Gescannt

Drinnen. Foto: Hufner

Vor wenigen Tagen durfte ich einmal wieder Gast sein bei einer relativ spontan einberufenen Pressekonferenz. Dieses mal im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages. Da gelten andere Sicherheitsvorschriften als bei Einladungen an anderen Stellen. Zur Anmeldung reichen zwar Name und Geburtsdatum, aber will man in das Gebäude, wird man durch einen Scanner geschickt nachdem man zuvor alles mögliches extra auszupacken hat und dies auf anderem Wege durchleuchtet wird.

Man geht also durch so einen Türrahmen. Und wenn man Pech hat, piept es. Dann heißt es die Hosentaschen leeren. Neben einem Feuerzeug und Lutschbonbons zog ich dann eine Art Brottüte mit kleinen erdbraunen, würfelformartigen Teilchen, teils krümeliger Konsistenz, heraus. Und dachte: Au weia, jetzt wird dieses Zeug bestimmt erst einmal chemisch auf seine Inhalte untersucht und vorher geht es hier bestimmt nicht weiter.

Drinnen. Foto: Hufner

Drinnen. Foto: Hufner

Was das denn sei, fragte man mich. Jetzt bloß keine doofe Antwort geben. Das sei Hundefutter, meinte ich – wohlwissend, dass es Hundefutter ist. Aber ist so eine Antwort an der Pforte zum Bundestag wirklich glaubhaft. Der Sicherheitsbeamte zögerte. Aber er ließ mich dann doch meinen Weg fortsetzen, ohne die Sache genauer unter die Lupe zu nehmen.

Woraufhin ich mir dachte, ähnliches Zeug hat er bestimmt schon häufiger gesehen, mochte die Substanz auch nicht zur Verfütterung an Hunde gedacht worden sein. Es ist ja ein mehr oder minder offenes Geheimnis, was da so im Bundestag verkonsumiert wird. Und deshalb wohl auch nur dieses Zögern mit nachfolgendem Gewährenlassen.