Zu minimaler Minimalismus

Wir müssen mal ein ernstes Wort über die „Webdesignern“ verlieren. Was man da oben sieht, soll sein die Website des Theaters Bremen oder des THEATERBREMEN (Stand 22.9.2014, abends). Keine Ahnung, welcher Weserfisch denen da ins Netz gegangen ist, zumindest stinkt er nicht. Man mag Understatement ja doch schon lieben, aber eine Seite, die einen so freundlich abweist wie diese findet man wirklich nicht oft. Da wird das Menü zum Ratespiel, die Suche sucht man und dieser verbogene Pfeil unten bedeutet manches, nur nichts, was man ahnen könnte. Vielleicht ist es der berühmte Angelhaken, mit dem man Kundschaft an Land ziehen möchte. Vielleicht aber auch nichts davon, sondern einfach ein unbekannter Fehler. Da setze ich mir doch die Sonnenbrille auf und […]

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Verlagssackgasse funktioniert …

Wir haben hier ja vor einiger Zeit klar gestellt, dass es möglich und auch erwünscht ist, aus unseren Publikationen bei der nmz zu zitieren. Ebenso halten wir es mit den Suchmaschinen. Andere Verlage sehen es aber anders. Und das hat seit einiger Zeit einige Konsequenzen auf die der Medienblogger und -journalist Stefan Niggermeier hingewiesen hat. Das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverlage sieht nämlich vor, dass für Links durch Suchmaschinen nur kürzeste Schnipsel zur Vorschau gewählt werden dürften, andernfalls wird es kostenpflichtig und müssen Lizenzgebühren abgeführt werden. Niggermeier hat das aktuelle Verhalten in seinem Artikel Leistungsschutz­recht wirkt: Mehrere Suchmaschinen zeigen Verlagsseiten nicht mehr an untersucht. Die Absurdität der Verlegerträume hat Niggemeier mit den folgenden Worten auf den Punkt gebracht: Dadurch dass GMX, web.de […]

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Mit Fast Food füllt man Bildungslücken

Man muss immer von anderen lernen können und siegen lernen können. Völlig überraschend für mich kam gestern abend im Bildungsfernsehen von SAT1 eine Werbung in der zum Lesen gereizt werden sollte. Jedem Happy Meal einer hier ungenannten Fast-Food-Kette wird den kaufenden Kindern ein pädagogisch wertvolles Buch beigelegt, die Auswahl trifft ein lesepädagogisch hochausgebildetes Sonderpersonal, bazahlt nach Mindestlohn. Die Stiftung Lesen macht es möglich. (Wie ich jetzt sehe, schon zum dritten Mahl – kleiner Wortwitz). Wer nicht richtig lesen kann, hat schlechte Chancen in unserer Gesellschaft, denn Lesen ist der Schlüssel zum Lernen und damit die Grundlage für Chancengleichheit, Erfolg in der Schule und im Beruf. Dennoch ist eine umfassende Lesekompetenz nicht selbstverständlich. Um allen Kindern und Jugendlichen das Lesen näher […]

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Netz-Existentialismus – Das rauschende Nichts

Es ist schon schockierend, doch das ist es: Da recherchiert man im Netz nichtsahnend herum und glaubt sich am Ziel der Suche, soll und darf ein Video anklicken und dann wird man mit diesem Bild konfrontiert. „Dieses Video existiert nicht“ Man hat gefunden, was es nicht gibt. Nicht einmal etwas, was es nicht mehr gibt. Es führt kein Leben, nur ein Bildrauschen, das aber immerhin, so als sei es im rauschenden Nichts verschwunden, in der kosmischen Stahlung oder der dunklen Materie.  Was tut es? Es gibt es nicht. Aber andererseits weiß man von dem Nichts, dass es ein Video ist? Wie geht das. Ist das Nichts also immer ein Video, das es nicht gibt? Wie kann man von etwas, das […]

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Pausenzeichen

Aus unserer Leipziger Redaktion, danke Barbara und Steffen, kommen neue Töne. Oder: Alte Töne. Die Kollegen dort haben ein bisschen im Archiv gekramt und in einer Zeitschrift von 1935 die Pausenzeichen von Rundfunksendern in Notenform gefunden. Heute, im Zeitalter, des Sounddesigns und der Verklangung von jedem Zeug, war man damals noch ganz hausbacken zur Sache gegangen. Klar, war ja auch nix da. Man hatte ja nichts. So ein paar Glocken vielleicht, aber ein Orchester beschäftigen für bloß die Pausenzeichen, zumal die ja damals auch viel Pause hatten. Hier also der erste Schwung. Mit einem anderen Musikbeispiel. Wer Tipps hat, wo man die ganzen Stationstöne auch im Original findet, schreibe das gerne in den Kommentarbereich rein oder maile an hufner@nmz.de.  

