Facebook kommt aus der Mode

Preise vor Zeiten. Foto: Hufner

In Netzwertig stand gerade eine „Analyse“ dazu, dass Facebook aus der Mode käme. Anderes poppe auf. Das ist ein bisschen so wie mit dem Verkehr. Es gibt jetzt auch mehr Elektrofahrräder und Jugendliche skaten wesentlich weniger als früher.

Die Mode kommt und sie geht. Aber: Facebook ist keine Mode. Facebook ist eine Methode!

Eine, die wenn ich Lobos Vortrag von vor einem Jahr auf der re:publica richtig erinnere 90% Prozent des Verkehrs unter Netzanwendungen ausmacht. Da ist das völlig schnuppe. Bis jetzt. Bis eine neue Methode gefunden worden ist, die den Nutzen mit dem Angebot generiert. Ich erinnere auch immer gerne an Google, die 1998 völlig irrelevant waren (gab die überhaupt schon) und Altavista als Suchmaschine vorne lag. Überhaupt es mehrere Suchmaschinenbetreiber gab, also, die auch genutzt worden sind. Und dann noch die Metasuchmaschine drüber. Ist heute Google alles in einem. Und es wäre auch gerne Facebook geworden, so wie SchülerVZ gerne Facebook geworden wäre. Die Ströme elektrisieren sich selbst. Facebook wird solange laufen, bis es immer weniger Menschen [oder Maschinen] benutzen.

Anderes juckt auch nicht mehr. Pinterest? Flickr? Wenn man sich so die Fotodienst anschaut, da ist eigentlich alles gleich relevant, also irrelevant geworden. Der Vorteil gewisser Monopole ist es einfach, dass man weiß, wo was passiert. Was wäre Berlin, wenn jeder Bezirk ein Stadtzentrum für die ganze Stadt sein wollte. Ein bisschen ist das schon so, auf andere Art. Der Ku’damm war mal eine Art Zentrum. Und hat diese Position verloren, wie der ganze Westen. Die Verlagerung ging nach Ost/Nord/Ost – und jetzt immer weiter nach Osten. Aber Jugendliche spielen dabei keine Rolle. Die reisen auch mal gerne. Zurück: Dagegen erholt sich der Westen langsam.

Überhaupt scheint man aus der Stadtentwicklung (und zwar von jeder der Welt) einiges ableiten können für die Entwicklung der virtuelle(n) Welt. Die ist dann nämlich so anders gar nicht. Nur, es gibt zu viele Städte …

UPDATE: Eine Korrektur. Die Leute, die die großen Ströme analysieren, analysieren die großen Ströme. Die sind aber nicht relevant für die vielen kleinen Bewegungen, die daraufhin immer unter den Teppich fallen. Die Bestseller-Liste gibt keine Auskunft über die Bewegungen im literarischen Bereich. Die Charts sagen nichts über die Musiklandschaft aus.