Urheberrechtsnovelle und andere Faxen

Heute hat offenbar wieder einmal der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages getagt. Im Zentrum standen Fragen der Privatkopie — erfreulicherweise auch einmal aus Sicht der Nutzer. Man muss es doch mal ganz offen sagen: Wenn keiner diese Werke hören und sehen wollte, dann hätten die Urheber aber auch nichts, rein gar nichts. Sicher gibt es unter den Urhebern welche, die meinen, sie beglückten einen. Doch Zwangsbeglückung ist an sich nichts so richtig Glücklichmachendes. (Details, siehe hier (Bundestag) oder hier (Institut für Urheber- und Medienrecht)).

Olaf Zimmermann 2006. Foto: Hufner

Olaf Zimmermann 2006. Foto: Hufner

Apropos Glücklichmachen. Der Deutsche Kulturrat jammert, man zensiere ihn, wenn man ihm verbiete aus Mittel des Bundeskultusministerium Faxe zu versenden. Anscheinend geht es um etwa 500 Euro (und deren Ausbleiben), weswegen dann Zensur. Heute ist selbst das Zensieren wohl ein Dumpinggeschäft. Und, lieber Kulturrat, nie war es wohl einfacher sich gegen Zensur zu wehren. Es gibt doch noch die Portokasse und insbesondere Möglichkeiten des Sponsoring. Zum Beispiel:

Dieses Fax wird Ihnen präsentiert von Nivea, dem Seifenpartner der Deutschen Kulturrats.

Oderrrr:

Jung, willig und unbeugsam. Haarverlängerung. Diät-Pillen! Vialis, Ciagra. Alles online bei Ihrem Spamversender Nummer 1 – Niagara-Connection proudly presents The German Culture Council (a Kampeter-KulturBlitz Production).

Natürlich ist es eine Posse, die auf persönlichen Animositäten beruhen dürfte.

Steffen Kampeter. Foto: Hufner

Steffen Kampeter. Foto: Hufner

Wie auch immer, am Mittwoch wird höchst bundestäglich darüber entschieden, ob der Deutsche Kulturrat aus Bundesmitteln faxen darf. Vielleicht sollte man ihm einfach auch nur sagen, dass man die Faxvorlage nicht mehrfach ausdrucken muss, in der Regel reicht eine (in Zahlen „1“) Vorlage, die man dann mehrfach versendet. Und es bedeutet auch nicht, dass, wenn das Fax am eigenen Gerät wieder herauskommt, es definitiv nicht angekommen wäre.

War sonst noch was. Ja, klar. Da wirbt REWE in Regensburg mit dem Spruch: „Jeden Tag ein bisschen besser.“ Dann kaufe ich doch immer besser erst morgen dort.