Massive Revolution in Schland, digital jezze voll gefordert

Die Tickerzeile hatte es in sich: Bund will mit Milliardenförderung digitale Revolution vorantreiben Oh, Freude, da kommt ja ein Geldsegen auf die digitale Ausgabe der nmz zu. Denn für Revolution sind wir eigentlich schon, und für eine digitale ebenso, auch wenn wir nicht genau wissen, was die sein soll. So eine Revolution bedeutet ja etwas wie Umwälzung, auch Umsturz. Wir hatten da in unserer jüngeren Vergangenheit „revolutionäre Zellen“ und so Zeug. Der Staat und das Volk liebten sie nicht so sehr. Und nun: Digitale Revolution? Soll das Internet umgewälzt werden, dessen Ökonomie, dessen Technologie. Hin zu mehr Transparenz oder mehr Personenschutz? Was ist das eigentlich: Digitale Revolution? Ich erinnerte mich sofort an Harry Lehmanns Klassiker „Die digitale Revolution der Musik. […]

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Alternative für Happy Birthday

Diese verdammten Amis! Seit Jahren machen sie unsere europäische Kultur kaputt. Fast Food, Kreditarte, Internet, Jazz, Popmusik, Rock ’n Roll. Das hat sich offenbar auch die Vorsitzende der AfD in Sachen, Frauke Petry, gedacht. Alternative für Deutschland, Alternative für was? Die suchen keine Alternative für Deutschland sondern für Nicht-Deutschland. Zum Beispiel für den Geburtstags-Klassiker „Happy Birthyday“. Darüber berichten die Gazetten, ob FAZ oder WELT. „Wir treten dafür ein, dass die deutsche Sprache gepflegt wird“, soll sie in der BLID-Zeitung gesagt haben. Ob sie damit des Pudels Kern getroffen hat? Ich fürchte: eher nicht. Denn auch in deutscher Sprache kann man ganz schön viel Mist pflegen. Es ist ja nicht so, dass in bestimmten Zeiten des Deutschen Reiches gut in deutsch […]

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GEMA vs. Urheber – 7:0

Neulich wurde ich angefragt, ob ich für eine Publikation der GEMA, nämlich der Zeitschrift „virtuos“, ein Foto zur Verfügung stellen könnte und welches Honorar ich dafür verlagen wollte. Die Auflage betrüge 65.000 Exemplare plus digitale Version in ungenannter Höhe. Ich hatte zuvor schon einmal Kontakt mit den Machern von „Virtuos“, zwei/drei Jahre ist es her. Damals wollten sie es kostenlos haben, was ich verweigerte. Eine Gesellschaft, die sich für eine angemessene Entlohung ihrer Mitglieder einsetzt, sollte mit Autoren aus anderen Bereichen nicht so umgehen. Im aktuellen Fall verwies ich auf die Honorarrichtlinien, wie sie das Mediafon der Gewerkschaft verdi vorsieht. Das wären so um die 75 Euro für den Druck gewesen. Von Seiten der die Zeitschrift betreuenden Firma habe ich […]

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Musikalische Analyse II: Unspielbare Musik

Wenn man denkt, in der sogenannten klassischen Musik gäbe es unspielbare Musik, die so schwer zu spielen ist, dass man Scheitern müsse, der irrt. Neue Musik ist total einfach, zumal es Musiker und Musikerinnen gibt, für die es keine Hürden zu geben scheint. Und wenns mal wirklich zu schwer wird, ist das bekanntermaßen die Intention der Komponistin oder des Komponisten. Aber was eben wirklich nicht geht: Bass spielen und singen zugleich. Der Bassist Jay Leonhart hat das in so wunderbare Verse gekleidet und geradezu bis ins Göttlich-Tiefste ergründet. Als „Beweis“ ist hier ein anderer Bassist anzuführen: Steve Swallow. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Im Duell Duett mit Carla […]

