Wegwerfästhetik – Tränen und Rotz = Trotz

Dein Softie, Deine Musik. Produktwerbung auf einem Produkt. Foto: Hufner

Es ist eine Ewigkeit her, da habe ich auf der Dult in Regensburg dieses Päckchen mit Taschentüchern geschenkt bekommen. Eine Werbung für den privaten Radiosender Gong FM (gibt den noch). Ein Wortspiel mit unendlichen Verbindungen der Interpretation. Softie und Softies (andere Taschentuchmarke). Aber wie man die Sache auch dreht, da fasst ein junger Mann einer jungen Frau unter das Selbstgestrickte. Die Hosenreißverschluss der jungen Frau ist geöffnet und gibt den Blick frei auf Netzstrumpfhose und Slip. Der Mann hält den Kopf der Frau (vermutlich) sanft in seiner Hand. Die Blicke der beiden treffen sich. Ein Armreif, das Strickshirt, die Weste sollen wohl suggerieren, dass es hier um ein bisschen etwas wie Hippieeskes geht. Platsch „Dein Softie“ draufgebappt. Mein den Inhalt, […]

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Das musikalische Materialermüdungsinstitut in Teltow

Untersuchungen am Konzept. Foto: Hufner

Soll ich jetzt die Berufung auf die Professur für Weltallmusik an der  Universität Gardelegen annehmen oder doch weiterhin Abteilungsleiter im Bereich Materialermüdung am Bundesinstitut für Neue Musik in Teltow bleiben? Material-Yoga Ich meine, ist es wirklich das Ende meines musikalischen Lebens, Kompositionen von beispielsweise Moritz Eggert, Johannes Kreidler, Gordon Kampe oder Sarah Nemtsov auf Ermüdungsbrüche hin zu untersuchen. Sie allesamt einem Stresstest zu unterwerfen. Ich finde das ziemlich langweilig. Vor kurzem erste sind dazu die neuen Leitlinien des Bundesinstituts für kritische Ästhetik aus Freiburg veröffentlicht worden. Da steht dann wirklich drin, dass ja längst noch nicht alle Elemente des Klanges gefunden worden seien, man also vor Überraschungen nicht sicher sein könne. Musikalisches Material, sagen sie, sei prinzipiell unendlich. An den […]

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Was weiß die Kunst über mich

Personalisierte Musik. Personalisierte Masse? Gibt es das? Foto: Hufner

Vor einiger Zeit lief auf ARTE eine Dossier zum Thema „Daten“ und deren Nutzung, Anwendung, Kritik etc. Im Gesundheitswesen und bei Mario Sixtus‘ Beitrag über Gesichtserkennung – und was die Datensammler über einen wissen. Ja, was sie möglicherweise mehr über einen wissen als man selbst. Dass sie sogar zukünftiges Verhalten ermitteln werden können. In dem Moment kommt dem Begriff des Authentischen eine eigenartige Bedeutung zu. Man ist auf der einen Seite selbst anscheinend weniger authentisch als die Daten, die es über einen gibt. Der Gedanke, sich zu verstellen, um den Daten Fallen zu stellen, scheint aussichtslos. Man bleibt stets weniger als man selbst. Man wird sogar langsam zu der Person, die man sein soll. Das Netz weiß mehr. Es kann […]

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