Die Rede ins Leere

Die Natur hat keine Stimme außer sich selbst. Foto: Hufner

Langsam wird mir immer klarer, dass die ganze Medientheorie gar nicht weitergekommen ist. Es ist nichts passiert. Die alte Rede des Übergangs der Medien von einem Distributions- zu einem Kommunikationsapparat ist rein ein technischer Prozess gewesen, der allein formal erfolgte.

Die Sprache rauscht mehr denn je an den Beteiligten der Medien vorbei. Das Aneinandervorbeireden ist geradezu zum Standard geworden. Verbunden mit der wachsenden Eitelkeit derer, die sich jetzt als Sender verstehen.

Rein historisch lässt sich dies am Verlust des Zitats erkennen. Eine hohe Kunst war dies einmal im Verkehr der Mails, in den Newsgroups ebenso. Auch dort mochte man vorbeigehen aneinander. Aber es fiel sogleich auf. Heute spricht man mehr nur im Ungefähren. Dafür aber umso bestimmter. Gleichwohl vergänglicher.

Die Natur hat keine Stimme außer sich selbst. Sie redet nicht, um „Diskurse“ zu führen. Sie setzt die Themen. Unsere Einflussnahme beschränkt sich auf permanente Dummheiten. Anders gehen wir auch mit uns nicht um.