Oktober 2, 2020 Hallo! Hier spricht das Subjekt!

Musik und Geld – Nach Bankdirektor Jean S. (Finnland)

Über Musik kann man am besten mit Bankdirektoren reden. Künstler reden ja nur übers Geld.
Jean Sibelius


In einem Facebook-Eintrag des Forum zeitgenössische Musik Leipzig (kurz und leicht merkbar: FZML) wird zum mäzenatischen Tun aufgefordert. Mit 15 Euro sei man dabei. Unterstrichen wird dies mit einem Verweis auf ein Bonmot von Jean Sibelius.

Über Musik kann man am besten mit Bankdirektoren reden. Künstler reden ja nur übers Geld. (Jean Sibelius)

Klingt irgendwie plausibel. Stimmt aber trotzdem nicht. Denn es sagt dies ja der Richtige, derjenige, der seine Staatsrente erhalten hat für wahrscheinlich, man weiß es nicht so recht, wohl die Nokia-Ruftonmelodey, was ihm ein Aus- und Einkommen bis ans Lebensende garantierte. Außerdem hat er bekanntermaßen eine Notensatzsoftware unter eigenem Namen programmiert, deren Entwicklung zur Zeit in der Ukraine gepflegt wird und die Europa-Hymne der EZB.

Aber auch mal so rein dialektisch gerechnet stimmt es nicht, denn die Frage stellt sich, als was sieht sich die Person, die dies sagt, als Bankdirektor? Oder als Künstler, der nur übers Geld reden will?

Schaut man genau hin, ist ja noch nicht einmal gesagt, ob Jean S. lieber über Geld oder über Musik redet, nur dass man das eine besser mit diesen, das andere besser mit jenen besprechen kann.

Die Sache selbst, also das Mäzenatentum, lohnt aber trotzdem. Fördert nicht irgendeinen Mist, fördert Gutes!