„Ein Trauerspiel in der komischen Oper“: ARD-Kommentar von Evi Seibert – nicht komisch

Politischer Untergang. Foto: Hufner

„Ein Trauerspiel in der komischen Oper“ überschreibt Evi Seibert in einem ARD-Kommentar ihren Artikel. Das macht neugierig. Denn, fragt man sich, was ist denn schon wieder in der Komischen Oper los. Es ist ja doch klar, wenigstens das, dass es nicht um eine Analyse eines „Trauerspiels“ geht, so wie man es vielleicht von Walter Benjamin kennt. Sondern um die „Komische Oper“ in Berlin. Nur macht die keine negativen Schlagzeilen, soweit ich das aktuell verfolgen konnte. Interessant! Man liest da gleich vorneweg:

„Die Beförderung Maaßens war eine Entscheidung, bei der es nur Verlierer gibt – und steht symptomatisch für die Verfassung der Großen Koalition. Eine funktionierende Regierung sieht anders aus.“

Also Pustekuchen. Augenblicklich ist klar: Es geht gar nicht um die Komische Oper, sondern wieder um das Thema Nr. 1 seit drei Wochen: Seehofer und Maaßen. Schade. Falsche Fährte gewesen. Kann man also abhaken. Könnte man, denn der Schlusssatz des Kommentars ist kurios, kann man eben nicht:

„Wir haben vor einem Jahr gewählt – und nicht ein Jahresabo für die komische Oper erworben.“

Ja, wie nun? Echt nicht. Ja, leider. Ich denke, besser wäre es nämlich schon gewesen: für Maaßen, für Seehofer, für Merkel, für alle – und auch die Komische Oper. Obwohl die, im Gegensatz zum Innenministerium gut ausgelastet und belastbar ist.