Vaterland!

Das Vaterland hat einen Platten. Heute in der Nähe des Wochenmarktes in Kleinmachnow gesehen. Es gab schon Marken mit Position! Wenn man sich über Wikipedia etwas schlau macht, dann wird man feststellen, dass die bei „Vaterland“ zuerst eigentlich als „Firma Herfeld & Co. zunächst Blasinstrumente und Akkordeons“ herstellte. Man „war damals einer der führenden Versandgeschäfte von Musikinstrumenten und Hersteller in Deutschland. Das Unternehmen ging aus dem Betrieb der Familie Herfeld hervor und stellte bis 1933 weiterhin vor allem Musikinstrumente her, ehe es 1933 die Produktion auf Fahrräder umstellte.“ [Wikipedia-Eintrag] Liegt ja auch irgendwie auf der Hand. Hat viel mit Rohren zu tun.

1933? Besser, man fragt nicht nach.

Das Vaterland hat einen Platten. Foto: Hufner

Das Vaterland hat einen Platten. Foto: Hufner

Eine kleine Playlist zum Thema. Mit dabei das leider ganz furchtbare Stück von Wilhelm Furtwängler. Er war wirklich kein besonders großartiger Komponist. Wirklich nicht. Kann man echt nicht sagen. Mit dabei aber etwas von der Platte „Russland wie es singt und lacht“ und die Nationalhymne Uruguays.

Zum Thema im weiteren Sinn hat auch Gerhard R. Koch sich in der aktuellen nmz geäußert, sehr umfangreich übrigens.

Rückzug ins neunzehnte Jahrhundert 
Dichter, Denker, Tonsetzer: geisteswissenschaftliche Deutschland-Suche als Nabelschau · Von Gerhard R. Koch

Sehr zur Lektüre empfohlen, auch wenn ich in einigen Punkten ganz zweifellos nicht zustimmen würde. Immer noch gut die Texte aus der testcard #16 Extremismus, Mainz 2007.

  • Torsten Nagel: „Es ist deutsch in Kaltland“. Die Verschmelzung von Pop und Nation zum Mainstream.
  • Jens Thomas: Anti-Anti-Flag. Über den neuen Normalisierungsschub von Nationalfarben.
  • Martin Büsser: Alles nur ein Missverständnis. Über die Verwurzelung „extremer“ Musik in der bürgerlichen Kultur und den „Extremismus“ des Mainstreams.

Leider ist testcard unterdessen etwas müde geworden. Ausgabe #25 zum Thema „Kritik“ sollte erst im Mai kommen, jetzt im Juni … und immer noch nichts da.

Nur mal so in den Ring geworfen. Hört man sich die Stücke da so ein bisschen nach Text und Kontur an, geht es immer um die Bestimmung der Kulturwerte, die man für sich vertreten will; Werte, die man verwirklicht sehen möchte. Vor allem aber eben Dinge, die einen für andere attraktiv machen sollen. Das beste Land will man irgendwie sein, besser als andere oder wenigstens ebenso gut oder schlecht. Neidkultur ist somit gewünscht von allen anderen Seiten. Das Willkommen hat seinen Grund ja nur darin, dass man sich so gut fühlt. Im Allgemeinen und im Besonderen.

Dass das nicht so ganz glückt, machen Wiglaf Droste und Funny van Dannen schon klar. Vor allem van Dannen mit einer unglaublich geschickten Argumentation. Bei der man Liebe und Unglück in einem spürt. Jedenfalls Reflexion!

huflaikhan

Immer auf der Suche nach Unstimmigkeiten im Musikbetrieb.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen