Apropos: Jens Daskannstedirspahn und die Überflüssigkeitsgesellschaft

Irgendwo in der Welt der Nachrichten folgendes aufgeschnappt. Da sagt ein deutscher Gesundheitsminister (Name vergessen) offenbar:

„Wenn wir reden und handeln in einer Haltung, die breite, sich bürgerlich fühlende Schichten zuletzt oft schmerzlich vermisst haben, dann können wir die AfD überflüssig machen.“

Jens Daskannstedirspahn habe das in einem Grußwort vor einem Treffen von sogenannten Werte-Unionisten der CDU gesagt. Das ist großartig. Der Mann hat die Lösung zur Verüberflüssigung der AfD gefunden. Damit geht er als erster durchs Ziel. Klar, leider ist das Ziel genau einen Meter hinter einer Klippe, wie dumm nur. Es ist also nicht weniger nötig, als den Wahn und den Wahsinn, die komplette Irrationalität sich zu eigen zu machen, um das Wahlvolk der AfD einzusammeln. Aber nicht, um es einzuhegen. Nein, um es zum Markenkern werden zu lassen. Stimmt doch, oder? Das sollen also „breite, sich bürgerlich fühlende Schichten“ sein. Nennen wir sie beim Namen, die Listen werden ja geführt wie unter Erklärung2018 zu finden (ich verlinke es mal nicht, selbst ist die sich bürgerlich fühlende Schicht).

Das ist eine Bratwurst. Foto: Hufner

Das ist eine Bratwurst. Foto: Hufner

Das ist leider die sich durchaus ausbreitende Weltsicht, bei der es nicht um richtige oder falsche Erwägungen geht, sondern um das Einfangen von Erwägungen überhaupt. Man muss die Chauvinistinnen da abholen, wo sie sind und sich deren Anschauungen zu eigen machen. Die „breiten, sich 2-und-2-sind-5 zusammenreimenden und die fühlenden Schichten“ brauchen eine neue Heimat. Und dafür letztlich gibt es das Heimatmuseum von Horstenichtskapiert Seehofer.

Im übrigen macht man mit all dem die AfD nicht überflüssig, sondern verdoppelt sie nur. Umsorgt von Ressentimentminister Wernichtshorstderhatschon Seehofer. Ressentiments brauchen eine Heimat, sie brauchen Pflege, scheint das Motto dieser Werteunionisten zu sein.

Überflüssig

Überflüssig hatte da in den Kreisen Wort- und Wertekonjunktur. Mit Einsicht in die eigene Situation hat das in dem Zusammenhang Manuel Hagelichsnistgesagt festgestellt: „Wenn wir keine Antwort darauf haben, was liberal und konservativ heißt, machen wir uns überflüssig.“ Genau so ist es aber. So oder so! Und charmant bekloppt unterstrich er das mit den Worten: „Der Doppelpass ist wie Petersilie auf dem Schnitzel: Beides ist überflüssig.“ Was allerdings nicht stimmt, außer in die eigene Richtung gesprochen. Wenn die so weiter machen, dürfte ihnen auch auffallen, dass die „CDU ist wie Denken fürs Gehirn: Beides ist überflüssig.“

Überflüssig hier allerdings aus guten Gründen jedes weitere Wort.


Nachtrag: Warum Jens S. Gesundheitsminister ist – er „will“ sich um, Zitat, „gesunden Patriotismus“ kümmern. Wie der wohl aussehen wird, kann man an seinen aktuellen Verlautbarungen erkennen. Und das sieht leider sehr ungesund aus. An diesem Minister soll wahrscheinlich auch das Volksempfinden gesunden. Da bin ich lieber krank.

huflaikhan

Immer auf der Suche nach Unstimmigkeiten im Musikbetrieb.

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