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Die Kunst, kein Haus zu bauen. Foto: Hufner

Fotografie ist keine Kunst

Warum eigentlich sowieso alles ziemlich wurscht ist, weil sich alles schneller ändert, als man denken kann. Negative züchten sich noch bevor sie sich manifestieren.

Photographie ist keine Kunst. Mit den neuen Medien ist Photographie überall und immer. Wir überschwemmen die Welt mit Abbildern von Kurzmomenten. Die Chemie allein wandelte sich in digitale Arbeitsprozesse der Manipulation, die ihre Herkunft nicht unterschlagen haben: Abwedeln, Retuschieren, Härtegrade des photographischen Papiers simulieren …

Die Kunst, kein Haus zu bauen. Foto: Hufner
Die Kunst, kein Haus zu bauen. Foto: Hufner

Über das Internet vervielfältigt sich jeder Moment in bis zu millionenfacher Reproduktion. Und bleibt eben doch häufig ein flüchtiger Moment, der wieder aus dem Wahrnehmungsfeld so schnell herausfällt wie er in ihr mit großer Unwahrscheinlichkeit erschienen ist.

Gleichwohl bleibt die Manipulation. Während man früher die Wirklichkeit zur Wahrheit verfremdete, entfremdet man sie heute gleich dem Zauberlehrling zu seiner eigenen Wahrheit. Nichts ist wie es ist. Schon gar nicht das, was wir sehen.

Wenn das Display ausgeschaltet ist, war es das dann. Das ewige Archiv schweigt. Nichts ist wirklich ewig solange es nicht das wahrnehmende Herz erreicht. Wenn man Glück hat, nimmt man seine Erinnerungen mit ins Grab und beschwert damit nicht seine Umwelt. Was dann bleibt, ist eine Idee, die sich selbst vervielfältigt – oder endgültig verschwindet.

Auf der Suche nach der Ewigkeit: Gerade arbeiten die „besten“ Forscher an der wirklichen Menschenphotographie, derjenigen aus Genen: Die Menschen und seine Organe abwedeln? Totale Ewigkeit und Unfreiheit.