Das Potential rechts

Kann man sich einen Kopf machen. Foto: Hufner

Warum interessierte mich die Wahl in den USA nur mehr als eine hiesige? Furcht? Bange? Wenn der Präsident der USA in der BRD gewählt worden wäre, so haben Zählheinis herausgefunden, hätte Kerry mit 80 Prozent Mehrheit gewonnen. Na toll. Aber bei den eigenen Wahlen derartig versagen. Der Splitter im eigenen Auge sei das beste Vergrößerungsglas, sagte so ähnlich mal einer in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Da ist was dran. Und was dran ist auch daran, dass ein Kommentator in den Blättern für deutsche und internationale Politik meinte, die letzten Wahlen in der BRD wären noch einigermaßen glimpflich abgelaufen. Das Potential, das Parteien wie die NPD und die DVU auf sich vereinigen könnten, sei erheblich höher, als es die Wahlergebnisse widerspiegeln — es liege bei um die 20 Prozent und hat nicht im Mindesten etwas mit Protest zu tun, sondern vor allem mit einer real existierenden Mentalität, die aber natürlich auch nicht vom Himmel fällt. Was hält uns da noch zurück? Angst vor uns selbst?

Weit davon entfernt, das ganze psychoanalytisch zu deuten, schwant mir aber doch Böses, wenn die letzten Ketten der Vernunft (das ist kein gutes Wort, ich weiß) reißen. Noch war alles vergleichsweise harmlos.