Klassik ohne Kris, Klassik ohne Krise

Free The Classics. Screenshot

Nach wie vor wird an vielen Stellen des Kulturmarktes von eine Krise der Klassik im Musikbereich gesprochen. Mindestens eben so häufig ist zur Zeit auch die gegenteilige Meinung zu hören. Es gäbe keine Krise der Klassik, sondern eine Krise der Klassik-Krisen-Kritik(er). Ja wie denn nun, ja was denn nun?

So lange es diese Verunsicherung gibt, und es ist wichtig, dass es sie gibt, bleibt man ja gut im Gespräch. Und was wäre heute unter Gesichtspunkten der Markterschließung nicht wichtiger als: Im Gespräch bleiben. (Siehe die aktuellen Newsströme.)

Krisenfreiheit für alle

Krisenfreiheit für alle

Da kommt es gerade recht, dass das Label Naxos eine Platte auf den Markt geworfen hat, um selbigen kollabieren zu lassen. „Klassik ohne Kris“ passt noch so gerade in die Titelzeile. Aber es handelt sich um „Klassik ohne Krise“. Willkommen im krisenfreien Musikeinsatzgebiet, wo man gelassen genießen kann. Dazu passend das Bild eines gelassen genießenden gelangweilt in die Kamera schauenden jungen Mannes, der möglicherweise nach des Tages harter Arbeit sich endlich den Stress wegtrompeten lassen wird. Obwohl harte Arbeit? Ja klar, das Fotomodel-Geschäft ist ein hartes. Da war einiges am Anzug und den Hemden zu bügeln. Wie lange hat es gedauert, diese typische Denker- oder Sinnierpose aufzusetzen. Dazu den Schatten ins Licht setzen. Alles nicht ganz simpel.

Nun also wissen wir, was eine krisenlose Klassik ist. Obwohl ich glaube, es liegt auch eher an den Musikern dort: Ohne Scherz: Da gibt es unter anderem einen Alexander Trostianski und einem Stefan Schilli bei den Musikern – nur: War etwa Susi Sorglos dann doch zu teuer?

Man kann die Krise also besiegen – nur leider hat man dann davon recht wenig. Denn die Musik ist so sehr krisenleer, dass sie einen dann glatt wieder nerven kann. Komponisten hin oder her.

Wenn man es nicht besser wüsste, müsste ein Musikforscher der Zukunft auf die Idee kommen, dass es im 18. Jahrhundert sicher schon zahlreiche Kaufhäuser gegeben haben wird, denn wozu sonst brauchte man damals sonst Muzak?

Klassik ohne Krise, irgendwie dann doch wieder so widersprüchlich, dass sich das Problem selbst aufhebt. Bzw zum absoluten Kollaps führt. So wie man ja auch nicht durch Null teilen darf. Sonst! Pufffff.

Darauf einen Weill!