Otto Normalverbrecher

In den Alltag gekrochen. Foto: Hufner

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Personen, die das Verbrechen gegen die Menschlichkeit/Menschheit in ihren Alltag übernommen haben, ohne die Art und Weise ihre Menschenfeindlichkeit erkennen zu können. Sie treten zur Zeit in verstärktem Maße (wieder) auf. Dafür haben sich verschiedene gesellschaftliche oder scheinreligiöse Gruppen eingerichtet, die ihnen Schutz gewähren. Otto Normalverbrecher decken Otto Normalverbrecher. Der Verfassungsschutz beobachtet sie nicht.

In den Alltag gekrochen. Foto: Hufner

In den Alltag gekrochen. Foto: Hufner

Sie sind Inventar der Politik und der Stimmung. Hannah Arendt fand dafür einmal in anderem Zusammenhang den Begriff der „Banalität des Bösen“. Damit ist nicht eine Verniedlichung gemeint, sondern die Verbreitung des Bösen in den Schwamm der Gesellschaft. Das Böse ist ein Zustand der Normalität, resistent gegen seine Selbsterkenntnis. Aktive Selbstverdummung durch Einbildung irgendeiner Angst. Sie verhindert den unverstellten Blick auf die Situation. In der Masse sind die Personen sehr gut lenkbar. Sie fühlen sich mit ihren Verbrechen im Recht. Sie sind es aber überhaupt nicht und können und wollen es nicht erkennen.