November 27, 2021 Hallo! Hier spricht das Subjekt!

Forum Veranstaltungswirtschaft – Freedom Day

Anfang des Jahres hat das Forum Veranstaltungswirtschaft ein Manifest vorgelegt, auf welche Art und Weise die Veranstaltungwirtschaft wieder unter Corona-Bedingungen arbeiten könnte. Das Manifest war ziemlich gut durchdacht und sachorientiert. Es gab kein überschäumendes Fordern und Druchsetzenwollen. Leider ist das Manifest RESTART im Zusammenhang mit anderen Initiativen etwas untergegangen. Ich habe dazu für Oper & Tanz im März geschrieben.

Umso größer war das Erstaunen, am 15. Oktober eine Pressemeldung mit der Überschrift „Forum Veranstaltungswirtschaft fordert Freedom-Day“ zu lesen.

Darin heißt es:

„Die deutschen Veranstaltungsunternehmen fordern indessen spätestens am 1. Dezember dieses Jahres einen Freedom Day – also die Aufhebung aller Corona-Eindämmungsmaßnahmen. Sie finden sich damit im Einklang nicht nur mit zahlreichen Ländern Europas, sondern auch z.B. mit dem Vorstandsvorsitzenden der einflussreichen kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen. Schließlich müsse doch allen klar sein, dass Corona sich nicht einfach verabschieden wird, sondern dass die Gesellschaft – wie mit dem Grippe- oder dem Masern-Virus – für immer leben muss.“ (LINK)

Diese Meldung ist offenbar schnell gealtert. Länder mit Freedom-Days haben aktuell offenbar offenkundige Probleme.

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Aber dass man sich in diesem Zusammenhang auf den Vorstandsvorsitzenden der kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, beruft, ist gradios daneben. Denn die kassenärztliche Bundesvereinigung ist kein medizinisches, kuratives oder ärztliches Gremium, sondern schlicht nicht mehr als die eine Abrechnungsstelle der Kassenärzt:innen. Womit man allerdings Recht hat: sie ist einflussreich. Leider durch einen Orthopäden an der Spitze auch im öffentlichen Bewusstsein. Die Expertise des Abrechungspräsidenten in Fragen der Epidemiologie ist allerdings mager. Was  dagegen passsiert:

Berliner Charité warnt vor Überlastung der Intensivstationen (tagesspiegel 1.11.2021 : 11:39)

Auch der Verweis auf Grippe und Masern in diesem Zusammenhang macht einen nicht froh. Im Gegenteil, man fragt sich, warum verlässt das Forum Veranstaltungswissenschaft den Rahmen diffenzierter Beobachtungen und Lösungsansätze?

Bis heute gibt es keine Ergänzung seitens des Forums Veranstaltungswissenschaft. Hält man an dem Vorhaben fest, in die sich erneut ausbreitende Pandemie den Freedom-Day zu fordern? Die Frage ist gestellt, die Antwort warte ich ab.

UPDATE 3.11.2021:

Die Antwort ist angekommen. Man hält an der Forderung fest: Spätestens am 1.12.2021, „Aufhebung aller Corona-Eindämmungsmaßnahmen“.

 

 

 

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