Tatbestand: Wohltäter Friedrich Merz – zu einem Satirebeitrag der FAZ

Drama Baby, Drama. Foto: Hufner

Besonders perfide ist es, wie die FAZ und ihr Autor Georg Meck mit Friedrich Merz umgeht. In einem Artikel lobt der Autor den Kandidaten auf den CDU-Vorsitz als Wohltäter. Denn er und seine Frau hätten 2005 eine Stiftung gegründet: Die „Friedrich und Charlotte Merz Stiftung“ mit sage und schreibe 10.000 Euro um, wie der Autor sagt, „der Gesellschaft etwas zurückzugeben und Kinder aus sozial schwachen Schichten zu fördern“. Wie gütig.

Die Summe, die die Stiftung dafür bereitstellen kann, gibt der Autor nicht an. Immerhin 2016 stockt dann Merz das Kapital der Stiftung um 371.900 Euro auf. Danach rechnet der Autor, dass, wenn da drei Prozent an Zinsen im rausspringen, etwa 12.000 Euro im Jahr zur Verfügung stehen. Das Geld gibt die Stiftung angeblich für Lehrerfortbildungen in der Stadt Arnsberg aus. Und um von Merz und Merz signierte und mit Widmungen versehene „Buchpreise für die Jahrgangsbesten der Schulen“ zu verteilen. (Neben Stipendien.) Wieviele und an wen? Wird nicht konkret gesagt, man kann sich das aber in Teilen wenigstens auf der Website ansehen. Ein Wohltäter vor dem Herrn.

Und vor 2016? Elf Jahre lang, bei angenommenen drei Prozent Rendite? 300 Euro pro Jahr. Das hat was! Dennoch ist der Zeitpunkt für die Aufstockung des Grundkapitals gut gewählt. Alle zehn Jahre kann man nämlich so Steuervorteile geltend machen.

Es wäre wirklich interessant, zu sehen, wie die Geschichte und Finanzierung der Stiftung im Detail abgelaufen ist für die 13 Jahre ihrer Tätigkeit.

Wenn der Artikel nicht als Satirebeitrag der FAZ gelten sollte (das wäre sicherheitshalber mal zu kennzeichnen, Kollegen), muss einfach angenommen werden: der Meck kann den Merz nicht wirklich leiden. Denn seine Wohltäterschaft ist offenbar nicht ganz uneigennützig. Das sollte man ihm nicht vorwerfen, er weiß ja wie das Geschäft läuft. Aber die Sache jetzt zu einer Wohltäterschaft hochzujazzen, wie es die FAZ und ihr Autor Georg Meck (verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung) probiert, ist ein bisserl arg durchsichtig.

Sicherlich kann man auch erwähnen, dass natürlich am Ende schon etwas Gutes für manchen herausspringen mag.