Die Jugend wird akzeleriert – dabei werden sie zu den Dummen

Ratlosigkeit beim Abbau der Menschheit. Foto: Hufner

Erst haben sie viel zu viel zu tun und ächzen unter der Arbeit, dann haben sie nichts zu tun und ächzen darunter. Die Welt der Extreme, die offenbar kein Leben zulässt, bei dem man selbst im Zentrum stünde. Eigentlich eine Fortführung frühkindlicher Verhaltensweisen und kein Lernprozess danach. Mir scheint der Akzelerationsprozess, unter dem die Jugend geschichtlich keucht, betrifft so vieles bei diesen Menschen, nur nicht sie selbst.

Man muss sich Sorgen machen. Aber nicht in der Art, wie man sich jetzt gerade im Kulturbereich sorgt, wo ja immer jüngere Menschen schon kulturell akzeleriert werden. Mit Mozart und Popozart und mit diesem und jenem. Ich bleibe bei dem Gedanken, dass man diese Versuche besser lassen soll. Besser wäre es, denjenigen, die das an den Menschen verbrechen, ein bisschen Vermittlungsarbeit angedeihen zu lassen. Es wäre in jeder Hinsicht effektiver, aber leider ist es nicht möglich.

Erziehung, Pädagogik, Aufzucht: Fängt bei den Erziehern, Pädagogen und Aufzüchern an. Die allerdings haben dummerweise Freilauf.

Es ist wirklich zum Jammern, dass eben jene Freiheitspotentiale, die in allem Lernen und Erfahren stecken könnten, von vornherein auf das Niveau des Qualitätsmanagements heruntergewürgt worden sind. Da regt man sich über die Überwachung des Staates gegenüber seinen Bürgern auf, aber toleriert die Bildungsüberwachung der Menschen. Und organisiert sie in Kontrollen und Berichten, mit dem Schwert einer Zensur im Rücken. Die das veranstalten sind in Person die Gleichen. Kontrolle ist gut, mehr Kontrolle ist besser.

Ratlosigkeit beim Abbau der Menschheit. Foto: Hufner

Ratlosigkeit beim Abbau der Menschheit. Foto: Hufner

Im Bereich der Künste fiel das bislang noch etwas schwerer. Doch die neuesten Entwicklungen in dem Bereich sind nicht ermutigend. Leider spürt man die daraus erwachsenden Probleme nicht so wie den Lichtmangel im dritten Hinterhof, wie die Unterernährung oder die 80-Stundenwoche. Man spürt es nur in Form der gesellschaftlichen Erosion im Ganzen und dem Platzen manches Menschleins, der da mitmacht, weil es sich so gehört, aber weiß, dass es falsch ist.