Vertraulichkeits-Pipapo

Da kämpft man mit den Regelungen der Datenschutzgrundverordnung (DSVGO), die wahrscheinlich eben einerseits doch nur ein neues Bürokratiemonster ist, das vor allem dazu geeignet sein wird, denjenigen das Leben schwer zu machen, die etwas am Herzen haben, um es mitzuteilen, während diejenigen, denen man ihre Arbeit schwer machen will, es leicht nehmen können, weil sie die Kapazitäten dafür haben, die neuen Regelungen rechtskonform umzusetzen oder gar nicht ins Visier geraten, weil sie im Auftrag des Staates selbst arbeiten, sich eine Stulle mit Butter schmieren können. Nur weniges ist gewonnen damit, aber viel verloren.

Internetreiniger. Foto: Hufner

Internetreiniger. Foto: Hufner

Gleichwohl gehen mir Disclaimer von Emails zusehends auf die Nerven, die folgenden Inhalt haben wie hier – bei einem großen Musikverlag.

„Diese E-Mail ist vertraulich und ausschließlich fuer den oben stehenden Empfänger bestimmt. Falls Sie die E-Mail irrtümlich erhalten haben, bitten wir um telefonische Benachrichtigung. Außerdem bitten wir um sofortige Löschung. Es ist nicht gestattet, die E-Mail ganz oder teilweise zu kopieren, an andere zu senden oder anderweitig offenzulegen oder zu verwenden. Der Inhalt und evtl. Anlagen können Computerviren enthalten, die Ihr IT-System beschädigen können. Wir haben zur Verminderung der Risiken Maßnahmen getroffen, können aber die Virusfreiheit nicht garantieren. Das Öffnen der Anlagen erfolgt daher auf eigene Gefahr. Wir empfehlen Ihnen, eine Prüfung auf Viren selbst vorzunehmen. Bitte bedenken Sie bei dem Versand von E-Mails, dass die Informationen fremden Dritten zugänglich sein können.“

Eigentlich dürfte ich das wohl auch nicht zitieren. Aber, lecko, gehört der Disclaimer überhaupt zum inhaltlichen Inhalt einer Mail? Also da wird man über eine Neuerscheinung einer CD informiert. Anhängend eine PDF und ein JPG. Beides könnte sogar mein IT-System schädigen. Danke für den Hinweis, das ist zu lieb. Auch oben: Falls ich die Mail nicht erhalten haben dürfte, weil irrtümlich an mich gesandt, bittet man um telefonische Benachrichtigung und um sofortige Löschung. Wenn ich sofort lösche, wie soll ich da noch die Telefonnummer herausbekommen. Sollte ich die Mail irrtümlich erhalten haben, wäre vielleicht eine Entschuldigung der bessere Weg, statt damit zu drohen, dass diese Werbe-Info-Mail „vertraulich sei“.

Lesen die, die so etwas versenden nie das, was sie das versenden? Oder wollen sie es nicht verstehen, was sie da für einen Blödsinn in die Welt setzen. Das ärgert mich! Das ärgert mich sehr. Nur noch Bekloppte.

huflaikhan

Immer auf der Suche nach Unstimmigkeiten im Musikbetrieb.

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