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WDR contra SWR? 10:0

Moritz Eggert hat Tom Buhrow vor einigen Wochen einen offenen Brief im BadBlog Of Musick geschrieben. Dieser Brief ist extrem weit über die sozialen Medien gestreut worden, jedenfalls für ein kulturpolitische Angelegenheit kam der Brief äußert weit herum – und er fand Zuspruch in weiten Teilen. Kritik bezog sich auf ein paar lächerliche Kinkerlitzchen im historischen Zusammenhang. Heute nun gibt der Intendant des WDR bekannt, dass er an seinen Orchestern, und zwar allen Vieren, festhalten werde. Das ist doch wunderbar, Eggerts Brief hat Wirkung hinterlassen, zumindest was Punkt 2 seiner Wünsche angeht, nämlich den über die vermeintliche Armut des Rundfunks betreffend. Buhrow, anders als sein Intendantenkollege im Südwesten, Peter Boudgoust, hält an der kulturellen Notwendigkeit seiner Klangkörper fest. Die Armut […]

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Jazz ist Philosophie

Darauf habe ich gewartet: nach der Philosophie der Fuge, der Philosophie des Grunge und den ganzen Philosophien der Musik jetzt also eine Philosophie der Jazz. Dabei wird mir doch jeder zustimmen, der einigermaßen seine fünf Sinne beisammen hat: Jazz ist Philosophie! Mittagessen ist Philosophie. Philosophie ist …, nein, … doch, ist Philosophie. Aktuell in der nmz rezensiert Reinhard Olschanski über Daniel Martin Feiges Philosophie des Jazz, den er nach Olschanski als Modellfall des Performativen untersucht. Klingt interessant? Aarrrgh. Nicht. Ich schaue da immer über meine linke Schulter ins Regal und sehe einen Haufen unverständlicher Literatur, bei der man im Dickicht der Gesprochenen hängen bleibt. Es ist schon klar, dass unterschiedliche Herangehensweisen und Gegenstände zu verschiedenen Sprachformen führen können. Um manches klar […]

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Orchesterabschaffer Boudgoust freut sich

Das SWR-Orchester Freiburg und Baden-Baden hat einen völlig unnützen Preis erhalten: Den ECHO Klassik. Dessen kulturpolitische Bedeutung ist zwar gleich Null, aber seine öffentliche Präsenz ist hoch; die BILD-Zeitung wird ja auch von vielen sehr geschätzt. Das Orchester, das es bald nicht mehr gibt, weil der Intendant des SWR, Peter Boudgoust es nicht für erhaltenswert hält, erhält einen Preis, der nichts taugt. Ja und? Ja und? Er jubelt laut auf. „Ich freue mich sehr über diese hochkarätige Auszeichnung für das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Sie zeigt einmal mehr die herausragende Qualität unserer Musikerinnen und Musiker und das hervorragende Zusammenwirken unserer Klangkörper. Insofern geht mein Glückwunsch ebenso an das SWR Vokalensemble.“ Wie jetzt? Das Orchester, von dem er sagt, es […]

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Angst vor Amazon? Angst vorm Leben …

Der Buchhandel hat Angst vor Amazon, schon lange Zeit. Jetzt endlich haben es aber auch die Autoren mitbekommen und haben auch Angst. Kollektiv. Am Horizont steht der Online-Händler, der bald die ganze Branche dominieren wird. Verlage werden schließen, Autoren verarmen.  Amazon ist böse. Soviel immerhin ist wahr: Amazon ist böse. Aber die Geschichte erinnert mich an die Anfänge von Ritter Rost (von Jörg Hilbert und Felix Janosa), der heuer 20 Jahre wurde, also der Ritter. Als Lektor des damaligen Verlages oblag es mir unter anderem auch, die Bücher in den Buchhandel zu bringen. Musikbücher, na klar, ist schwer. Ritter Rost aber war unmöglich. Ein Buch mit Bildern, mit Noten und mit CD? Sozusagen für jeden nix. Oder anders gesagt: Ich […]

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Ohne Musikkritik, kein Konzertleben?

Auf diese Pointe läuft die These hinaus, die Peter Hagmann, Musikkritiker der Neuen Zürcher Zeitung, in seiner Laudatio auf Benedikt Leßmann anlässlich der Verleihung des Reinhard-Schulz-Preises für zeitgenössische Musikpublizistik abhob. Allein, wenn es aus ist mit der Konzertkritik, dann verlöscht auch das Licht im Konzertsaal. Ohne Kritik keine Musik, es ist ganz einfach und alles andere als überheblich. Die Musikkritik bildet den öffentlichen Resonanzraum für die Musik. Gibt es diesen Raum nicht mehr, resoniert auch nichts mehr. Davon sind dann auch Sie betroffen als Zuhörerinnen und Zuhörer. Und Sie als Komponistinnen und Interpreten. (Quelle) Aber stimmt dies?

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