Armes sociales Netz – Nö

Vielleicht kapiert jetzt auch der Letzte (nach NetzDG), dass es sich bei den sozialen Netzen nicht um solche handelt, sondern um von Unternehmen bereitgestellte Infrastrukturen, die man ggf. auch zur sozialen Kommunikation nutzen kann (könnte [konnte]). Hätte können.

Anpassungen der Geschäftsmodelle

FACEBOOK: Die Aufregung ist etwas absurd. Hate Speech soll von den Institutionen verfolgt werden, die den Raum dafür anbieten. Das Geschäftsmodell wäre dann neu aufzusetzen. Vielleicht kommen dann auf 1000 Nutzer jeweils ein Sprachblockwart, auf 100 Sprachblockwarte ein Megablockwart, auf zehn Megablockwarte ein Superblockwart. Etc. Also insgesamt ca. 1 Million Kontrolleurinnen bei 1 Milliarde Nutzerinnen. Ob sich das dann noch rechnet?

TWITTER: Für Twitter gäbe es dann eine andere Lösung. Umgekehrt wird erst einmal alles geblockt. Und dann Stück für Stück freigegeben, was harmlos daherkommt. Die Regeln dafür darf man ruhig eng auslegen. Vielleicht käme dann Twitter auch mit weit weniger Zeichen aus. Statt 280 oder 140 eben nur 14?  Für die meisten Probleme dürfte das ausreichen.

Wer sich inhaltlich auseinandersetzen möchte, der kann das immer noch über selbstzuhostende CMS-Teile machen wie WordPress, Drupal oder andere …. oder das alte Newsgroup-System wieder zurücketablieren. Das hatte sich komischerweise fast immer selbst im Griff.

Das ist alles keine Zensur. Facebook und Twitter betreiben keinen Zensur. Sie wehren sich nur – was aus unternehmerischer Sicht sinnvoll ist – gegen Klagen und Bußgelder. Es ist ihr Ding, es ist deren Geschäft, man muss es nicht mögen, man muss es übrigens auch nicht benutzen. Ich kenne genügend Leute, die das eine oder andere oder alles zusammen niemals verwenden. Und Sie leben dennoch. Mir scheint es, sie leben weder schlechter noch besser dadurch.

Gibt es ein besseres Kriterium für die Relevanz solch eines Mediums?

Dazu könnte man jetzt noch einiges sagen. Was zum Beispiel Oskar Negt in seinem Achtunsechziger-Buch über die Sinne sagt, ließe sich da anführen. Muss ich noch einmal lesen an der Stelle. Denn er hat dabei eine Position, die a) für die Öffentlichkeiten und Gegenöffentlichkeiten plädiert und b) nicht wie Spitzer gegen diese neuen Medien aus neuropsychologischer Sicht polemisiert, was ich ganz sympatisch finde.

huflaikhan

Immer auf der Suche nach Unstimmigkeiten im Musikbetrieb.

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