Dezember 4, 2020 Hallo! Hier spricht das Subjekt!

Störerhaftung in der Kultur

Gehen wir kurz zurück zum Ursprung des Blogs, den es  im Fußball hatte. Die Hansestadt Bremen will in Zukunft die Polizeieinsätze bei Fußballveranstaltungen im Weser-Stadion (was ist eigentlich Weser nochmal für ein Sponsor) den Veranstaltern in Rechnung stellen. René Pollesch findet, das kann man doch auch prima in der Kulturszene umsetzen.

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Bezahlen sollten die Nutzer und Verursacher dieser Dinge. Sozusagen Störerhaftung für Anfänger.

Störerhaftung für Profis (Die Sache Schavan)

Eine andere Angelegenheit scheint dagegen zum Abschluss gekommen zu sein: Die Aberkennung des Doktogrades von Annette Schavan.

In der Sache Schavan finden sich erstaunliche Dokumente, die geeignet sind, das Vertrauen in den Wissenschafts- wie Politikbereich erheblich zu stören; wenn man es nicht schon sowieso wüsste, weil man darin gearbeitet hat.

In diesem Dossier sind Anschreiben von hochrangigen Vertretern des Wissensmanagements die für Schavan kämpften – was ja jeder gerne machen kann – nachzulesen. Die Autoren standen aber in gewisser Hinsicht zugleich unter der Aufsicht der damaligen Bildungsministerin, was auch noch Zufall sein konnte. Aber ihre teils lächerlichen und sowieso untauglichen Mittel des Versuchs der Einflussnahme, erzeugen ein für die Institutionen peinliches Bild.

Barenboim meldet sich zu Wort

Im britischen Guardian hat sich nun Daniel Barenboim auch zur verhärteten Situation in Israel/Gaza geäußert (Both Israelis and Palestinians are losers in this conflict). Die deutschsprachige Übersetzung brachte unter anderem die Welt (bezeichnenderweise im Feuilleton) sowie andere Axel-Springer-Organe.

Die Reaktion hierauf ist in der musikalischen Facebook-Welt recht zwiegespalten – die einen begrüßen das Wort, dass eine Person führt, die den Konflikt aus der Nähe kennt und sich auf keine Seite schlägt, um der anderen etwas vorzuwerfen. Andere sehen darin wieder nur eine Art Marketing-Aktion. So Genoel Lilienstern:

Das idealisierende Medienbild einer Gemeinschaft und die Ästhetisierung des politischen Konflikts nützt vor allem Barenboim bei seinem großen Ziel irgendwann den Friedensnobelpreis verliehen zu bekommen. An der Situation der Palästinenser hat es nichts geändert. (Quelle: Facebook-Eintrag bei Lilienstern.)

Überhaupt neigt der deutsche intellektuelle Musikus zu einer gewissen Selbstquälerei, was die Beobachtung fremder Gegenden angeht. Was ihn aber nicht davon abhält, grundsätzlich auf einer Seite zu stehen und alle anderen Seiten als mediale Propaganda-Geschichten zu geißeln. Da wird manchmal dann doch das Kind im Bad ertränkt..

Neue Grazer Geschichtsstunden

Um die Ecke passiert gar Wunderliches.

Man will es ja nicht wirklich glauben. Andererseits wundert einen ja auch nichts mehr.