September 28, 2020 Hallo! Hier spricht das Subjekt!

Darmstadt ist öffentlich(er)

Mit der Ausgabe im Jahr 2014 haben sich die Ferienkurse für neue Musik tatsächlich etwas hinausgewagt in die weitere Öffentlichkeit über die Kommunikationsnetze. So gibt es Lesungen und Diskussionsrunden wie RundeTische in einiger Auswahl zum Anhören wie Internetstream. Die Technologie dafür stellt Voice Republic zur Verfügung. Deren Mitgründer hat nun auch eine „Lecture“ gehalten, die man hier nachhören kann.

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Patrick Frank mit seiner Rede zur Lage der Nation kommt zwar nicht ganz an das sprachliche Niveau des Vorbildes Sascha Lobo heran, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

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Wobei Lobo dabei durchaus weniger zu sagen gehabt hat, oder vielleicht eher mehr, dafür aber eben weniger schwerer zu Verstehendes.

An den Netzempfängern waren übrigens unter anderem auch Gordon Kampe und Stefan Hetzel, beide sehr gut über BadBlog und nmz bekannt. Auf die inhaltlichen Fragen und Antworten mag ich gar nicht eingehen, man kann ja alles nachhören und sich selbst ein Bild machen, sondern auf die Funktionen solcher Streams. Es ist eben schön, wenn man aus der Fremde aktuell dabei sein kann und nicht nur die Konserve hört. Für alle ist das wichtig, wenn sie die Riecher in diese Szene stecken mögen. Dabei sind nach Tag 1 die Lesungen zu bevorzugen, weil sie am Stück einen Faden verfolgen können.

Die Diskussionen gehen irgendwie nicht. Die vom Vormittag versammelte eine Reihe von Statements unterschiedlicher Verfassung und Inhalte, die nicht zusammenfanden. Die Diskussion war entsprechend quälend. Vielleicht liegt es auch am Zwang zur englischen Sprache. Die deutschsprachigen Autoren wirkten da schon etwas zäh, so sehr sie die Terminologie auch beherrschen mochten.

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Wenn dann aber jemand so gewandt spricht wie Stefan Fricke in seinem Beitrag „Kunst als Dekor“, packt es einen auch über 600 km Luftlinie. Es zeigt auch, dass es eher die nichtkomponierenden Geschöpfe sind, die sich um Themen kümmern können ohne darin zu versinken oder sich selbst zur Darstellung zu bringen.

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Wie auch immer: Die kleinen Beiträge machen leider auch klar, dass die Szene immer noch und vor allem selbstbezüglich ist. Und ihre Orte (Witten, Donaueschingen) wie Monstranzen vor sich herträgt, die musikalische Ritterschläge verheißen.

Die Selbstbezüglichkeit hingegen ist vielleicht weniger schlimm. Auch einem Fachkongress zu Folgen einer Milzruptur wird man schwer vorwerfen, dass er sich nicht auch um Krampfadern kümmert. 😉