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Aus kultur wird figaro, aus figaro wird kultur (mdr)

Damals, 2004, war man etwas verwundert. mdr kultur benannte sich in mdr figaro um. Begründet wurde das von der Hörfunkchefin Barbara Mohlsen seinerzeit so:

„Der Begriff Kultur ist sehr tradiert besetzt und schafft eher eine Zugangsbarriere.” Der Begriff der Kultur wirke elitär und schrecke ab.

Noch neulich führte wir bei Twitter eine kleine Diskussion über Sex, Mozart, Partner, Kultur und Figaro. Ausgangspunkt war dieser Tweet:

Partnergespräche bei MDR Figaro und auch gemein, was ist mit denen die keine(n) „Partner(in)“ haben. Das fand ich verwunderlich und ich verwickelte die Twitterer in der Folge in ein Gespräch über den Begriff der Kultur und seine Beziehung zu Figaro.

„Wir mögen unseren Namen.“ Naja, zumindest, wie mein Geflügelstand-Besitzer auf dem Markt sagen würde: Bis neulich. Denn nun ist alles anders. Es sind mehr als 10 Jahre vergangen. Nun kehrt man zur Zugangsbarriere zurück. Das hätten Analysen ergeben. Da wäre das Ergebnis von Strategie- und Lenkungssitzungen. Die Entscheidung sei schon im Frühjahr 2015 gefallen. Das wussten die bei Twitter aber natürlich nicht. Die mögen ihren Namen. Und bleiben die dann auch dabei, so als renitenter Haufen? Figaro? Mag ich!

An sich kann man die Entscheidung nur gutheißen. Vielleicht hat man tatsächlich in den letzten 10 Jahren sich ein bisschen mit der Entwicklung des Kulturbegriffs beschäftigt. Holger Noltzes Publikation zum Thema „Leichtigkeitslüge“ scheint Früchte getragen zu haben. Wünschenswert wäre es, wenn nach dem Namen dann auch die Inhalte wieder wertiger werden. Und nicht nur beim MDR, sondern auch in anderen Radiostationen.

Aber auch sonst geht beim MDR gerade einiges ab. Hörfunkdirektor schmeißt hin:  MDR-Hörfunkchef Johann Michael Möller beendet seine Amtszeit. Da ist so manches noch aufzuarbeiten. Rundfunk zu machen in heutiger Zeit ist offensichtlich nicht so einfach.