August 15, 2020 Hallo! Hier spricht das Subjekt!

Gewissen, das

„Aber man gibt den Menschen kein gutes Gewissen, wenn man ihnen sagt, daß sie überhaupt keins zu haben brauchen.“ Helmuth Plessner, Grenzen der Gemeinschaft. Eine Kritik des sozialen Radikalismus (1924), in ders: Macht und menschliche Natur, Gesammelte Schriften V, Frankfurt am Main 1981, S. 30.

 

3 Kommentare

  1. Diese Aussage erscheint mir recht unkontrovers zu sein.
    Kontrovers wird’s doch erst, wenn man Fragen aufwirft wie:
    Ist es irgend jemandes Aufgabe, „den Menschen“ ein Gewissen zu geben?
    Gibt es jemanden, der „den Menschen“ sagt, sie brauchten kein Gewissen zu haben?

    1. Bin nicht sicher, ob ich das richtig verstehe. Es geht um Gewissenlosigkeit auf der einen Seite, die nach Meinung Plessners von mancherlei Personen zugleich als „gutes Gewissen“ (Betonung: „gutes“) verkauft werden.

      Ich habe mir gar nicht so viel dabei gedacht. Aber ich glaube schon, dass man das zu der genannten Zeit beispielsweise deutlich im Denken bei Carl Schmitt wiederfinden wird. Später, wenn er insbesondere von einer „Tyrannei der Werte“ spricht und bei der Gelegenheit zu ziemlich absurden Beispielen greift.

      Die Sache hat natürlich mehr Aspekte, wenn man in sie hineinhört.

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