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Nulla sell piano

Heute Nacht geträumt, ich habe bei einer Oper als Sängerin einspringen sollen. Ein Stück von Puccini, La Boheme, oder so. Die Sängerin sei kurzfristig ausgefallen und so drückte man mir einen Zettel mit dem Text des Parts in die Hand, den ich doch übernehmen möge. Es sei alles nicht so wild, ich kenne ja die Musik (kenne ich nicht) und den Text kenne ich wohl auch (kenne ich nicht).

Ich müsse dann nur noch auf die Bühne (wohin da?) und diese kurze Passage singen. Mit Zettel würde mir das vielleicht noch gerade gelingen, aber eher auch das nicht, ich kenne das alles nur so ungefähr, also eben gar nicht. Ich könnte mich unter einer Decke verkriechen und vielleicht so vom Zettel ablesen?

In der ersten Pause, ich war noch nicht dran, war die Begeisterung von Musikerinnen, Sängerinnen und dem Publikum wirklich groß bis stürmisch. Alles schien zu laufen. Damit erhöhte sich der Druck auf mich. Klar.

Ich kann die Passage definitiv nicht. Der Körper teilt sich (oder verdoppelt sich?): ein Part springt auf die Bühne, einer bleibt dahinter. So kann ich zugleich in der Sache sein und Distanz wahren. Aber ich höre zu: Höre, wie ich keinen Ton treffe und die Melodie nicht weiß, höre wie das Orchester das auch nicht auffangen kann und auch ein bisschenüberrascht ist, es passt ja auch nichts zusammen. Eine Oboe versucht ihr Bestes zu geben und das zu begleiten, was von dieser „Arie“ noch übrig ist.

Sagen wir mal so. Es fallen 80 Takte letztlich aus. Ich sprinte von der Bühne und treffe mich mit mir. den Schlussvorhang erspare ich mir natürlich auch. Später nimmt man keine Notiz von uns (also mir), als habe das nicht stattgefunden.

Den einzigen Text, den ich behalten habe: „Nulla sell piano“ oder „Nulla cell piano“ – eine Mischung aus Italienisch (?) und englisch (?): „Verkauf das Klavier nicht“ oder „Keine leisen Zellen“?

Ich glaube, der Dirigent der Aufführung war Kirill Petrenko.

Vielleicht nur ein Mimimi?