Container II: Alida – 2004

Macht sich unsichtbar. Foto: Hufner

Das Schlimmste am Nachmittag: Das Geständnis. „Ich habe den Auftrag erhalten, Dich umzubringen.“ Ja, mein lieber Schattenmann, aber musst du das auch noch so brüllen. Sieht eigentlich außer mir noch jemand diesen Scheiß? Warum brüllen die da immer so. Alida – Brüllen am Nachmittag. Ich habe dich betrogen! Ja, ich habe dich auch betrogen. Ja, und ich habe dich beim Betrügen betrogen. Ja, plötzlich stand ein junges sexy Ding vor mir. Ja, du mich auch. Du Arschloch. Du Schwein. Noch eine Kleinigkeit, ich muss dir gestehen, dass ich gar kein Mann bin. WAAAS? Seit fünf Monaten betrüge ich dich schon mit mir. WAAAS? FÜNF MONATE? Alida: Wer hat wen verlassen, nu aber raus! WEEER? Ich bin nur mit dir ins Bett gegangen, weil ich ein KInd wollte! WIIIEE? Ich bin doch gar kein Mann. WAAASS? Alida: Das macht mich jetzt doch ein bisschen stutzig, das verstehe ich nicht. Wer ist der Vater? Welcher VATER, denn? Ich hab wirklich einmal Sex gehabt mit einem anderen Mann, der dein Bruder, ähh meine Schwester ist. WAAAS? Ja und dann kam Mike. WEEER? Mike, dieses Arschloch. Alexandra ist deine Tochter! Alida: Wer ist jetzt der Vater?

Sowas passiert, wenn man zu viele Telerätsel auf NeunLIVE „moderiert“ hat. Das ganze Leben wird zum Rätsel. Und das ist nun eine so fürchterliche Erkenntnis, dass man gar nicht bemerkt, wie sich das Netzkabel des Fernsehers um die eigenen Beine geschlungen hat und der Rauswurf des Geräts der Tumbheit einen nur noch tiefer hinabzieht. Lecko mio.