musikindustrie, die Phono-Akademie. Und wer ist Präsident des Kuratoriums der Phono-Akademie: Der geschätzte Hans Bäßler, Musikpädagogik-Prof. in Hannover, zugleich Vize-Präsident des Deutschen Musikrates (der wiederum das Bundesjazzorchester und Jugend musiziert) ausrichtet. Wer ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. und auch Vizepräsident des Deutschen Musikrates? Ein alter Bekannter: Dieter Gorny. Es ist klar, dass nicht Bäßler und Gorny die jeweiligen Einrichtungen des Musikrates für den Preis ausgewählt haben. Da wird […]

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Abschaffung der Künstlersozialkasse [2008]

Bild. Foto: Hufner

Gestern berichtete der Deutsche Kulturrat über eine ungeheuerliche Entwicklung. Danach bestreben es einige Bundesländer, die Künstlersozialversicherung abzuschaffen oder zumindest zu reformieren. Hingewiesen hat mich darauf allerdings der Siggi Becker. Der Deutsche Kulturrat schreibt: „Klammheimlich, versteckt in einer Empfehlung (Bundesratsdrucksache 558/1/08 vom 08.09.2008) zum ‚Entwurf des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz)‘ (Bundesratsdrucksache 558/08) haben der federführende Wirtschaftsausschuss, der Ausschuss für Frauen und Jugend, der Ausschuss für Innere Angelegenheiten sowie der Finanzausschuss des Bundesrates mit den Stimmen der genannten Länder beschlossen: ‚Der Bundesrat fordert, dass die Künstlersozialversicherung abgeschafft oder zumindest unternehmerfreundlich reformiert wird.‘ Die Reaktionen darauf von ver.di, Deutschem Kulturrat und dem Deutschen Musikrat ließen nicht lange auf sich warten. „Die gestern von vier Ausschüssen […]

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Killerspiele und Musikrat

Krähe- Foto: Hufner

Der Deutsche Musikrat moniert den Umgang der Gesellschaft mit so genannten Killerspielen. Heute hat er sich dazu geäußert. Sanktionen allein seien nicht der Weisheit letzter Schluss. „Insbesondere aktives Musizieren“, sei, so liest man dort, „die beste Schutzimpfung gegen Verrohung und Gewalt.“ Ob das so stimmt, sei mal dahingestellt. In der Regel jedenfalls schadet aktives Musizieren auch nicht und häufig genug zeitigt es auch wohltuende Nebeneffekte. Dazu braucht man keine vielen Untersuchungen. Das ergibt sich aus eigener Erfahrung. Man kennt aber auch aktives Musizieren, welches nicht weit vom durchgeführten Mobbing entfernt ist. Musik kann viel und Musik kann wenig. Auf jeden Fall kann man sie für zahllose Ziele einsetzen. Aber Schutzimpfung, das ist vielleicht doch etwas weit hergeholt. Die Sache wäre […]

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