Oktober 1, 2020 Hallo! Hier spricht das Subjekt!

Hinhören und weglaufen – die sog. Neusser Marketing-Schule

Die Deutsche Kammerphilharmonie Neuss (dkn) macht was her mit ihrer Klassiklounge. Hinhören und weg sein.

Was sich die Werbeleute dabei aber gedacht haben, ist fast nicht mehr nachzuvollziehen. Muss man vielleicht ja auch nicht, da haben einfach ein paar Strategen ein paar Bananen zu viel gegessen, scheint mir.

Soll das Bild hier nun schockieren, soll es anzeigen, dass hier die Dinge anders laufen als bei einem normalen Konzert, dass es riskant ist in hohem Maße für die Musiker? Auf den ersten Blick jedenfall wäre es fast unmöglich, diese Situation in Beziehung zu setzen zu irgendeinem musikalischen Ereignis. Ja. Wie? Was: „Hinhören und weg sein“ bekommt da einen sehr merkwürdigen Beigeschmack.

In einem weiteren Bild wird immerhin ein Instrument sichtbar! Das Genre bleibt ähnlich. Offensichtlich: Armes Paar, es hat sich verlaufen und versucht jetzt das beste aus der Situation zu machen. Fotograf ist ja da. Also ein bisschen cool loofen so in dieset Dämmerlicht rin. Issja ooch ejal, weil issja überall nüscht los hiea. Da hatt uns mal wieda der Artitst-Manager jelinkt, wa? Open Air stell ick mir anders voa.

Vollkommen sinnfrei dann das letzte Bild der hier vorgestellten Serie, wo man wirklich nicht mehr weiß, was da im Zentrum stehen soll.

Das Hochwasser, die Schuhe, die Bank …? Begleitet von logischen Fragen: Wie sind die beiden auf die Bank gekommen, so völlig trockenen Fusses? Oder sitzen/liegen die da etwa schon länger und sind beim Posieren vom Hochwasser glatt überrascht worden? Was macht der Mann mit den Schuhen, was will die liegende Frau mit einer elektrischen Violine, oder habe ich wieder nur einmal einen Hype oder eine Mode verpasst. Trägt man heute eine elektrische Geige so micht sich rum, wie sonst eine Handtasche?Warum kneift der Mann der Frau ins Ohr? Warum hält die Frau das Instrument, als ob sie ein Schnitzel plätten will? Kochschow, Krimishow? Show down?

Fragen über Fragen.

Ist ja schon okay, wenn man mit Werbung irgendwie auffallen oder herausfallen möchte aus dem Einheitsbrei der Wirklichkeit. Aber gerade hier scheint mir irgendwas daneben gegangen zu sein. Und zwar ordentlich. Vielleicht aber auch nicht. Die Facebook-Seite der etwas anderen Klassik-Lounge hat bislang nur 10 sog. Gefällt-mir-Angaben bei Facebook; also richtig viel ist das nun nicht.

Irgendwas läuft da schief. Ob das mit der Verdopplung der Publikumanzahl wirklich funktioniert?