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Geheime Botschaften zur Wahl in Brandenburg

Sehr sympathisch schien mir ein Plakat der Linken hier in Brandenburg. Denn es bedeutet ein Versprechen, welches ich bei anderen Plakaten von Parteien hier nicht gesehen habe: Musikschulen. Musikschulen erhalten mehr Geld Das nenne ich eine Wahlaussage. Aber je länger ich mir dieses Plakat ansah, desto unsicherer wurde ich, ob es nicht geheime Botschaften in sich birgt. Die erste: Man konnte die Datei nicht in einem Programm wie Photoshop öffnen, hätte dafür also ein Passwort benötigt. Auch der Bildexport aus Acrobat scheitert. Bildennahme nicht gestattet und das führte mich zur Frage des Copyrights des Bildes. Wer hats gemacht, wer hats geliefert? Ein Stockfotodienst (das ist so ein Teil, wo ganz viele Fotos gelagert sind und die man für verhältnismäßig wenig […]

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Den Bock zum Gärtner machen

Arno Lücker in einfacher Sprache.

Der Deutsche Kulturrat ist empört. In der EU-Kommission soll der ungarische Justizministers Tibor Navracsics zum EU-Kommissar für Bildung und Bürgergesellschaft gemacht werden. Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, sagt dazu: „Ein Mann, der gerade die Bürgerrechte beschränkt, der die Pressefreiheit eingeschränkt hat, der den Justizapparat in Ungarn so umgebaut hat, dass man sich wirklich fragen kann, ob es immer noch mit demokratischen Grundregeln zugeht, der soll jetzt für diese Bereiche in der Kommission verantwortlich sein?“ (Quelle: KIZ des nmz) Ein bisschen komisch ist nur die Überzeile: „Kulturrat will Navracsics als EU-Kulturkommissar verhindern“. Im Grunde sollten die es verhindern, die es angeleiert haben, der Kulturrat wird da nix wuppen.Es wäre schon ein Zeichen eines gut sortierten Europas, wenn das Widerspruch aus […]

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Leere Worte: Kreativität (Die Kanzlerin)

Es kommt selten genug vor, dass sich die oberste Kulturhüterin, die Bundeskanzlerin, zu Frage der Kulturpolitik oder -organisation äußert. Umso hellhöriger wird man. Beim Sommerfest des vprt (Verband Privater Rundfunk und Medien e.V.) vorgestern in Berlin war es mal wieder so weit. Auf der Website des vprt kann man da lesen: „Wenn Kreativität und kulturelle Betätigung keinen Wert mehr haben, weil der angeblich freie Zugang zu allem der Maßstab sein muss, dann geht etwas verloren und dann wird es wirkliche Kreativität nicht mehr geben „, so die Kanzlerin. Sie betonte, dass man deshalb auch in der Politik für ein vernünftiges Urheberrecht geradestehen würde.“ (Quelle: Website vprt) Holla, doch so präzise. Man muss ja den vollen Wortlaut abwarten und kann sich […]

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Musikalische Utopie 1: Astromentale Musik (Franz Werfel, 1945)

Max Andrzejewski´s HÜTTE and The Homegrown Organic Gospel Choir. Foto: Hufner

In Franz Werfels Roman „Stern der Ungeborenen“ von 1945 findet sich eine Schilderung der Musik des fernen Zeitalters, die ein Blick an das Ende der Musikgeschichte wirft. Die Instrumente des dort anwesenden Orchesters werden folgendermaßen beschrieben: „Sie waren in den Formen zum Teil verschieden von den unserigen, im Prinzip aber dieselben. Und sollte Menschheit nochmals so alt werden, dachte ich, sie wird immer auf dieselbe Art Musik machen, indem sie singt, fiedelt, zupft, bläst, auf gestimmten Saiten oder auf gespannte Felle schlägt. Mein Gott, wie kläglich muß ich mir selbst widersprechen. Diese Instrumente im Orchester schienen ja nur Blas- und Saiteninstrumente zu sein. In Wirklichkeit besaßen die mentalen Varianten der Geigen und Harfen gar keine Saiten sondern waren blanke Attrappen […]

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